Expertenthemen
Regeln-Experte
Dr. Horst Frehsen
Weitere Antworten von Dr. Horst Frehsen auf
Ihre Fragen finden Sie sortiert nach folgenden Stichworten:
15.07.2010
Regel 14-3 „Level Ball Marker“ im Wettspiel erlaubt?
„Ist die Benutzung eines Ballmarkers mit eingebauter Wasserwaage im Wettspiel erlaubt, um Breaks auf dem Grün besser lesen zu können?“
Joachim Lamm
23564 Lübeck
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, der Spieler benutzt entgegen Regel 14-3 ein künstliches Hilfsmittel, das ihn in seinem Spiel ungebührlich unterstützt. Wenn der Ballmarker nicht deswegen benutzt würde, um die Neigungen des Grüns anzuzeigen, so könnte eventuell kein Verstoß vorliegen (Entscheidung 14-3/12.5). Dies wäre zum Beispiel der Fall, wenn die Messfunktion vollständig abgeklebt wäre und sichergestellt ist, dass sie gar nicht benutzt werden kann. Aber wer wird wohl solch ein Gebilde verwenden statt zum Beispiel einer Münze.
15.07.2010
Regel 26-1b Drop-Zone am Wasserhindernis näher zum Loch
„Ein Par 3-Loch auf unserem Platz hat kein Fairway sondern lediglich Abschlag und Grün, dazwischen liegt auf 110 m Länge nichts als Wasser. Wer es nicht schafft, das rettende Ufer zu erreichen, darf allerdings laut Platzregel die weiteren Versuche aus einer Drop-Zone an der Seite des Wasserhindernisses unternehmen, von wo aus es nur noch 40 m Wasserfläche zu überwinden gilt. Vom Herrenabschlag sind es 126 m, vom Damenabschlag 115 m. Ist die Einrichtung der Drop-Zone regelgerecht?“
Heinke Hoppe
45470 Mülheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Meines Erachtens ja, nach Anhang IA6 des Regelbuchs darf man mit einer Drop-Zone verfahren, wenn es nicht angebracht oder durchführbar ist (not feasible or practicable), in „genauer“ Übereinstimmung (exactly in conformity) mit der Wasserhindernis-Regel 26-1 zu verfahren. Die Drop-Zone sollte dann, innerhalb der Platzgrenzen, so gelegen sein, dass sie die Spieler bei Anwendung der Regel 26-1b erreicht haben würden und dass diese Regel nicht wesentlich abgeändert wird (also z. B. das Wasserhindernis überspielt werden muss). Eine Drop-Zone jenseits des Hindernisses an der Grünseite wäre somit nicht erlaubt – siehe Entscheidung 33-8/2. Die Musterplatzregel hierzu ist im Anhang IB8 des Regelbuchs angegeben.
15.07.2010
Regeln 18-4 und 20-3c Ball dem Vorflight in die Hacken gespielt
„Ich habe im Zählspiel mit meinem Driver ungewöhnlich weit geschlagen und dabei dem vorausgehenden Flight in die Hacken gespielt, mich natürlich sofort per Handzeichen entschuldigt. Als ich den Ball erreichte, fand ich ihn aufgeteet vor. Muss ich ihn von dort spielen oder zurück zum Abschlag gehen? Wie muss ich mich verhalten?“
Bernd Siebert
31840 Hess.-Oldendorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Der Ball müsste eigentlich straflos zurückgelegt werden (Regel 18-4 bzw. 18-1). Weil die Stelle, an der der Ball hinzulegen ist, nicht genau feststellbar ist, muss er im Gelände so nahe wie möglich an den Ort, an dem er nach Ihrem Schlag gelegen hatte, fallengelassen werden (Regel 18, Anmerkung 3 und Regel 20-3c).
15.07.2010
Regel 24-2 Übergang über einen verrohrten Wasserlauf
„Wir haben einen Bachlauf mit einem Übergang, der über drei Betondurchlaufröhren führt. Die Seiten sind gemauert, erhöht mit Bruchsteinen, der Boden besteht aus harter Erde. Wie ist der Ball zu behandeln, wenn er auf dem Boden des Übergang liegt und wenn der freie Schwung durch den Bruchsteinrand behindert wird?“
Herbert Zirener
41199 Mönchengladbach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Liegt der Ball auf dem Boden aus Erde, so ist er nicht im Wasserhindernis, das nach Erklärung „Wasserhindernis“ ja ein offener Wasserlauf sein muss, sondern im Gelände und wird straflos gespielt wie er liegt. Der Bruchsteinrand über den gemauerten Seiten ist etwas Künstliches und damit ein Hemmnis im Gelände, sodass bei Behinderung straflos nach Regel 24-2 (unbewegliches Hemmnis) verfahren werden kann. Der Anfang und das Ende des offenen Bachlaufs sollten unbedingt durch gelbe bzw. rote Pfähle markiert sein und zwar so, dass die gemauerten Seiten zugleich die Grenzen vom offenen Bachlauf zum Übergang sind. Der Bruchsteinrand über den gemauerten Seiten ist m. E. überflüssig und ungeeignet bei der Anwendung der Regel 24-2 auf dem Übergang.
15.07.2010
REGEL 19-5a Dazuputten, wenn schon ein Ball im Loch liegt
„Spieler A locht im Zählspiel ein, übernimmt von Mitspieler B den Flaggenstock, ohne seinen Ball aus dem Loch zu nehmen und fordert B zum Einlochen auf. Handelt es sich um einen Regelverstoß? Meines Erachtens ist der Ball von A nicht mehr im Spiel und der Ball von B gilt trotz A’s Ball im Loch als eingelocht, da er ja vollständig unterhalb der Ebene das Lochrands zur Ruhe kommt.“
Dr. E. Walter
Per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ihre Meinung ist korrekt. Ein eingelochter Ball (vgl. Erklärung „Einlochen“) ist nach Erklärung „Ball im Spiel“ nicht mehr im Spiel, sodass beim Ablenken oder Aufhalten des Balls von B Regel 19-5a (Ball in Bewegung trifft andern Ball im Spiel) nicht zur Anwendung kommt und eine Strafe von zwei Schlägen nicht anfällt. Bewerber B hätte meines Erachtens nach Regel 22-2 den Ball von A auch aufnehmen lassen können, wenn er geglaubt hätte, dass dieser Ball sein Spiel behindern könnte. Seine Verfahrensweise ist zwar nicht regelwidrig, aber nicht empfehlenswert, weil sein Ball wieder aus dem Loch springen kann.
15.07.2010
REGELN 20-3b (III) und 18-2b Ball im Bunker bewegt und nicht zurückgelegt
"Am Loch 5 ist ein Bunker im steilen Hang eingebaut, der Ball lag im oberen Drittel. Mein Flightpartner ging vorsichtig von unten nach oben, stand über dem Ball, und als er zum Schlag ausholte, rutschte der Sand weg, bewegte den Ball ein wenig und begrub ihn. Wir haben ihn freigelegt, wie ist zu verfahren? Kann er gedropt und weitergespielt werden?“
Werner Korff
76532 Baden-Baden
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die ursprüngliche Lage des Balls war ja bekannt, der Ball musste daher nach Regel 20-3b (III) in die der ursprünglichen möglichst ähnliche, so gut wie möglich wieder hergestellten Lage zurückgelegt werden. Im Zählspiel würde sich der Mitbewerber sonst die Grundstrafe von zwei Schlägen zuziehen – siehe Strafvermerk zu Regel 18. Er hatte ja verursacht, dass sich der Ball im Spiel bewegte. Der Ball des Mitbewerbers lag ursprünglich in einer Lage, in der er sich bewegen konnte, wenn man ihn anspricht oder ihm nahekommt, sodass man nach Regel 28 (Ball unspielbar) hätte verfahren können. Wird der Ball in die der ursprünglichen Lage möglichst ähnlichen Lage wieder zurückgelegt, so erhält der Mitbewerber nur einen Strafschlag.
15.07.2010
REGEL 10-2c Fertigputten außer Reihenfolge im Zählspiel
„Muss man seinen Mitbewerber immer fragen, wenn man seinen kurzen Restputt machen möchte, obwohl der Mitbewerber erst dran wäre, weil sein Ball weiter weg liegt?“
G. Selhuber
86633 Neuburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das Putten außer Reihenfolge (auch ohne zu fragen) wird im Zählspiel im Allgemeinen geduldet und es gibt hierfür keine Strafe. Man lässt aber seine Höflichkeit erkennen, wenn man fragt, etwa: „Darf ich fertig putten?“ Das Putten außer Reihenfolge kann dazu beitragen, dass Spiel zu beschleunigen – dazu siehe die Entscheidung zu den Golfregeln 10-2b/1.
Wenn man seinen Ball wegen Behinderung des Spiels eines Mitbewerbers aufnehmen soll, darf man nach Regel 22-2 stattdessen außer Reihenfolge zuerst putten. Liegt der Ball für einen „kurzen Restputt“ nahe am Loch, so behindert er sicher das Spiel eines Mitbewerbers, sodass er, nach Aufforderung ihn aufzunehmen, stattdessen zuerst geputtet werden darf.
15.07.2010
ENTSCHEIDUNG zu Golfregeln 33-1/8 Erlaubnis für Elektrocards
„Ich habe ein unbefristetes Attest und habe bisher an allen Wettspielen mit Elektrocart teilgenommen und bin auch gewertet worden. Liegt es im Ermessen des Clubs, ein Wettspiel trotz Elektrocards zu werten?“
Dr. h. c. Claus Bossack
Per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, ob Sie bei Wettspielen fahren dürfen und ob bzw. wie gewertet wird, entscheidet die jeweilige Spielleitung, eventuell in Über-einstimmung mit Vorgaben oder Empfehlungen des DGV.
15.07.2010
ENTSCHEIDUNG 20/2 Abmessen von Schlägerlängen auch mit langem Putter?
„Erklärt man einen Ball als unspielbar, hat man unter anderem die Möglichkeit der Abmessung von zwei Schlägerlängen. Hierzu kann man auch einen Schläger nehmen, mit dem man nach dem Messen nicht weiterspielt. Darf man zum Abmessen auch einen langen Putter benutzen?“
Wolfgang Tigges
40547 Düsseldorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, zum Messen von Schlägerlängen darf ein Spieler, der einen Ball fallenlassen muss, jeden Schläger verwenden, den er für die Runde ausgewählt hat (Regel 4-4) – siehe Entscheidung 20/2 (Revidiert – 2010).
15.07.2010
REGEL 6-7, Anmerkung 2 Bestrafung der gesamten Spielgruppe bei langsamem Spiel?
„Nach Regel 6-7, Anmerkung 2, darf die Spielleitung zur Verhinderung langsamen Spiels in der Wettspielausschreibung Richtlinien für das Spieltempo erlassen, einschließlich zulässiger Höchstgrenzen zur Vollendung einer festgesetzten Runde. Bei Überschreitung der zulässigen Höchstzeit für die Runde müsste dann die gesamte Spielgruppe bestraft werden, diese pauschale Bestrafung kommt meines Erachtens aber nicht in Frage. Welche Strafe/Konsequenz wäre möglich?“
Ralph Criée
30172 Hannover
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die Bestrafung einer gesamten Spielgruppe ist gebräuchlich und auch zulässig, welche Strafe für den Verstoß gegen die Richtlinie für das Spieltempo möglich ist, darf die Spielleitung in der Wettspielausschreibung angeben. In der Regel 6-7, Satz 1 heißt es: „Der Spieler muss ohne unangemessene Verzögerung und in Übereinstimmung mit jeder von der Spielleitung für das Spieltempo ggf. erlassenen Richtlinie spielen“. Gemeint ist also generell „der Spieler“, die Strafe kann daher von der Spielleitung auch auf alle betroffenen Spieler einer Spielergruppe bezogen werden, wenn z. B. der zu langsam spielende Spieler nicht ermittelt werden kann, oder wenn sich offenbar alle Spieler einer Gruppe nicht an die zulässige Durchgangszeit halten wollten.
15.07.2010
REGEL 7-2 Unterschied zwischen Übungsschwung und Übungsschlag
„Gibt es einen Unterschied zwischen Probeschwung und Probeschlag, und ist die Anzahl der Probeschwünge begrenzt?“
Bernhard Richter
Per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Im englischen Regelbuch ist in der Regel 7-2 die Rede von practice stroke und practice swing, was im deutschen Regelbuch mit „Übungsschlag“ und „Übungsschwung“ übersetzt ist. Ein Spieler darf beim Spielen eines Lochs keinen Übungsschlag machen. Auch zwischen dem Spielen von zwei Löchern darf er keinen Übungsschlag machen, außer er übt Putten oder Chippen auf oder nahe dem Grün des zuletzt gespielten Lochs, jedem Übungsgrün oder dem Abschlag des nächsten Lochs. Nach Anmerkung 1 obiger Regel ist ein Übungsschwung kein Übungsschlag und darf überall ausgeführt werden, sofern der Spieler dadurch keine Regel verletzt. Die Anzahl der Übungsschwünge ist nicht begrenzt, das Spiel sollte aber nicht unangemessen verzögert werden (Regel 6-7).
18.05.2010
ETIKETTE: Ball landet auf der Parallelbahn, wer spielt zuerst?
"Wenn z. B. ein Spieler von der Spielbahn 8 versehentlich seinen Ball auf meine Spielbahn 6 spielt, und ich lasse ihn nicht zuerst weiter spielen, provoziere ich mir doch selbst einen Stau. Also spielt immer derjenige Spieler auf der höheren Bahn zuerst. Das ist doch logisch?"
Peter Szilagyi
81371 München
Dr. Horst Frehsen antwortete
Horst Frehsen antwortet:
Ja, im Hinblick auf das Spieltempo wäre es sicherlich angebracht, die näher zum 18. Loch spielende Spielergruppe zuerst weiter spielen zu lassen.
18.05.2010
REGEL 14-3: Verwendung von Entfernungsmessern bei Turnieren?
"Überall entnehme ich widersprüchliche Aussagen zu Regel 14-3 und damit zu der Frage: Dürfen Entfernungsmesser bei vorgabenwirksamen Turnieren verwendet werden?"
Mario Happich
04509 Delitzsch
Dr. Horst Frehsen antwortete
Horst Frehsen antwortet:
Eine derartige Messvorrichtung ist ein künstliches Hilfsmittel, und seine Benutzung ist ein Verstoß gegen Regel 14-3, siehe insbesondere 14-3b. Eine Spielleitung darf jedoch eine Platzregel erlassen, nach der Spieler Geräte benutzen dürfen, mit denen "ausschließlich" Entfernungen (also nicht auch noch andere das Spiel beeinflussende Umstände wie Steigungen oder Gefälle) gemessen oder abgeschätzt werden können – siehe Anmerkung zu Regel 14-3. Ohne derartige Platzregel, die offensichtlich die Zustimmung vom R&A Rules Ltd. und USGA hat, ist der Gebrauch von Geräten zur Entfernungsmessung im Widerspruch zu Regel 14-3 – siehe auch Entscheidung 14-3/0.5. Wenn eine Golfregel Vorrang vor einer anderen Regel hat (overrides), wird das nicht als widersprüchlich angesehen.
18.05.2010
REGELN 27-2b und 27-2c: Provisorischen Ball weiterspielen?
Frage 1: "Ich schlage meinen Ball vom Abschlag ca. 100 Meter weit, aber ins dicke Rough und spiele einen provisorischen Ball exzellent ca. 170 Meter weit Mitte Fairway, also deutlich weiter als den ursprünglichen Ball und näher zum Loch. Ich gehe nun zu meinem provisorischen Ball und schlag ihn mit dem vierten Schlag aufs Grün. Meine Mitbewerber hatten nichts Besseres zu tun, als meinen ursprünglichen Ball zu suchen. Da ich ihn aber gar nicht finden wollte, kann ich meinen Mitbewerbern untersagen, meinen Ball zu suchen?"
Frage 2: Oben erwähnter Fall, aber im Lochspiel "Ich schlage im Lochspiel meinen näher zum Loch liegenden provisorischen Ball schnell weiter, bevor der ursprüngliche Ball vom Gegner gefunden worden war. Mein Gegner hatte aber die Ehre, seinen ersten Ball zuerst zu spielen, er reklamierte und verlangte, den Schlag zu annullieren und in richtiger Reihenfolge zu wiederholen. Musste ich meinen bereits gespielten provisorischen Ball zurückholen und nochmals von gleicher Stelle schlagen?"
Peter Wieczorek
30826 Garbsen
Peter Wieczorek
30826 Garbsen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Horst Frehsen antwortet:
Antwort 1: Nein, Sie sind aber zum Spielen des Schlags auf Ihren provisorischen Ball berechtigt, wenn die Mitbewerber Ihren ursprünglichen Ball vor diesem Schlag nicht gefunden hatten. Der ursprüngliche Ball gilt gemäß Regel 27-2b nach dem Schlag auf Ihren näher zum Loch liegenden provisorischen Ball als verloren, und eine weitere Suche nach ihm hätte keinen Sinn. Wurde der ursprüngliche Ball aber vor Ihrem Schlag auf den provisorischen Ball von Ihren Mitbewerbern innerhalb der fünfminütigen Suchfrist gefunden, so war er im Spiel und musste weitergespielt werden, und der Schlag auf den provisorischen Ball ist nach Regel 27-2c ein Schlag auf den falschen Ball – siehe die Vorschriften von Regel 15-3. Es ist daher sinnvoll, in solch einem Fall möglichst umgehend den gut liegenden provisorischen Ball zu schlagen – siehe Entscheidung 27-2b/1.
Antwort 2: Nein, nach Regel 10-1c müssen Sie straflos "einen" Ball so nahe wie möglich der Stelle, von der der provisorische Ball zuletzt gespielt worden war, spielen. Am Status des ursprünglichen Balls hatte sich nichts geändert, er galt als verloren, als der provisorische Ball, wenn auch außerhalb der Reihenfolge, gespielt worden war – siehe Entscheidung 27-2b/1.
18.03.2010
Ball im Wasserhindernis?
„Ein Spieler schlägt seinen Ball vom Abschlag in ein Wasserhindernis (WH), der Ball liegt spielbar, er macht seinen zweiten Schlag, und der Ball landet unspielbar im Wasser des WH. Muss er
(a) mit einem Strafschlag vom zuletzt gespielten Punkt, d. h. im WH, oder kann er auch
(b) von irgendwo auf der verlängerten Linie zur Fahne zum Kreuzungspunkt des ursprünglich gespielten Balls mit dem WH spielen?“
Wolfgang Tigges
40547 Düsseldorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Er kann nach (a) oder (b) verfahren oder (c) noch mal vom Abschlag spielen, wobei er bei allen drei Wahlmöglichkeiten mit Strafschlag jeweils seinen vierten Schlag macht – Regel 26-2a.
18.03.2010
Spieler puttet dauernd zuende?
„Wenn ein Spieler ohne um Erlaubnis zu fragen im Zählspiel nach Stableford dauernd zu Ende puttet, ist es zumindest nach meiner Ansicht ein Etiketteverstoß. Oder muss beim zu Ende Spielen grundsätzlich nicht gefragt werden?“
Reiner Schermer
86633 Neuburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Regel 7-2 legt fest, dass Schläge, mit denen das Spiel an einem Loch fortgesetzt wird, dessen Ergebnis bereits entschieden ist, keine Übungsschläge sind. Sie stellen m. E. keinen Etiketteverstoß dar, und es muss m. E. auch nicht gefragt werden. Wenn der Spieler generell wegen langsamen Spiels das Spiel ungebührlich verzögert, kann er von der Spielleitung wegen Verstoßes gegen Regel 6-7 ermahnt oder belangt werden – siehe auch Regel 6-7, Anmerkung 2.
18.03.2010
Spielen vom falschen Ort?
„Wenn man im Zählspiel seinen Ball vom falschen Ort spielt, gibt es zwei Strafschläge, sonst nichts, oder ist man disqualifiziert, wenn man diesen Regelverstoß vor dem nächsten Abschlag nicht behebt?“
Reiner Schermer
86633 Neuburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die Schlagzahl mit dem vom falschem Ort gespielten Ball zählt, und der Spieler hat sich dieser Schlagzahl zwei Strafschläge hinzuzurechnen (siehe Regel 20-7c und z. B. 20-3a). Nur bei schwerwiegendem Verstoß (siehe Regel 20-7c, Anm. 1) kann die Strafe Disqualifikation sein.
18.03.2010
Der Begriff Vorgabe?
„Wenn ich in einem auswärtigen Zählwettspiel mitspiele, z. B. bei einem Clubspiel, spiele ich dann mit der Vorgabe, die ich im Heimatclub habe?“
Katja Fischer
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, nicht unbedingt, denn Ihre Vorgabe muss entsprechend des Course Ratings des auswärtigen Platzes angepasst sein. Ist z. B. die Vorgabe eines Spielers vor der Anpassung 4,8 und nach der Anwendung der entsprechenden Anpassung für den zu spielenden Platz und der zu verwendenden Abschläge für das dortige Wettspiel 6, so ist im Sinne der Regel 6-2 die Vorgabe 6. Im Zählspiel muss der Spieler daher sicherstellen, dass seine Vorgabe für den Platz, den er spielen wird, um die zu verwendenden Abschläge auf der Zählkarte vermerkt ist, wenn diese bei der Spielleitung eingereicht wird – siehe Entscheidung 6-2/1 neu 2010. Spielt ein Spieler im Ausland auf einem Platz ohne Course Rating, was es in einigen Gegenden in der Welt gibt, so sollte er mit der Vorgabe antreten, mit der er zu Hause auf dem Platz seines Heimatclubs spielt.
18.03.2010
Senioren-Abschlag und -Vorgabe
„Ich bin jetzt 84 Jahre alt und mein derzeitiges Handicap ist kaum noch zu spielen. Gäbe es für mich die Möglichkeit, auch von den hinteren Damenabschlägen zu spielen? Das ginge dann, wenn der Damenabschlag unterschiedlich für Damen und Herren geratet werden könnte. Ist das möglich?“
Rudo August
83324 Ruhpolding
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, es ist möglich, vom DGV einen Course-Rating- und Slope-Wert für jedes Abschlagbauwerk auf Anforderung zu erhalten. Sie könnten dann von den kürzeren Damen-abschlägen spielen, müssten aber eine Reduzierung Ihrer Vorgabe in Kauf nehmen. Ein Ausgleich für Senioren ist nur durch Anpassung der Vorgabe an die tatsächliche Spielstärke durch Ihren Vorgabenausschuss möglich. Davon sollten der Ausschuss und die Senioren m. E. auch regen Gebrauch machen (z. B. wenn ein Senior „den Ball so kurz schlägt, dass er ihn sogar landen hört“). Sie könnten dann vielleicht vom Damenabschlag mit Ihrer derzeitigen Vorgabe spielen, wenn Sie heraufgesetzt ist.
18.03.2010
Üben während der Runde?
„Nach Regel 7-2 darf man unter bestimmten Voraussetzungen zwischen dem Spielen von zwei Löchern Putten und Chippen üben, z. B. auf oder nahe dem Grün des zuletzt gespielten Lochs. Darf man stattdessen auch Pitchen?“
Britta Bachmann
Per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, Chippen gälte als die allgemein übliche Bezeichnung für kurze Schläge beim Kurzen Spiel (Kevin Barker, R&A Rules Ltd.).
18.03.2010
Der Ball
„In der Wettspielbedingung galt, dass Marken und Typen von Golfbällen während einer festgesetzten Runde nicht gewechselt werden dürfen. Wenn ich einen provisorischen Ball spielen will, muss dieser auch vom gleichen Typ sein?“
Dr. Jochen Kurdum
31008 Elze
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, wenn Sie den provisorischen Ball weiterspielen müssen. Sie ziehen sich aber keine Strafe zu, wenn Sie den ursprünglichen, regelkonformen Ball finden, weil dann der provisorische Ball nie im Spiel war (vgl. Entscheidung 5-1/3). Die sogenannte „Ein-Ball-Regelung“ ist bei Amateurwettspielen nicht üblich.
18.03.2010
Etikette
„Wir befinden uns auf dem Weg zum Grün als ein Spieler auf der Parallelbahn seinen Abschlag auf die Mitte unserer Bahn verzieht. Er behauptet, dass er gemäß Regel und Etikette Vorrecht hätte, seinen Ball zuerst zu spielen. Gibt es in dieser Situation überhaupt klare Regelungen?“
Isolde Kurze
38124 Braunschweig
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, sofern das Vorrecht nicht von der Spielleitung bestimmt wurde.
18.03.2010
Ball in Bewegung abgelenkt?
„Unlängst hab ich bei einem Schlag mit meinem Ball einen roten Pfahl eines seitlichen Wasserhindernisses, den ich auch vorübergehend straflos hätte herausnehmen dürfen, aus der Nähe getroffen. Beim Abprall sprang der Ball nach hinten weg und traf zufällig mein Golfbag, das hinter mir abgestellt war. Laut Regel bekomme ich eine Strafe. Wird die Regel strikt angewandt oder ist dieser spezielle Fall nicht gemeint?“
Dr. Friedmann Dinglinger
70619 Stuttgart
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das Ablenken Ihres Balls durch den Pfahl gilt als Spielzufall und ist nach Regel 19-1 straflos. Da Ihr Ball danach aber Ihre Ausrüstung traf, haben Sie gegen Regel 19-2 verstoßen. Sie haben sich eine Strafe von einem Schlag zugezogen, und Ihr Ball muss gespielt werden, wie er liegt. Irgendwann traf ein Spieler mit seinem Ball einmal eine Rohrleitung und beim Zurückprallen des Balls überraschend die Schlagfläche seines Schlägers. Entscheidung des R&A in St. Andrews: ein Strafschlag nach Regel 19-2 (Entscheidung 14-4/2). Wie meint schon Wilhelm Busch: „Stets findet Überraschung statt – da, wo man’s nicht erwartet hat; – doch dass dieselbe überall – grad angenehm, ist nicht der Fall“.
18.03.2010
Ball markieren?
„Ein Spieler hat auf seinen Ball eine durchgehende Leitlinie gezeichnet, damit er ihn auf dem Grün besser ausrichten kann, ist dies verboten?“
Wolfgang Stöhr
24806 Lohe-Förden
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, siehe Decision 20-3a/2 (revised 2010).
18.03.2010
Lose hinderliche Naturstoffe
„Bei uns wird diskutiert, ob man a) einen Stein, b) eine Bananenschale oder c) eine Colabüchse straflos aus dem Bunker entfernen darf, wenn der Ball so nahe im gleichen Bunker zum Liegen kommt, dass ein Schlag nach ihm beeinträchtigt ist?“
Horst Latzel
63486 Bruchköbel
Dr. Horst Frehsen antwortete
a) Ein Stein darf als loser hinderlicher Naturstoff (siehe Erklärung) nach Regel 23-1 nicht aus dem Bunker, in dem auch der Ball liegt, entfernt werden, es sei denn, dies sei durch eine entsprechende Platzregel erlaubt (siehe Anhang I des Regelbuchs, Teil A 5).
b) Auch eine Bananenschale ist ein loser hinderlicher Naturstoff und darf nicht aus dem Bunker fortbewegt werden (siehe Entscheidung 23/4).
c) Eine Blechbüchse ist etwas Künstliches und somit ein bewegliches Hemmnis (siehe Erklärung). Sie darf nach Regel 24-1 aus dem Bunker straflos entfernt werden (Entscheidung 1-4/5).
18.03.2010
Standposition beim "Tap-in"?
„Mein Ball kam beim Chippen ganz kurz hinter dem Loch zur Ruhe. Darf ich ihn so ins Loch putten, dass das Loch auf dem Grün zwischen dem Ball und mir ist?“
Manfred Klein per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, gemäß Erklärung „Puttlinie“ erstreckt sich diese nicht über das Loch hinaus, so dass Sie Ihre Standposition hinter dem Loch und vor dem Ball einnehmen dürfen, um zu putten. Sie verstoßen damit nicht gegen Regel 16-1e (über oder auf der Puttlinie stehen). Sie müssen nur darauf achten, dass Sie den Ball auch ehrlich schlagen und den Schlägerkopf zum Ball schwingen und den Ball nicht ins Loch ziehen, das würde ein Verstoß gegen Regel 14-1 (ehrlich nach dem Ball schlagen) darstellen und mit zwei Strafschlägen geahndet werden. Die Amerikaner nennen diesen kurzen Schlag ins Loch übrigens „Tap-in“. Es darf auch mit der Rückseite des Putters geschlagen und eingelocht werden (Entscheidung 14-1/1).
18.03.2010
Erklärungen „Hemmnisse“, keine Erleichterung für Elektrozaun im Aus?
„Auf unserem Platz ist ein Elektrozaun zum Schutz gegen Wildschweine zum unbeweglichen Hemmnis erklärt worden, von dem straflose Erleichterung gemäß Regel 24-2 in Anspruch genommen wird. Auf zwei unserer Spielbahnen verläuft dieser Zaun hinter der Ausgrenze, und damit ist er kein unbewegliches Hemmnis mehr – siehe Erklärung „Hemmnis“ und Entscheidung 24-2b/21. Es kommt nicht selten vor, dass ein Ball noch nicht im Aus ist, Stand oder Schwung aber durch den im Aus befindlichen Zaun behindert sind. Wie ist in dieser Situation zu verfahren?“
Wolf Grisard
53340 Meckenheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Sie könnten m. E., wenn möglich, die Ausgrenze nach hinten verlegen oder den Zaun auf die Innenseite der Ausgrenze oder im Aus weiter weg setzen. Ist der Elektrozaun auf dem Platz, so könnten Sie eventuell auch nach Platzregel Anhang I, Teil A.6. des Regelbuchs Drop-Zonen festlegen, auf denen Bälle fallengelassen werden dürfen oder müssen. Im Aus ist der Elektrozaun lediglich ein unbeweglicher künstlicher Gegenstand, sodass keine straflose Erleichterung nach Regel 24-2 erlaubt ist.
18.03.2010
Welche Bescheinigung?
„Welche Bescheinigung muss vorgelegt werden, um eine E-Cart-Erlaubnis bei erheblicher Gehbehinderung bei vorgabenwirksamen Turnieren zu bekommen, genügt eine ärztliche Bescheinigung oder muss ein Versorgungsausweis mit Hinweis ’G’ vorgelegt werden?“
Regine Beyer
67686 Mackenbach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Dies hat in der Ausschreibung (ggf. Wettspielordnung/Rahmenausschreibung) zu stehen und liegt im Ermessen der jeweiligen Spielleitung. Beispiel: Der Spieler hat ein Attest vorzulegen, das den Nachweis einer zeitweiligen Gehbehinderung erbringt, wobei der Grad der Behinderung zu belegen ist. Das Attest muss zeitlich begrenzt sein und verliert seine Gültigkeit nach Ablauf. Bei vorgabenwirksamen Wettspielen spielt der Spieler nur bezüglich der Preise außer Konkurrenz.
18.03.2010
Ball im Biotop?
„Ein Spieler spielt seinen Ball im Zählspiel vom Tee in Richtung Grün über ein als Wasserhindernis (WH) gekennzeichnetes Biotop. Sein Ball ist nicht zu sehen, er sucht eine Zeit lang und findet ihn nicht. Es wird an der Stelle, an der der Ball vermeintlich ins Biotop geflogen ist, nach WH-Regel 26-1b gedropt, gechippt und der Ball liegt im Loch, Par gespielt! Als er zurückgeht, findet er seinen ersten Ball am Rand des Fairways. Wie ist zu verfahren?“
Norbert Taepke
50996 Köln
Dr. Horst Frehsen antwortete
Der neu eingesetzte Ball wurde zum Ball im Spiel, der erste Ball galt als verloren. War es bekannt oder so gut wie sicher, dass der erste Ball im Biotop war, so durfte der Spieler die WH-Regel 26-1b anwenden und er hat das Loch mit Par beendet. Anderenfalls hätte er den anderen Ball nach Regel 27-1 spielen müssen und nicht nach Regel 26-1b. Der Spieler hätte vom falschen Ort gespielt und sich nach Regel 27-1 einen, und zusätzliche entsprechend Regel 20-7c, zwei Strafschläge zugezogen und das Loch mit der Schlagzahl 5 (zwei Schläge plus 3 Strafschläge) beendet, vorausgesetzt, dass kein schwerwiegender Verstoß vorlag (siehe hierzu Regel 20-7c und Entscheidung 26-1/3). Die Spielleitung muss dies vor Ort entscheiden.
18.03.2010
Ball richtig gedropt?
Setzen Sie das Spiel mit dem zweiten Ball fort ohne nach dem ersten Ball zu suchen. Sobald Sie mit dem zweiten Ball einen Schlag von dem Ort, an dem der erste Ball wahrscheinlich sein muss oder einen Punkt näher zum Loch als diesem Ort machen, ist der provisorische zweite Ball unter Strafschlag und Distanzverlust im Spiel, und der ursprüngliche erste Ball gilt als verloren. Der erste Ball darf aber vor Ihrem entscheidenden Schlag auf den zweiten Ball nicht innerhalb von fünf Minuten gefunden werden (Regel 27-2b und Entscheidung 27-2b/1), denn ist er weder verloren noch im Aus, so müssen Sie ihn weiterspielen (Regel 27-2c).
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, es ist nicht vorstellbar, dass ein Tourspieler straflos derart regelwidrig verfahren kann. Wahrscheinlich war der hintere Teil des WH, der nicht einsehbar ist, mit einer roten Linie für seitliches WH versehen (vgl. Entscheidung 33-2a/7). Der Spieler durfte dann nach Regel 26-1c den Ball innerhalb zweier Schlägerlängen und nicht näher zum Loch im Vorgrün fallen lassen.
18.03.2010
Ball regelkonform spielen?
„Wie kann ich regelkonform vorgehen, wenn mein provisorischer (zweiter) Ball gut liegt und ich denselben und nicht den ursprünglichen (ersten Ball) spielen möchte und diesen gar nicht suchen will?“
Michael Beierlein
76149 Karlsruhe
Dr. Horst Frehsen antwortete
Setzen Sie das Spiel mit dem zweiten Ball fort ohne nach dem ersten Ball zu suchen. Sobald Sie mit dem zweiten Ball einen Schlag von dem Ort, an dem der erste Ball wahrscheinlich sein muss oder einen Punkt näher zum Loch als diesem Ort machen, ist der provisorische zweite Ball unter Strafschlag und Distanzverlust im Spiel, und der ursprüngliche erste Ball gilt als verloren. Der erste Ball darf aber vor Ihrem entscheidenden Schlag auf den zweiten Ball nicht innerhalb von fünf Minuten gefunden werden (Regel 27-2b und Entscheidung 27-2b/1), denn ist er weder verloren noch im Aus, so müssen Sie ihn weiterspielen (Regel 27-2c).
18.03.2010
Regulärer Spielabbruch?
„Ich spiele 2er-Scramble/Herren in einem Flight gegen einen 2er-Scramble/Damen. Weil es blitzt und donnert spielen die Damen am Abschlag 18 nicht mehr weiter. Beide Herren schlagen am 18. Abschlag ab, aber mein Partner schließt sich den Damen an. Ich spiele alleine das Loch in Par zu Ende, es war kein Gewitterabbruch. Die Spielleitung hat mein Ergebnis der 18 aber nicht gewertet.
Dr. Udo Linde
90475 Nürnberg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Beim 2er-Scramble suchen sich die beiden Spieler nach den beiden Abschlägen den am besten platzierten Ball aus und schlagen beide von dieser Stelle ihren zweiten Schlag. Das wird mit den folgenden Schlägen bis zum Einlochen wiederholt. Es ist daher vorstellbar, dass Sie alleine weiterspielen konnten. Da Sie aber ohne Begleitung eines Zählers waren, haben Sie kein anerkennbares Ergebnis am 18. Loch erbracht. Sie hätten daher Ihr Spiel unterbrechen und die Spielleitung informieren müssen (Entscheidung 6-6a/2). Ihre Mitspieler waren ermächtigt, das Spiel zu unterbrechen, weil sie Blitzgefahr als gegeben ansahen. Dies ist eine der seltenen Gelegenheiten, in denen der Spieler de facto endgültig entscheidet
(Regel 6-8a und Entscheidung 6-8b/5).
18.03.2010
Hummel sitzt auf Ball?
„Auf meinem auf dem Fairway liegenden Ball setzte sich eine große Hummel, die sich durch alle scheuchenden Bewegungen nicht vom Ball weglocken ließ. Nach welcher Regel ist hier zu verfahren ohne einen Strafschlag zu bekommen bzw. ohne die Hummel zu verletzen?“
Peter Vey
60314 Frankfurt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Es kommt nur Regel 1-4 (nicht durch Regeln erfasste Einzelheiten, Entscheidung nach Billigkeit) in Betracht. Ich würde meinem Zähler meine Absicht ankündigen, dass ich einen Ball an einer Stelle fallen lasse, die eventuell mit Regel 1-4 und mit Regel 28c (Ball unspielbar) übereinstimmt und einen Ball innerhalb „einer“ Schlägerlänge von der Hummel, nicht näher zum Loch, fallen lassen und spielen. Bevor ich meine Zählkarte einreiche, würde ich nach Regel 6-6b zur Klärung der zweifelhaften Einzelheit bei der Spielleitung vorstellig werden und eventuell einen Strafschlag nach Regel 28c in Kauf nehmen, falls diese wider Erwarten eine straflose Erleichterung als zusätzliche Erleichterungsmöglichkeit nach Billigkeit nicht anerkennt – siehe Entscheidung 1-4/9 und 1-4/10 (beide revidiert 2010) und 3-3/11. Sicherheitshalber würde ich die Stellen des ursprünglichen und neu eingesetzten Balls auf dem Fairway markieren und ankündigen, dass Regel 1-4 gelten soll.
18.03.2010
Ursprünglicher Ball könnte im Aus sein?
„Ich spiele einen provisorischen Ball, nachdem mein ursprünglicher Ball im Aus sein könnte und sage dies auch an. Dann spiele ich ihn weiter weil ich wusste, dass mein ursprünglicher Ball weiter vorn sein muss. Ich gehe weiter nach vorn, finde meinen ursprünglichen Ball, der nicht im Aus war, und spiele ihn weiter. Mein Partner meinte allerdings, dass ich beim zweiten Schlag auf den provisorischen diesen als „provisorischen Ball“ hätte deklarieren müssen, sonst wäre er im Spiel. Ist das richtig?
Uwe Krüger
213-0001 Kawasaki/Japan
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, Ihre Verfahrensweise beim Spielen des provisorischen Balls ist regelkonform. Nach Regel 27-2a müssen Sie, wenn Sie einen provisorischen Ball „zu spielen beabsichtigen“, diesen ankündigen. Sie dürfen aber nach Regel 27-2b (ohne Ankündigungs-Verpflichtung) einen
provisorischen Ball spielen, bis Sie den Ort erreicht haben, an dem sich der ursprüngliche Ball mutmaßlich befindet.
18.03.2010
Was ist im Winter?
„Gibt es einen offiziellen Zeitraum für Winterregeln auf kurzgemähter Fläche?“
Thomas Menke
57439 Attendorn
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, vom 1. November bis 30. April eines Jahres sind vorgabenwirksame Bedingungen auch dann gegeben, wenn wegen erschwerter Spielbedingungen „Besser-legen“ gemäß vorgeschriebener Platz-regel – siehe DGV Spiel- und Wettspielhandbuch (2007-2010), Seiten 21 bis 22 – zeitlich unbegrenzt gestattet ist. Für die Zeit davor und danach muss der zuständige Landesgolfverband um Zustimmung befragt werden. Winterregeln bezüglich „Besserlegens“ sind aus dem Regelbuch Anhang I, Teil B, 4c bekannt.
18.03.2010
Wer erhält den Preis?
„In einem Turnier ist der Sonderpreis Nearest to the Pin ausgelobt. Neben den üblichen Meterentfernungen zur Fahne wird auch ein Hole-in-one gespielt. Wer erhält den Preis?“
Konrad Wesser
28195 Bremen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Beide Spiele sind in den Golfregeln nicht erwähnt, ausschlaggebend ist daher der eindeutige Wortlaut in der Ausschreibung. Ein Hole-in-one ist Nearest to the Pin, die Spielleitung muss entscheiden. In der Ausschreibung sollte für Klarheit gesorgt werden, z. B. dass beim Nearest to the Pin der Ball auf dem Grün bzw. im Loch liegen muss.
18.03.2010
Falscher Abschlag?
„In einem Wettspiel nach Stableford in Spanien spielt Spieler A an einem Abschlag von weiß ab, obwohl von gelb zu spielen war. Er gibt seinen Score an diesem Loch dem Zähler mit 1 über Par an, obwohl er von diesem darauf aufmerksam gemacht worden war, dass es vom falschen Abschlag gespielt habe. Spieler A bestreitet dies, der weiße Abschlag haben nicht ganz zwei Schlägerlängen hinter dem gelben gesteckt und er habe damit zweifellos regelkonform abgeschlagen. Zur Nachmessung ist es nicht gekommen, weder der Zähler noch die Turnierleitung sind an den betroffenen Abschlag gegangen. Später wird von anderen Spielern beanstandet, Spieler A, der das Wettspiel gewann, habe ja ein falsches Ergebnis für da Loch eingereicht.“
Dr. Jürgen Schlemann
83346 Bergen
Dr. Horst Frehsen antwortete
In der Tat ist nach Erklärung „Abschlag“ dieser zwei Schlägerlängen tief. Hatte der Bewerber A Recht, so galt an diesem Loch die angegebene Schlagzahl von 1 über Par. Hatte er nicht Recht, so wäre er nach einreichen der Zählerkarte gemäß Regel 32-2a (unter Berücksichtigung der Regeln 11-4b und 6-6d) zu disqualifizieren. Der Fall ist jetzt aber nach Beendigung des Wettspiels endgültig erledigt, es kann nicht mehr geklärt werden, wo sich die Abschläge befanden. Der Zähler hätte die Zählkarte des Bewerbers A mit der strittigen Schlagzahl, von deren Richtigkeit er nicht überzeugt war, nicht unterschreiben und den Sachverhalt der Spielleitung berichten müssen (Entscheidung 6-6a/4). Diese hätte dann vor Beendigung des Wettspiels und vor Einreichen des Zählerkarte den Abschlag nachmessen können, Spieler A hätte eventuell das fragliche Loch streichen müssen oder auch nicht.
18.03.2010
Erneute Erleichterung?
„Gemäß Platzregel müssen Junganpflanzungen (z. B. Bäume mit Pfählen) geschont werden und bei Behinderung muss Erleichterung nach Regel 24-2b (unbewegliches Hemmnis) genommen werden, was straflos ist. Ich nehme Erleichterung nach obiger Regel und lasse meinen Ball fallen. Beim Schwung würde ich aber Zweige oder Blätter des besagten Baums berühren. Darf ich erneut Erleichterung nehmen?“
Udo Wahl
45701 Herten
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nachdem Sie Erleichterung nach Regel 24-2b in Anspruch genommen hatten und der Ball in eine Lage gerollt war bzw. zur Ruhe kam, in der der Schwung nach wie vor „betroffen“ war (siehe Regel 24-2a), müssen Sie den Ball erneut fallen lassen, was straflos ist (Regeln 20-2c und 20-6). Abgesehen davon besteht ja generell die Gefahr, dass Sie beim Rückschwung ein Blatt abschlagen oder gegen einen Ast schlagen und sich dann wegen Verstoßes gegen die Platzregel zwei Strafschläge zuziehen könnten.
18.03.2010
Ball im Wasserhindernis
„Mein Mitbewerber (A) schlug mit dem 2. Schlag seinen Ball über ein Wasserhindernis (WH), und weil er den Ball nicht aufkommen sah, spielte er einen provisorischen Ball. Diesen zweiten Ball schlug er ohne Zweifel ins WH. Wir gingen um das WH herum um den ersten Ball zu suchen, fanden diesen aber nicht. Unserer Meinung nach konnte er nur im WH liegen. A ging nun zurück an die Stelle, an der er seinen ersten Ball geschlagen hat und schlug nach Regel 26 (Wasserhindernisse) einen weiteren Ball, dritter Ball aufs Grün und lochte mit zwei Putts ein. Seine Schlagzahl gab er mit sechs an, die Turnierleitung entschied gleichermaßen. Ist diese Entscheidung zutreffend?“
Werner Haust
55131 Mainz
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, aber nur, wenn es „bekannt oder so gut wie sicher ist“, dass der erste Ball in dem WH war (Regel 27-2b). Bekannt wäre es z.B., wenn der erste Ball im WH gefunden wird (Entscheidung 27-2a/2.2), so gut wie sicher ist es, wenn sich nachträglich herausstellt, dass es „so gut wie keinen Zweifel gibt“, dass der erste Ball im WH ist (Entscheidung 26-1/1). In diesen Fällen zählt der zweite Ball nicht, der dritte Ball ersetzt den ersten Ball und A beendet das Loch mit sechs Schlägen. A war berechtigt, einen provisorischen (zweiten) Ball zu spielen, weil aber der erste Ball nicht im WH gefunden wurde, muss es absolut glaubhaft und überzeugend sein, wieso es später so gut wie sicher sein konnte, dass der erste Ball doch im WH liegen muss. Anderenfalls wäre der zweite Ball im Spiel und A hätte das Loch mit 8 Schlägen beendet. Der Fall liegt aber anders, wenn es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten gar nicht möglich war, der ersten Ball außerhalb des WH zu verlieren und A dies bekannt war. Dann war der zweite Ball kein provisorischer Ball (Entscheidung 27-2a/2) sondern Ball im Spiel, und A hätte das Loch mit acht Schlägen beendet. Eine verbindliche Aussage lässt sich nur mit Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten treffen, was durch die Turnierleitung ja erfolgt ist. Resümee: Wem andere schwer zu verstehende Regelungen noch als böse Vorahnungen in Erinnerung sind, den kann jetzt nichts mehr erschrecken! Dem Thema „Wasserhindernisse“ widmet sich in aller Ausführlichkeit die Golfregel 26.
18.03.2010
Festlegen der Fahnenposition?
„Ist es erlaubt, dass an beiden Turniertagen der Clubmeisterschaft die Fahnenposition vorab von einem Mitbewerber festgelegt werden?“
Anne Brinkmann
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 33-2b sollten neue Löcher „nach Ermessen der Spielleitung“ gesetzt werden. Wenn der Mitbewerber nach Ermessen der Spielleitung handelt, vielleicht ja. Die Fahnenpositionen werden üblicherweise aber von der Spielleitung oder einem Platzrichter festgelegt.
18.03.2010
Wer bekommt den Preis?
„Beim Spiel „Nearest to the pin“ wird auch ein „Hole in one“ gespielt. Wer erhält den Preis?“
Konrad Wesser
28195 Bremen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ein Hole-in-one ist meines Erachtens Nearest-to-the-pin, die Spielleitung muss je nach Ausschreibung entscheiden, wer den Preis bekommt.
18.03.2010
Electrocart bei Clubmeisterschaft?
„Ist es erlaubt, bei den Clubmeisterschaften ein Elektro-Cart zu benutzen? Muss ein ärztliches Attest vorliegen oder liegt es im Ermessen des Spielführers, das zu erlauben?“
Gisa Rohrbeck
25980 Westerland/Sylt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn die Spielführung die Nutzung von Carts in Turnieren nicht verboten hat, können Sie ein Cart benutzen, weil in der Entscheidung 33-1/8 ausgeführt ist, dass dies nicht gegen die Golfregeln verstößt. Will der Club die Nutzung von Carts unterbinden, so hat dies in der Wettspielordnung/Rahmenausschreibung zu stehen. Bei körperlicher Behinderung, die das Absolvieren der Wettspielrunde ohne Cart nicht erlaubt, sollte die Benutzung bei Wettspielen gestattet sein, wobei Attestpflicht besteht – DGV-Vorgaben- und Spielbestimmungen (2007-2010), Seite 99. Bei Clubmeisterschaften ist die Benutzung von Carts in vielen Clubs von der Spielleitung verboten, alle Spieler müssen dann zu jeder Zeit der festgesetzten Runde zu Fuss gehen.
18.03.2010
Wind bewegt Ball?
„Ein Spieler will auf dem Grün seinen Ball im Spiel putten, als sich dessen Position durch einen Windstoß verändert. Muss der Ball unter Hinzurechnung eines Strafschlags zurückgelegt werden, wenn der Spieler lediglich seine Standposition bezogen hatte?“
Wolfgang Eitze
47906 Kempen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, der Spieler muss seinen Ball, wenn er dessen Bewegung nicht verursacht hat sondern eindeutige Beweisanzeichen dafür sprechen, dass er sich mehr oder weniger von selbst mit Hilfe des Windes bewegt hat, straflos weiterspielen wie er liegt, was durch die Entscheidung 18-1/12, 18-2a/7 und 18-2b/1 bestätigt wird. Wind ist keine „äußere Einwirkung (outside agency)“, sodass Regel 18-1, wonach der Ball straflos zurückzulegen wäre, nicht zur Anwendung kommt – siehe Erklärung „Nicht zum Spiel gehörig“. Der Ball hätte unter Hinzurechnung eines Strafschlags nach Regel 18-2b zurückgelegt werden müssen, wenn er schon angesprochen war, als er sich bewegt hat, weil der dann vom Spieler als bewegt gegolten hätte. Die der Regel 18-2b innewohnende Vermutung, das Ansprechen des Balls habe seine Bewegung verursacht, gilt dann als begründet, weil Wind (im Gegensatz zu anderen unmittelbaren Einwirkungen – vergleiche Entscheidung 18-2b/11) keine äußere Einwirkung ist. Da der Spieler aber nur die Standposition bezogen und seinen Schläger nicht auf dem Grün aufgesetzt hatte, war der Ball im Sinne der Erklärung „Ansprechen des Balls“ nicht angesprochen. Bei starkem Wind sollte man daher den Ball auf dem Grün tunlichst nicht ansprechen, indem man einfach seinen Putter nicht aufsetzt.
18.03.2010
Die Frage der Ehre?
„Geht man bei der Frage der Ehre ab dem zweiten Abschlag beim Stableford-Spiel mit Vorgabe von dem Brutto- oder dem Nettoergebnis aus? Ich denke, dass man von der Nettowertung ausgeht, obwohl in der Praxis Bruttoschläge zu Grunde gelegt werden.“
Lutz Frischmann
98678 Saargrund
Dr. Horst Frehsen antwortete
Bei Vorgabezählspielen nach Stableford hat derjenige Spieler mit dem niedrigsten Nettoergebnis am Loch zuvor am nächsten Abschlag die Ehre – Regel 32-1. Im Vorgabezählspiel ohne Stableford-Wertung werde die Vorgabeschläge erst nach Beendigung der Runde abgezogen und nicht an bestimmten Löchern, sodass hier die Ehre entsprechend der Bruttoschlagzahlen an einem Loch bestimmt wird.
18.03.2010
Ball trifft Richtungspfahl
„Auf dem Abschlag 5 schlug bei uns bei einem 9-Löcher-Turnier unser Pro als Erster ab und traf mit seinem Ball einen Richtungspfahl. Der Ball wurde abgelenkt, war aber noch gut spielbar. Der Pro wiederholte den Abschlag straflos und fing somit wieder bei Schlag 1 an, stimmt das?“
René Lennert
91052 Erlangen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nur wenn eine Platzregel die Wiederholung des Schlags vorschreibt oder erlaubt, muss bzw. darf der Schlag straflos wiederholt werden. Ansonsten gilt so etwas als Spielzufall, und der ursprüngliche Ball muss nach Regel 19-1 straflos weitergespielt werden wie er liegt, siehe Entscheidung 19-1/1.
18.03.2010
Ball durch Windboe bewegt?
„Ich habe den Ball aufgeteet. Dann beginne ich mit dem Rückschwung. Nach dem Übergang bemerke ich, wie plötzlich, veranlasst durch eine Windböe, der Ball vom Tee fällt. Obwohl ich den Schlag abbrechen konnte, kommt es zum Ballkontakt. Ist der Ball im Spiel?“
Björn Eggestein
38440 Wolfsburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, wenn Zweifel möglich sind (siehe unten). Es war Ihnen nicht gelungen, nach Beginn des Abschwungs am Ball vorbei zu schwingen, und so muss davon ausgegangen werden, dass Sie einen Schlag gemacht haben, als Sie den Ball trafen. Bei irgendeinem Zweifel hinsichtlich Ihrer Absicht muss gegen Sie entschieden werden – vergleiche Entscheidung 14/1.5. Sie haben nicht
gegen Regel 14-5 (Spielen eines Balls in Bewegung) verstoßen, weil der Schlag schon begonnen worden war, als sich der Ball, der ja auch noch nicht im Spiel war, zu bewegen begann. Wind ist übrigens keine äußere Einwirkung - siehe Erklärung „Nicht zum Spiel gehörig“.
18.03.2010
Ball vom Mitspieler ausleihen?
„Darf ich mir in einem vorgabenwirksamen Golfturnier oder in einem Ligaspiel ein Tee oder einen Golfball von einem Mitspieler ausleihen?“
Bernd Siebert
31840 Hees-Oldendorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, es sei denn, es gilt nach Wettspielausschreibung die „Ein-Ball-Regelung“ (siehe Anhang I, Teil C, 1c des Regelbuchs), wonach Marken und Typen von Bällen während einer festgesetzten Runde nicht gewechselt werden dürfen. Tees dürfen ausgeliehen werden - siehe Entscheidung 5-1/5.
18.03.2010
Straflose Erleichterung
„Ein Ball liegt zwischen den Auspfosten aber nicht im Aus und noch spielbar, aber der Schwung ist durch eine Planke beeinträchtigt, welche die Auspfosten verbindet. Diese Planke befindet sich selbst vollständig im Aus und ist nicht Bestandteil des Platzes. Darf ich nun straflose Erleichterung in Anspruch nehmen?“
Alexander Regler
85570 Markt Schwaben
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, jeder Teil eines unbeweglichen künstlichen Gegenstands im Aus ist kein Hemmnis, siehe Erklärung „Hemmnisse“. Somit sehen die Regeln keine straflose Erleichterung vor, und der Ball muss gespielt werden wie er liegt, siehe Entscheidung 24-2b/21.
18.03.2010
Droppen im Bunker?
„Vor dem Grün befindet sich ein gelb markiertes Wasserhindernis (WH) und unmittelbar vor dem WH ein Bunker, zwischen Bunker und WH existiert keine Dropmöglichkeit, weil das Wasser unmittelbar schräg an den Bunker angrenzt. Ein Spieler spielt nun seinen Ball vom Fairway in den Bunker und von dort in das WH. Kann der Spieler unter Hinzurechnung eines Strafschlags den Ball soweit als möglich zurück auf dem Fairway droppen, oder muss er im Bunker droppen?“
Dieter Fuchs
55411 Bingen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn der Spieler nach Regel 26-1b verfährt, kann er einen Ball in beliebiger Entfernung hinter dem Wasserhindernis fallen lassen, wobei der Kreuzungspunkt am Wasserhindernis auf gerader Linie zwischen dem Loch und der Stelle, an der der Ball fallengelassen wird, liegen muss. Nur wenn der Spieler nach Regel 26-1a verfahren will, müsste er den Ball im Bunker fallen lassen, und zwar so nah wie möglich an der Stelle, von der der ursprüngliche Ball zuletzt gespielt wurde (siehe Regel 20-5).
18.03.2010
Ball straffrei droppen?
„Mein Ball fliegt nach dem Abschlag nach rechts und landet neben einem befestigten Weg. Meine Standposition für den nächsten Schlag ist auf dem Weg. Kann ich in diesem Fall auch straffrei den Ball droppen?“
Thomas Menke
57439 Attendorn
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, der Weg ist ein unbewegliches Hemmnis - siehe Erklärung „Hemmnisse“. Wenn die Standposition durch ein Hemmnis betroffen ist, dürfen Sie nach Regel 24-2b (I) straflos Erleichterung in Anspruch nehmen. Der Weg sollte aber eine künstlich angelegte Oberfläche haben und Begrenzung aufweisen. Andernfalls müsste eine Platzregel existieren - siehe Anhang I, Teil A 5c des Regelbuchs. Wenn Ihr Ball, wie Sie schreiben, im Wald fallen gelassen werden muss, kann er auf dem Weg auch straflos gespielt werden wie er liegt (Regel 13-1) oder mit Strafschlag für unspielbar gehalten werden (Regel 28).
18.03.2010
Handicap-Regelung
„Beim letzten Turnier hatte ich (Hcp 36,0) nur 27 Nettopunkte erreicht. In der offiziellen Liste tauchte nun das Hcp 36,2 auf, was mir niemand, auch das Clubsekretariat nicht, erklären konnte. Ich spiele unweit von Saarbrücken im Golfclub Sarreguemine, in dem der Eindruck erweckt wird, dass man hier nach DGV-Vorgabensystem spielt. Jeder glaubt hier zu wissen, dass man die 36, sofern erst mal erreicht, nie wieder verlieren kann. Inzwischen hat aber ffgolf in Paris mitgeteilt, dass 36,2 in Ordnung ist und man im Falle eines Falls sogar bis 53,4 hochgestuft werden kann.“
Birgit Grebenstein
F-57980 Diebling
Dr. Horst Frehsen antwortete
Bei uns kann nach DGV-Vorgabensystem bei einem vorgabenwirksamen Ergebnis, das weniger Stableford-Nettopunkte als die auf seine DGV-Stammvorgabe anwendbare Pufferzone aufweist, eine DGV-Stammvorgabe meines Erachtens höchstens auf 36,0 heraufgesetzt werden. Im Bereich der Clubvorgabe erfolgt keine Heraufsetzung - siehe DGV-Vorgabensystem (2007-2010), Seite 40. Dies wurde auch von der zuständigen DGV-Geschäftsstelle in Wiesbaden bestätigt.
18.03.2010
Provisorischer Ball
„Wir haben auf unserem Platz einen Graben, der sich quer durch das Gelände zieht, als Biotop geschützt und als frontales Wasserhindernis gekennzeichnet ist. Vor dem Graben ist jeweils eine Drop-Zone eingerichtet, die genutzt werden kann. Entsprechend Anhang I, Teil B 1 des Regelbuchs soll zugelassen werden, dass ein Ball provisorisch nach Regel 26-1 gespielt werden kann. Das dürfte unproblematisch sein, aber ist es zulässig, einen solchen Ball auch provisorisch aus der Drop-Zone zu spielen?“
Hans-Henning Weiher
38259 Salzgitter
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, denn gemäß obigem Anhang kann der Ball auch provisorisch „nach einer anwendbaren Platzregel“ gespielt werden. Die Drop-Zonen sind von der Spielleitung festgelegte Flächen, auf denen nach anwendbarer Platzregel Bälle fallen gelassen und gespielt werden dürfen. Es sollte aber die Musterplatzregel vom R&A Rules Limited im Anhang des Regelbuchs von 2008 von der Spielleitung übernommen oder wenigstens erwähnt worden sein.
18.03.2010
Punkte abgezogen, zu Recht?
„Bei einem privaten Turnier habe ich als Senior von Blau abgeschlagen, die anderen Mitspieler von Gelb. Ich hatte das Turnier gewonnen, dieses löste aber Protest aus, ich wurde unter Verlust von vier Punkten von Herren Gelb gewertet und war kein Sieger mehr. Gibt es grundsätzliche Seniorenabschläge?“
Theodor Luther
50765 Köln
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Sie haben von den blauen Abschlägen einen kürzeren, getrennt vermessenen Platz gespielt als von den gelben Abschlägen für einen längeren Platz. Deshalb erfolgte eine Umrechnung Ihrer Vorgabe, wobei offenbar vier Vorgabenschläge verloren gingen. Ein Ausgleich für Senioren wäre lediglich die Anpassung der Vorgabe an die tatsächliche Spielstärke durch den Vorgabenausschuss des Heimatclubs.
18.03.2010
Nearest-to-the-pin
„Gilt der Wettbewerb ’Nearest to the Pin’ nur auf dem Grün, oder ist das Vorgrün auch mit einbezogen?“
Bernd Siebert
31840 Hess.-Oldendorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das Spiel ist in den Golfregeln nicht erwähnt, ausschlaggebend ist daher
ein eindeutiger Wortlaut in der Ausschreibung. Wenn dort nichts steht,
müsste der dem Fahnenstock am nächsten liegende Ball zählen. Im
Allgemeinen zählt der erste Schlag des Spielers auf diesem Loch, und der
Ball muss auf dem Grün (bzw. im Loch) liegen. Die Entfernung darf
übrigens erst gemessen werden, wenn alle Spieler der Gruppe das Loch
beendet haben.
21.10.2009
Harken mit Strafschlag?
„Auf der Runde spiele ich meinen Ball in einen Fairwaybunker, nach Beenden des Bunkerschlags harke ich den Bunker, setze meine Spielrunde fort, lande mit dem dritten Schlag in einem Grünbunker, spiele meinen Ball aufs Grün und harke den Bunker. Mein Mitspieler war der Meinung, ich hätte mir Strafschläge zugezogen, weil ich den Fairwaybunker nicht hätte harken dürfen (Prüfung der Beschaffenheit des Hindernisses).“
Karen Hoff
25852 Bordelum
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, Ihr Ball war nach jedem Bunkerschlag außerhalb des Bunkers, sodass Sie den Sand ohne Einschränkungen in den jeweiligen Bunkern einebnen durften. Allein schon deshalb konnten Sie durch das Harken des Fairwaybunkers die Beschaffenheit eines der Bunker nicht geprüft haben. Strafschläge hätten sich andernfalls auch nur beim Schlag aus dem Fairwaybunker ergeben – siehe Regel 13-4, insbesondere Ausnahme 2 (und 3). Wenn Sie dort oder im Grünbunker gegen Regel 13-4 verstoßen hätten, wären Sie mit zwei Strafschlägen bestraft worden.
21.10.2009
Golfschuhe für Caddies?
„Bei Golfübertragungen im Fernsehen fällt mir auf, dass die Caddies immer nur Joggingschuhe aber nie Golfschuhe tragen. Gibt es dafür einen Grund?“
Klaus Heuchemer
63500 Seligenstadt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Vielleicht weil eine Spielleitung zur Schonung des Platzes in der Ausschreibung eines Wettspiels die Benutzung von Golfschuhen mit Spikes verbieten darf – siehe Entscheidung 33-1/14.
21.10.2009
Pro als Zähler
„Im Heft vom Juni 2009 gibt man zu verstehen, dass ein von der Spielleitung bestimmter Pro als Zähler für einen Amateur bei EDS-Runden tätig sein darf. Gemäß DGV-Vorgabensystem Ziffer 17.6 muss der Zähler aber eine Stammvorgabe haben, Golfprofessionals spielen aber weltweit ohne Vorgabe.“
Brian Gray
03058 Komptendorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, das ist so, ich hatte mich an der Erklärung „Zähler“ der Golfregeln orientiert, wonach ein Zähler jemand ist, den die Spielleitung bestimmt hat (one who is appointed by the Committee).
Nach Golfregel sollte eigentlich die Spielleitung eines jeden Clubs entscheiden, ob die Pros Zähler sein dürfen.
21.10.2009
Ball im Heu
„Bei einem vorgabenwirksamen Turnier waren die Roughs frisch gemäht, das Heu noch nicht entfernt und lag lose und gewendet auf dem Boden. Was gilt, wenn der Ball im Heu unauffindbar oder wenn er auf dem Heu liegend kaum zu spielen ist?“
Friedrich Rulle
48663 Coesfeld
Dr. Horst Frehsen antwortete
Bei Ballverlust gilt Regel 27-1, ansonsten muss der Ball gespielt werden, wie er liegt oder für unspielbar gehalten werden (Regel 28), weil diese Stellen durch Platzregel von der Spielleitung nicht zu Boden in Ausbesserung (BiA) erklärt worden waren, was m. E. nachvollziehbar ist. Das Heu war auch nicht „zur Beseitigung angehäuft“, sondern zum Trocknen liegen gelassen, sodass Regel 25-1 (Erleichterung bei Behinderung durch BiA) per se nicht anwendbar war (vgl. die Erklärung BiA). Da an jenen Stellen ursprünglich hohes Rough war, hätte ein Ball auch vorher dort unauffindbar oder kaum spielbar sein können. Im Zweifelsfall konnte man nach Regel 3-3 (Zweifel über Spielweise) verfahren und zwei Bälle spielen. Das Heu darf übrigens straflos fortbewegt werden, aber der Spieler darf nicht verursachen, dass sich der Ball bewegt (Regel 23-1).
21.10.2009
Ball verwechselt
„Bei einem privaten Zählspiel habe ich einen Titleist vom Abschlag in dickes Gras geschlagen und einen Pinnacle als provisorischen Ball nachgespielt, beide Bälle hatte ich angesagt. Auf dem Weg zum ersten Ball wurde ich von einem Mitspieler nach der Ballmarke gefragt und verwechselte tatsächlich die Marke des ersten Balls mit der des zweiten Balls. Der Titleist wurde gefunden, nach einem Schlag auf ihn hob der Mitspieler den Pinnacle auf und erklärte Strafschläge wegen Spielen eines falschen Balls, ist das berechtigt?“
Heiko Heers
A-2371 Hinterbrühl
Dr. Horst Frehsen antwortete
Dies hätte im Wettspiel die Spielleitung unter Berücksichtigung der Regel 27-2 vor Ort nach Billigkeit (Regel 1-4) entscheiden müssen. Sie hatten die Bälle angesagt und waren auf dem Weg zum ersten Ball, wo der Titleist gefunden wurde, sodass eine irrtümlich falsche Ballansage für die Mitspieler im privaten Spiel eigentlich hätte glaubhaft sein können. Die Mitspieler sind, wie die Zähler, auch keine Platzrichter (siehe Erklärung „Zähler“). Vielleicht hätten Sie einfach nicht mehr weiterspielen sollen.
21.10.2009
Erneut vom Abschlag spielen
„Ein vorn und hinten mit gelben Pfählen gekennzeichnetes Wasserhindernis (WH) vor dem Grün eines Par 3 ist links durch dichtes Buschwerk begrenzt, und auf der linken Seite stehen hinter dem WH Bäume. Ein Ball überquert das WH, dreht nach links, trifft einen der Bäume und fliegt rückwärts in das WH. Man muss doch jetzt entweder seinen Ball jenseits auf der verlängerten geraden Linie Fahne – letzter (dritter) Kreuzungspunkt fallen lassen oder, da er dort praktisch unspielbar wäre, erneut vom Abschlag spielen?“
Bernhard Beer
26871 Papenburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, in solch einem Fall wird man einen Ball mit einem Strafschlag gemäß Regel 26-1a (Erleichterung für Ball im WH) vom Abschlag spielen, weil der ursprünglichen Ball von dort zuletzt gespielt wurde (Regel 20-5).
21.10.2009
Bälle, Wut & Wald
„Bei einem auswärtigen Turnier war vom Abschlag von dem vor uns spielenden Flight nichts zu sehen. Da ein Bag am Waldrand stand, vermuteten wir den Flight beim Ballsuchen im Wald. Nach kurzer Zeit kam ein Spieler gestikulierend aus dem Wald und verschwand sofort wieder zwischen den Bäumen. Wir glaubten beide, dass wir durchspielen sollten, schlugen daraufhin Mitte Fairway ab, als kurz danach der Flight aus dem Wald kam und ein Spieler wütend unsere Bälle absichtlich in den Wald schlug. Der Spieler wurde nach dem Spiel lediglich mit zwei Strafschlägen bestraft, er hat sich bei uns weder entschuldigt noch für die Ballverluste Entschädigung angeboten. Wäre da nicht eine höhere Strafe angebracht?“
Rosemarie Thimm-Neubert
81247 München
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Die Spielleitung hatte sich vor Ort offenbar an der Entscheidung 1-4/4 orientiert, wonach ein Spieler zwei Strafschläge erhält, wenn er verärgert einen Ball, den ein Spieler der nachfolgenden Gruppe gespielt und ihn beinahe getroffen hat, in die Richtung dieser Spielgruppe zurückschlägt. Das ist an sich in Ordnung, weil aber zwei Bälle in den Wald geschlagen, nicht ersetzt wurden und niemand beinahe getroffen werden konnte, hätte man besser nach Regel 33-7 wegen eines schweren Etiketteverstoßes die Strafe der Disqualifikation verhängen können. Sie konnten straflos beide einen anderen Ball von den ursprünglichen Stellen Mitte Fairway weiterspielen (siehe Regeln 18-1, 18 Anmerkung 1 und 3 sowie 20-3c).
21.10.2009
Putter bewegt Ballmarker
„Ich hatte beim Turnier auf dem Grün meinen Ball markiert, als eine Mitspielerin mich darauf aufmerksam machte, dass mein Ballmarker nicht fest auf dem Grün aufliege und ich dies korrigieren solle. Ich habe ihn daraufhin mit meinem Putter leicht nach unten gedrückt. Beim Abheben des Putters stellte ich fest, dass der Ballmarker am Putter hängengeblieben war. Ich hab ihn dann an den ursprünglichen Punkt zurückgelegt, war ein Strafschlag gerechtfertigt?“
Ingrid Rose
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, weil das versehentliche Bewegen des Ballmarkers „unmittelbar auf die eigentliche Handlung von Kennzeichnen der Lage oder Aufnehmen des Balls zurückzuführen ist“ (is directly attributable) – siehe Regel 20-1. Das Niederdrücken des Ballmarkers ist als Teil vom Kennzeichnen der Lage des Balls anzusehen – vgl. Entscheidungen 20-1/6, -1/12 und -1/15. Voraussetzung ist, dass der Ball anfangs korrekt markiert worden war (Regel 20-1, Anmerkung).
21.10.2009
Unauffindbarer Ball
„Mein Ball rollt ins Rough und wird nicht mehr gefunden. Darf ich jetzt nach Regel 28 (Ball unspielbar) auf der verlängerten Linie zur Fahne (Regel 28b) oder innerhalb von zwei Schlägerlängen (Regel 28c) mit einem Strafschlag einen anderen Ball droppen und spielen? Im Falle der Wasserhindernis-Regel – Regel 26-1 – kann die Dropstelle vom Spieler auch nur ungefähr festgelegt werden.“
Dietmar Hawlitzky
76646 Bruchsal
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, da die Regeln 28b und c ausdrücklich auf die Stelle des gespielten Balls Bezug nehmen, müssen Sie Ihren Ball gefunden und identifiziert haben, um nach diesen Wahlmöglichkeiten nach Regel 28 vorzugehen – Entscheidung 28/1. Bei Ball im Wasserhindernis kann in der Tat die Kreuzungsstelle nach bestem Wissen und Gewissen bestimmt werden (vgl. Entscheidung 26-1/17). Übereinstimmungen in der Verfahrensweise sind aber in unterschiedlichen Regeln nicht voraus-zusetzen. Es besteht auch ein Unterschied: Bei Ballverlust im Rough wird a.) die Fluglänge und b.) die gespielte Linie, bei Ballverlust im Wasserhindernis nur a.) oder b.) geschätzt. Zudem ist alles möglich – auch das Gegenteil.
21.10.2009
Platzregel für Maulwurfshügel
„Ist eine Platzregel, wonach ein Spieler bei Maulwurfshügeln Erleichterung „nur für die Lage des Balls, nicht für die Standposition des Spielers“ in Anspruch nehmen darf, ein Verstoß gegen Regel 25-1?“
Kurt Dorner
97070 Würzburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, nach Anmerkung zu Regel 25-1a (Ungewöhnlich beschaffener Boden, Behinderung) darf die Spielleitung eine Platzregel erlassen, die besagt, dass eine Behinderung nicht gegeben ist, wenn nur die Standposition des Spielers betroffen ist. Diese Platzregel wird bevorzugt im Rough zur Anwendung gebracht. Der Spieler muss sich dann unter Umständen auf den Hügel stellen und zertrampelt ihn, das Werk eines stillen und emsigen Tempelbauers, den es bei der Nahrungssuche nach Regenwurm und Engerling – auch Leckerbissen der Chinesen – von unten nach oben getrieben hatte. Ist jedoch nur der Raum des beabsichtigten Schwungs oder die Lage des Balls betroffen, so darf der Spieler Erleichterung in Anspruch nehmen.
21.10.2009
Zählweise beim Chapman-Vierer?
„Über die Zählweise beim Chapman-Vierer gibt es bei uns Diskussionen. Wie ist zu verfahren, wenn A’s Ball ins Aus fliegt und B’s Ball gut liegt; wenn A’s Ball gut liegt und B’s Ball im Rough nicht gefunden wird oder wenn beide Bälle nach dem Abschlag im Rough nicht gefunden werden?“
Wolfgang Döring
68766 Hockenheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Beim Chapman-Vierer schlagen beide Spieler vom Abschlag ab, machen dann jeweils den 2. Schlag „über Kreuz“ mit dem Ball des Partners, und erst danach wird der Ball ausgewählt und das Loch wie beim regulären Vierer zu Ende gespielt. Es muss die Regel 29 (Vierer) gelten, wonach Strafschläge die Spielfolge nicht berühren. Im 1. Fall macht Spieler A seinen zweiten Schlag mit B’s Ball und Spieler B kann nach Regel 27-1 mit Strafschlag und Distanzverlust mit dem zweiten Schlag einen Ball vom Abschlag spielen (siehe Regel 20-5), der mit 3 liegt. Im zweiten Fall spielt B mit seinem zweiten Schlag A’s Ball, und A kann zum Abschlag zurückgehen und mit dem zweiten Schlag einen Ball neu abschlagen, sein Ball liegt dann mit 3. Im dritten Fall dürfen beide Spieler zum Abschlag zurückgehen und über Kreuz den zweiten Schlag mit einem Ball machen, wobei beide Bälle mit 3 liegen. In allen drei Fällen wird dann ein Ball ausgewählt. Wurde im zweiten oder dritten Fall über Kreuz ein provisorischer Ball gespielt, so hätte er, wenn er im Spiel war, mit 3 gelegen. Da dieses Spiel in den Golfregeln nicht aufgeführt ist, wäre hier eine Ausschreibung erforderlich. Anmerkung: Beim gemischten Chapman-Vierer muss nach Regel 20-5 (nächster Schlag von der Stelle eines vorhergegangenen machen) eventuell die Dame den zweiten Schlag vom Herrenabschlag bzw. der Herr vom Damenabschlag machen!
21.10.2009
Ball im Wasserhindernis
„Beim Anspielen eines Inselgrüns mit Schilfgürtel aus ca. 100 Metern Entfernung sind alle Mitspieler sicher, dass der Ball im Wasserhindernis (WH) verloren sein muss. Der Spieler wendet die frontale WH-Regel an und spielt einen neuen Ball aufs Grün. Beim Betreten des Inselgrüns liegt der vorher nicht sichtbare erste Ball hinter dem Schilf außerhalb des WH, er war offenbar abgelenkt worden. Der Spieler spielt den neuen Ball inklusive Strafschlag zu Ende. Nach der Runde wird behauptet, er habe einen falschen Ball gespielt, er hätte einen provisorischen Ball spielen müssen. Es gibt aber kein Rough oder Aus an dieser Stelle. Sollte man nach jedem Schlag in ein WH zunächst die Umgebung absuchen?“
Claudia Mohr
67122 Altrip
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Nach Regel 27-2a und Entscheidung 27-2a/3 hätte der Spieler nur dann einen provisorischen Ball spielen dürfen, wenn der erste Ball vernünftigerweise auch außerhalb des WH verloren oder im Aus sein konnte, er müsste das auch nicht tun. War es bei Anwenden der WH-Regel bekannt oder so gut wie sicher, dass der erste Ball im WH war, so durfte der Spieler in dieser Situation nach Regel 26-1b verfahren. Aus Ihrem Anschreiben geht deutlich hervor, dass der erste Ball so gut wie sicher im WH sein musste. Der neue Ball auf dem Grün lag also dann mit 3, der erste Ball galt als verloren – siehe Entscheidung 26-1/3. Hätten Zweifel bestanden, so hätte der Spieler den neuen Ball nach Regel 26-1a von der Stelle des vorhergehenden Schlags spielen können, dieser wäre dann auf jeden Fall im Spiel – siehe Entscheidung 26/6.
21.10.2009
Wertung nach Turnierabbruch
„Ein Stableford-Wettspiel musste wegen Gewitters abgebrochen werden, 80 Prozent der Spieler beendeten das Spiel, acht Flights nicht. Für die 80 Prozent der Spieler war das Turnier vorgabenwirksam, für die Spieler der acht Flights nicht. Ist das o. k.?“
Hugo Schlumpf
CH-8027 Zürich
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, bei den Spielern, die ihr Turnier nicht beenden konnten, zählen nur die bereits erfolgten Unterspielungen ihrer Vorgaben.
21.10.2009
Ball im Aus?
„Bei unserem Platz ist an der Bahn 14 auf der linken Seite eine Ausgrenze, weil dort eine öffentliche Straße verläuft. Hinter der Straße ist wieder eine Ausgrenze, danach die Spielbahn 13. Wenn ich einen Ball über beide Ausgrenzen aufs 13. Fairway spiele, ist er dann im Aus?“
Andreas Fritz
27383 Scheeßel
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, durch das Setzen von Auspfosten auf beiden Seiten der Straße ist eine interne Ausfläche definiert worden. Nach Erklärung „Aus“ ist ein Ball dann im Aus, wenn er vollständig im Aus liegt. Das Überfliegen des Ausbereichs ist irrelevant, entscheidend ist nur, wo der Ball letztendlich liegt. Ihr Ball auf dem Fairway 13 ist daher im Spiel und muss weitergespielt werden. Er wäre nur dann im Aus, wenn eine Platzregel dies vorschreibt – Entscheidung 27/20.
21.10.2009
Ball verloren
„Mir ist mein Ball weit in eine dicke Hecke auf dem Platz geflogen, der provisorische Ball landet auf dem Fairway. An den Ball in der Hecke kam ich wegen des zu dichten Gestrüpps nicht heran, auch eine Ballangel half nicht. Mein Mitspieler bestand darauf, dass ich den Ball heraushole. Ist er im Recht?“
Dirk Blankart
51145 Köln
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Wenn der Ball nicht innerhalb von fünf Minuten als Ihr eigener Ball identifiziert werden kann, gilt er als verloren, und der provisorische Ball wird unter Strafschlag und Distanzverlust zum Ball im Spiel – siehe Regel 27-2b und Entscheidung 27/15. Wenn der gefundene Ball als Ihr Ball identifiziert ist, ist er im Spiel und kann nach Regel 28 (Ball unspielbar) für unspielbar gehalten werden, was einzig und allein Ihrer Entscheidung unterliegt. Nach Regel 28 dürfen Sie, wenn Sie nach dieser Regel verfahren, mit einem Strafschlag einen anderen Ball einsetzten. Wie dabei vorzugehen ist, muss der Regel 28a bis c entnommen werden.
21.10.2009
Übungsschwünge
„Beim letzten Turnier entbrannte die Diskussion, ob Übungsschwünge anzukündigen seien, um Probeschwünge von Luftschlägen unterscheiden zu können. Ich bin der Meinung, dass gemäß Regel 7-2, Anm. 1, Übungsschwünge überall erlaubt sind, sofern keine Regel verletzt wird, dass Luftschläge dem Zähler mitgeteilt werden müssen und man weit genug weg vom Ball
seine Übungsschwünge tätigen soll. Wie sehen Sie das?“
Ulrich Kuhn
78727 Oberndorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Genauso, angekündigt werden z. B. nach Regel 3-3a ein zweiter Ball oder nach Regel 27-2a ein provisorischer Ball. Bei Übungsschwüngen sollte man unbedingt weit genug vom Ball im Spiel entfernt sein, weil man dann z. B. keinen Schlag auf ihn gemacht, ihn nicht versehentlich bewegt und seine Spiellinie oder den Raum des beabsichtigten Schwungs nicht verbessert haben kann.
21.10.2009
Chip trifft Ball
„Mein Ball liegt außerhalb des Grüns, der Ball meines Gegners im Lochwettspiel 1,5 Meter hinter der Fahne auf dem Grün. Mein Gegner fragt mich, ob er seinen Ball markieren soll. Da er mich nicht gestört hat, habe ich verneint. Mit meinem Chip habe ich seinen Ball getroffen, hab ich deswegen das Loch verloren, und wie ist bei gleicher Situation im Zählspiel zu entscheiden?“
Hannes Messmer
A-9500 Villach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Im Loch- und Zählspiel ist der Fall straflos, Sie müssen Ihren Ball spielen wie er liegt, und der bewegte Ball muss zurückgelegt werden – Regeln 18-5 und 19-5. Wird im Zählspiel von der Spielleitung festgestellt, dass Sie und Ihr Mitspieler übereingekommen sind, den Ball auf dem Grün nicht aufzunehmen, der Sie unterstützen könnte, z. B. als Ballstopper, so sind sie beide disqualifiziert – Regel 22-1 und Entscheidung 22/6 (revidiert). Da weder Ihr Mitbewerber noch Sie sich offenbar bewusst waren, dass sie gegen Regel 22-1 (Ball unterstützt Spiel) hätten verstoßen können, konnte zwischen Ihnen auch keine Übereinkunft getroffen worden sein, diesen Verstoß außer Acht zu lassen.
21.10.2009
Ball bewegt, straflos?
„Beim Warten auf den nächsten Schlag wurde ein noch nicht angesprochener Ball durch Schwingen eines Schlägers ca. 3 Meter nach vorne bewegt. Muss der Ball zurückgelegt werden, und ist dies straflos?“
Stefan Josef Schober
E-03190 Pilar de la Horadada
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Erklärung „Schlag“ ist das die Vorwärtsbewegung des Schlägers, ausgeführt „in der Absicht“, nach dem Ball zu schlagen und ihn zu bewegen. Wenn der Spieler seinen Ball im Spiel schlagen wollte, so gilt der Schlag, und der Ball muss gespielt werden, wie er liegt. Hatte er nicht die Absicht, den Ball zu bewegen, und ihn versehentlich z. B. bei einem Übungsschwung bewegt, so hat er sich einen Strafschlag zugezogen, und der Ball muss zurückgelegt werden – Regel 18-2a.
20.10.2009
Provisorischer Ball
„Ist es richtig, den provisorischen Ball weiterzuspielen, ohne vorher den ersten Ball als verloren zu geben und wenn nicht verloren gegeben, wenigstens danach kurz zu suchen?“
Ingrid Sturmberg
Bergisch-Gladbach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, wenn man (versehentlich oder absichtlich) von dem Ort, an dem der ursprüngliche Ball wahrscheinlich sein muss oder von einem Punkt näher zum Loch als dieser Ort einen Schlag mit dem provisorischen Ball macht, so gilt der ursprüngliche Ball als verloren und der provisorische Ball wird unter Strafschlag und Distanzverlust (Regel 27-1) zum Ball im Spiel – siehe Regel 27-2b und Erklärung „Verlorener Ball“, Abschnitt (b). Ein Ball im Spiel wird nicht einfach durch eine bloße Erklärung aufgegeben, sondern er gilt durch die Handlungen gemäß der Abschnitte (a) bis (e) obiger Erklärung als verlornen, egal ob der Spieler etwas dazu sagt – vgl. Entscheidungen 27/16 und 27- 2b/1. Ein Spieler muss seinen ursprünglichen Ball nicht suchen, er gilt als verloren, wenn nach Regel 27-2b sein provisorischer Ball zum Ball im Spiel wird.
20.10.2009
Übungsschwung im Hindernis?
„Ich wurde darauf hingewiesen, dass bei einem Übungsschwung im Wasserhindernis Wachsendes nicht berührt werden darf, stimmt das?“
Günter Koch
27726 Worpswede
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, ein Spieler darf im Hindernis jederzeit Gras, Busch, Baum oder Sonstiges, das wächst, mit einem Schläger oder sonst wie berühren – Regel 13-4, Anmerkung. Demnach dürfen Sie bei einem Übungsschwung im Wasserhindernis, ohne Ihren Schläger vorher aufgesetzt zu haben, Gräser berühren, vorausgesetzt, dass Sie dabei nicht gegen Regel 13-2 (Lage, Raum des beabsichtigten Schwungs oder Stands oder Spiellinie verbessern) verstoßen oder die Beschaffenheit des Hindernisses prüfen („testing the condition“) – Entscheidung 13-4/4 (revidiert). Man sollte sich daher gut überlegen, ob derartige Übungsschwünge in Hinblick auf eigene und die oben aufgeführten Handicaps sinnvoll sind.
20.10.2009
Putten aus Bequemlichkeit
„Laut Regel 10-2b ist im Zählspiel immer der Spieler am Schlag, dessen Ball am weitesten vom Loch entfernt liegt. Ein Bewerber, der nach Reihenfolge zum Loch geputtet hat, puttet
regelmäßig seinen Ball fertig, ohne den Mitbewerber, der eigentlich dran wäre, zu fragen. Er macht dies aus Bequemlichkeit, weil er sich nicht bücken will. Ist das richtig?“
Klaus Schleicher
E-03570 Villajoyosa / Alicante
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das Putten außer der Reihenfolge (auch ohne zu fragen) wird im Zählspiel im Allgemeinen geduldet und es gibt hierfür nach Regel 10-2c keine Strafe. Wenn aber der Mitbewerber dagegen Einspruch erhebt, dann sollte die Spielleitung das Putten außer Reihenfolge im Hinblick auf die Regel 10-2b nicht erlauben, außer der Mitbewerber hätte verlangt, dass der Bewerber, der seinen Ball aus Bequemlichkeit auch liegen lassen darf, ihn nach Regel 22 (Ball unterstützt oder behindert Spiel) aufnehmen soll, bevor er selbst puttet. In diesem Fall darf der Bewerber stattdessen zuerst putten. Diese Regelung kann dazu beitragen, dass Spiel zu beschleunigen – Entscheidung 10-2b/1. Weigert sich der Bewerber das Putten außer Reihenfolge trotz Protests einzustellen, so läuft er Gefahr, disqualifiziert zu werden (Regel 33-7).
20.10.2009
Ballmarker auf dem Grün
„A’s Ballmarker liegt auf dem Grün in der Nähe von B’s Puttlinie. Dieser bittet A, seinen Ballmarker um eine oder zwei Putterkopflängen (gemäß Anm. Regel 20-1) zu verlegen, da er sich mental von ihm gestört fühlt. A weigert sich, dieser Bitte nachzukommen, weil er der Meinung ist, dass sein Ball nicht unmittelbar auf der Puttlinie liegt. Darf er das?“
Dr. Claudius Ulmann
53474 Bad Neuenahr
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Das Ansinnen des Spielers B ist nicht missbräuchlich und es erscheint glaubhaft, dass ihn der Ballmarker nahe seiner Puttlinie stört. Daher ist die Disqualifikation von Spieler A nach Regel 33-7 (Ermessen der Spielleitung) angebracht – Grant Moir, R&A Rules Ltd.
20.10.2009
Ball trifft Caddiewagen
„Zwei Spieler benutzen einen Golfwagen, einer der Spieler (A) trifft mit seinem Ball eine der beiden angeschnallten Golftaschen. Aus der Entfernung ist nicht erkennbar, welche Tasche getroffen wurde, wer entscheidet das?“
Werner Potthoff
45481 Mülheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach dem Grundsatz der Erklärung „Ausrüstung“ – siehe Anmerkung 2 – gilt alles im Golfwagen als Ausrüstung des Spielers, dessen Ball betroffen ist. Der Spieler A hat sich somit nach Regel 19-2 einen Strafschlag zugezogen und muss seinen Ball spielen wie er liegt – Entscheidung 19-2/5 (revidiert).
20.10.2009
Pro als Zähler
„Der Zähler eines Spielers, der einen Extra Day Score einreicht, darf nur eine Person mit DGV-Stammvorgabe 36,0 oder besser sein. Darf ein Spieler seinen Pro als Zähler beauftragen?“
Margret Helmer
48653 Coesfeld
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, ein Zähler ist nach Erklärung „Zähler“ jemand, den die Spielleitung zum Aufschreiben der Schlagzahlen eines Bewerbers im Zählspiel bestimmt hat. Er kann also auch ein Pro sein, er müsste aber dem Bewerber von der Spielleitung zugewiesen sein. Der Bewerber muss daher die Spielleitung fragen, ob sie mit seinem Pro einverstanden ist. Nur wenn die Spielleitung es versäumt hat, einen Zähler einzuteilen, sollte sie einen Mitbewerber, der sich als Zähler betätigte, nachträglich als Zähler anerkennen. Unterschreibt ein anderer Zähler als der von der Spielleitung bestimmte die Zählkarte, so ist der Bewerber disqualifiziert – siehe Entscheidungen 6-6a/1 und 6-6b/5.
20.10.2009
Säubern der Puttlinie
„Beim Verizon Heritage Turnier auf Hilton Head Island hat der Caddie des Siegers Brian Gay in der 4. Runde an einem Loch wiederholt die Puttlinie mit dem Handtuch gesäubert, der Kommentator sagte nichts dazu. Bernhard Langer erhielt vor Jahren Strafschläge, weil er mit der Mütze Sand auf dem Grün entfernt hatte.“
Erich Helmsdorfer
Wien
Dr. Horst Frehsen antwortete
Lose hinderliche Naturstoffe (siehe Erklärung) dürfen jetzt auf jede Art und Weise straflos entfernt werden, vorausgesetzt, dass bei ihrem Entfernen auf der Puttlinie nichts niedergedrückt wird. Wenn ein Spieler daher seine Puttlinie berührt, indem er z. B. Sand mit einer Mütze oder einem Handtuch beiseite fegt ohne etwas niederzudrücken, so ist das erlaubt – siehe Entscheidung 16-1a/8 und 23-1/1 (2004 in diesem Sinne revidiert).
20.10.2009
Freedrop nach Platzregel
„Mein Ball blieb bei einem Par 3 in der ersten Runde der Clubmeisterschaften an einem jungen Bäumchen liegen, und ich war im Stand und Schwung behindert. Mir war klar, dass ich laut Platzregel einen Freedrop in Anspruch nehmen darf. Meine Flightpartner waren aber anderer Meinung. Mehrmals verwies ich auf die Platzregel, und als die Mitspieler wiederholt forderten, ich solle den Ball spielen wie er liegt, tat ich dies und spielte zusätzlich einen Regelball mit Freedrop. Mit diesem Ball spielte ich an diesem Loch eine 4, mit dem ursprünglichen Ball eine 9. Nach der Runde gab mir die Spielleitung vor Ort bezüglich der Platzregel Recht, dennoch wertete Sie gemäß Regel 3-3 die Schlagzahl 9, weil ich nicht angegeben hatte, welcher Ball gewertet werden soll. Wie hätte, auch gegenüber den
Mitspielern, entschieden werden können?“
Frank Pürschel
58636 Iserlohn
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 3-3 (Zweifel über Spielweise) „muss angekündigt“ werden, welcher Ball gelten soll, auch wenn das offensichtlich ist. In dem von Ihnen geschilderten Fall bestand kein Zweifel, dass Sie (a) Erleichterung nach der von Ihnen bekannten Platzregel wollten, und dass (b) der Widerstreit nur durch die Mitspieler verursacht wurde und Sie ohne deren Einwand Erleichterung genommen hätten, ohne zwei Bälle zu spielen. Ihr eindeutiges Vorhaben sollte daher in diesem speziellen Fall als Ankündigung behandelt werden (Grant Moir, Director R&A Rules Limited). Nur wenn sichergestellt ist, dass die Mitspieler wissentlich falsche Regelauskunft gaben, wäre die Spielleitung berechtigt, sie nach Regel 33-7 zu disqualifizieren – siehe Entscheidung 9/1.
20.10.2009
Erleichterung im Wasserhindernis
„In meinem Heimatclub gibt es einige durch gelbe und rote Pfähle gekennzeichnete Wasserhindernisse (WH), die kein Wasser enthalten und in denen Bäume neu angepflanzt sind und wo gemäß Regel 24-2b Erleichterung in Anspruch genommen werden darf. Im günstigsten Fall führt die Erleichterung dazu, dass der Ball nach dem Droppen außerhalb des Hindernisses zum Liegen kommt. Sieht das Regelwerk hierfür Sanktionen vor?“
Ulrich Sänger
66989 Petersberg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Gültig hierzu ist nur eine Platzregel gemäß Regelbuch Anhang I, Teil B 3 (Seite 175), wonach zum Schutz junger Bäum im WH der Ball aufgenommen und in Übereinstimmung mit Regel 24-2b (I) straflos fallen gelassen werden muss, doch muss der nächstgelegene Punkt der Erleichterung in dem WH sein, und „der Ball muss im WH fallen gelassen werden“, oder der Spieler darf (mit Strafe) nach Regel 26 verfahren. Diese Platzregel sollte die Spielleitung erlassen und bekannt gegeben haben – siehe Regel 33-8a. Wenn der Ball nach dem Fallenlassen im WH außerhalb des Hindernisses zu Ruhe kommt, muss er nach Regel 20-2c (II) straflos erneut im WH fallen gelassen werden.
20.10.2009
Etikette
„Der Ball von Spieler A landet nach einem Schlag auf einem Par 5 aus ca. 220 Metern Entfernung mit Rückenwind bei einem Turnier nach Stableford vor dem Grün und rollte auf dasselbe, während der Vorflight vom Grün ging. Aus der Ferne erkannte man, wie ein Spieler den Ball auf dem Grün aufteete, wie ist zu verfahren?“
Florian Stöhr
24806 Lohe-Förden
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 18-4 gibt es für beide Bewerber im Zählspiel keine Strafe, und der Ball muss zurückgelegt werden. Kann der Bewerber A, wenn er auf dem Grün ist, die ursprüngliche Lage des Balls nicht feststellen, so muss er nach Regel 20-3c (III) seinen Ball auf dem Grün so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, hinlegen. Gemäß Etikette sollte ein Bewerber nicht spielen, bis die Mitbewerber vor ihm außer Reichweite sind.
20.10.2009
Straflos weiterspielen
„Ein Flightpartner schlug im Turnier seinen Ball ins Aus, er war nicht zu sehen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass es im Aus lag, war groß. Somit spielte der Mitspieler einen provisorischen Ball. Als wir an die mutmaßliche Stelle des Balls kamen, warf ein Fußgänger ohne Aufforderung den Ball zurück auf die Spielbahn und entfernte sich. Mein Flightpartner meinte, er könne diesen Ball straflos weiterspielen, ist das korrekt?“
Mark Diekhof
32107 Bad Salzuflen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Man hätte den Fußgänger fragen sollen, wo der Ball ursprünglich gelegen hatte, so aber muss die Spielleitung das nachträglich vor Ort beurteilen – siehe hierzu die Entscheidung 34-3/9 (neu). War der Ball nicht im Aus, hätte ihn der Mitspieler straflos nach Regel 18-1 (Ball in Ruhe bewegt durch nicht zum Spiel Gehöriges) zurücklegen und weiterspielen können. Lag der Ball im Aus, so handelte es sich nach Erklärungen „Ball im Spiel“ und „falscher Ball“ um einen falschen Ball, und es hätte das Spiel mit dem provisorischen Ball fortgesetzt werden müssen (vgl. Entscheidung 15/9). Der Mitspieler hätte bis zur Beurteilung durch die Spielleitung nach Regel 3-3 (Zweifel über Spielweise) im Zählspiel zwei Bälle spielen können.
20.10.2009
Welchen Ball spielen?
„Der Abschlag bei einem Par 3 landet unserer Meinung nach in dem vor dem Grün liegenden Wasserhindernis (WH). Nach kurzer Suche droppe ich einen Ball vor dem WH und schlage ihn aufs Grün. Direkt danach wird der erste Ball noch vor dem WH im Semirough gefunden, welchen Ball muss ich weiterspielen?“
Josef Bovenkerk
46397 Bocholt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Der neu eingesetzte Ball wurde zum Ball im Spiel, der erste Ball galt als verloren. War es „bekannt oder so gut wie sicher“, dass der erste Ball im WH war, so durften Sie Regel 26-1 (Erleichterung für Ball im WH) anwenden, und Ihr Ball lag mit 3 auf dem Grün. Andernfalls haben Sie vom falschen Ort gespielt, denn Sie hätten einen Ball nach anwendbarer Regel 27-1 (Ball verloren) ins Spiel bringen müssen. Für Verstoß gegen diese Regel haben Sie sich entsprechend Regel 20-7c (Ball vom falschen Ort gespielt) zusätzlich 2 Strafschläge zugezogen und mussten das Loch mit diesem Ball zu Ende spielen, ohne Ihren Fehler zu beheben, vorausgesetzt, dass Sie keinen schwerwiegenden Verstoß begangen haben. Der Ball lag dann mit 5 auf dem Grün. Handelte es sich um einen schwerwiegenden Verstoß, so sind Sie disqualifiziert, außer Sie haben den Fehler, wie in Regel 20-7c vorgesehen, behoben, indem Sie vom Abschlag mit dem fünften Schlag noch einen zweiten Ball spielten. Ob Sie vom falschen Ort, wenn das strittig ist, gespielt haben, und welcher Ball nach Regel 20-7c gilt, muss die Spielleitung am besten vor Ort entscheiden. Meines Erachtens war Ihr Ball nicht „so gut wie sicher“ im Wasserhindernis, er wurde ja nur kurz gesucht und konnte auch im Semirough verloren sein (siehe auch die Entscheidungen 26-1/1 und 26-1/3, beide revidiert).
22.07.2009
Messgerät für Windstärke
„Bei uns weht auf dem Platz ständig der Wind aus wechselnden Richtungen. Darf ich beim Wettspiel ein Gerät benutzen, mit dem ich die Windstärke und die Windrichtung messen kann?“
Klaus Winter
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, ein künstliches Hilfsmittel, das Ihnen bei Ihrem Spiel von Nutzen sein könnte, darf nach Regel 14-3a bei Strafe der Disqualifikation nicht verwendet werden – siehe auch die Entscheidung 14-3/0.5 (Windstärke) und 14-3/4 (Windrichtung). Für die Ermittlung der Windrichtung kann ich Ihnen aber einen Tipp geben mit dem Zitat: „Jetzt leckt man an den Finger halt und hält ihn hoch geschwind, die Seite wo der Finger kalt, von daher weht der Wind.“ Das kann m. E. nicht verboten sein, Ihr Finger ist kein „artificial device“, und darum geht es ja.
21.07.2009
Provisorischer Ball
„Ich schlage meinen Ball über einen rot gekennzeichneten See, der Ball landet auf einer Böschung kurz vor dem Grün (noch rot), und da ich nicht erkennen kann, ob er dort spielbar ist, schlage ich einen provisorischen Ball. Ich kann aber dann meinen Ball auf der Böschung wegen eines Steins nicht spielen, muss ich jetzt den zweiten Ball weiterspielen?“
Roland Zyka
A 6167 Neustift
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, der zweite Ball ist ohnehin mit Strafschlag und Distanzverlust schon im Spiel, weil er kein provisorischer Ball ist, denn der ursprüngliche Ball kann nach Ihrer Schilderung offenbar nicht (auch) außerhalb des seitlichen Wasserhindernisses verloren sein – siehe Erklärung „Provisorischer Ball“ und Entscheidungen 27-2a/2 und 27-2a/2.2.
22.04.2009
Abschlagreihenfolge
„Unlängst diskutierten wir unter Golffreunden die Frage, wie man die Abschlag-reihenfolge nach Bahn 1 ermittelt. Bislang war ich immer davon ausgegangen, dass der Spieler mit der niedrigsten Schlagzahl am Loch zuvor die Ehre erhält. Nun habe ich gesehen, dass für Turniere mit Stableford-Wertung das niedrigste Netto-Ergebnis maßgebend ist (Regel 10-2 a mit Verweis auf 32-1). Ich kann mich nicht erinnern, dass dies in irgendeinem Turnier so berücksichtigt wurde. Ist man also gezwungen, vor jedem Abschlag zu klären, wer die wenigsten Netto-Schläge benötigte, da ja sonst außerhalb der Reihenfolge gespielt wurde?“
Roland Becker
per E-mail
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, in Vorgabe-Wettspielen nach Stableford hat der Bewerber mit dem niedrigsten Nettoergebnis am Loch zuvor die Ehre am nächsten Abschlag, d.h. derjenige mit den meisten Nettopunkten – Regel 32-1. Man muss vor dem Abschlagen also ermitteln, wer vorher die meisten Nettopunkte hatte, sonst würde außerhalb der Reihenfolge gespielt.
22.04.2009
Wer liest vor?
„Beim Vergleich der Ergebnisse nach einem Wettspiel hatte ich bisher gute Erfahrungen mit folgender Vorgehensweise gemacht: Der Zähler liest die Ergebnisse vor, und der Bewerber prüft und bestätigt diese anhand seiner Aufzeichnungen. Nun bin ich darauf hingewiesen worden, dass man es genau andersherum machen sollte: Der Bewerber soll seine Aufzeichnungen vorlesen, und der Zähler soll diese mit den Ergebnissen auf dem „Original“ vergleichen. Ist es wirklich vorgeschrieben, dass der Bewerber die eigenen Ergebnisse vorliest und der Zähler sie prüft?“
Matthias Studer
23628 Krummesse
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 6-6a sollte der Zähler nach jedem Loch die Schlagzahl mit dem
Bewerber vergleichen und aufschreiben. Bei Beendigung der Runde muss der Zähler die Zählkarte unterschreiben und sie dem Bewerber aushändigen. Nach Beendigung der Runde sollte der Bewerber nach Regel 6-6b seine Schlagzahl für jedes Loch nachprüfen. Er muss die Unterschrift des Zählers sicherstellen und die Zählkarte gegenzeichnen. Üblicherweise wird aber meist erst nach Beendigung einer Runde der Abgleich vorgenommen, wobei dann dem obigen Text entsprechend der Zähler die Schlagzahlen mit dem Bewerber vergleichen sollte. Wie das zu geschehen hat, ist nicht vorgeschrieben, aber weil ja der Zähler vergleichen sollte, müsste am besten der Bewerber seine eigenen Schlagzahlen vorlesen. Wichtig ist, dass nach dem Abgleich der Bewerber seine Schlagzahlen auf seiner Zählkarte selbst überprüfen sollte (was häufig vergessen wird), denn nach Regel 6-6d ist er dafür verantwortlich, dass die für jedes Loch auf seiner Zählkarte
aufgeschriebene Schlagzahl richtig ist.
22.04.2009
Fairplay-Regeln
„Warum gibt es nicht übergeordnete Fairplay-Regeln, die auf gesundem Menschenverstand beruhen, und die besagen, dass sich kein Spieler durch Ausnutzung einer Situation Vorteile verschaffen darf, die über den Sinn der Fairplay-Regeln hinausgehen?“
Sabine Hager
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Weil jeder Spieler sein eigenes Fairplay-Verständnis hat und auch der gesunde Menschenverstand bei jedem anders beschaffen ist. Es heißt auf dem Umschlag des englischen Regelbuchs u. a. „do what is fair, but to do what is fair, you need to know the rules of golf“. In den offiziellen Golfregeln ist also ein Fairplay-Verständnis erfahrener und kundiger Golfexperten definiert. Es gilt daher nur, was in den Golfregeln (siehe Erklärung „Regel oder Regeln“) steht, es muss beim Golfspiel in Übereinstimmung mit den für alle Spieler gleichermaßen gültigen offiziellen Golfregeln gespielt werden (vgl. Regel 1-1). In den sehr seltene Fällen, bei denen ein Spieler eine Regel absichtlich umgeht, um sich einen Vorteil zu verschaffen, kann die Spielleitung unter Anwendung von Regel 1-4 oder 33-7 den Spieler disqualifizieren, wenn diese Handlung ihres Erachtens konträr zum „spirit of the game“ ist – vgl. z. B. die Entscheidungen
9-2/12, 30-3f/6 und 33-7/7.
22.04.2009
Partnertausch beim Lochwettspiel
„Im Vierball-Lochspielwettbewerb hatten bis zu einem festgelegten Termin die Spieler A und B gegen C und D zu spielen. Dabei hatte die Partei A-B die von der Spielführung festgelegte Frist zwar eingehalten, es war aber nur Spieler A zugegen. Die Spieler kamen alleine überein, einen anderen Spieler E mitspielen zu lassen.
Es spielten also mit Einverständnis der Partei C-D die Spielerpaare A-E gegen C-D. Ist das erlaubt?“
Wolfgang Zeitler
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Im Vierball-Lochwettbewerb, ausgetragen über einen längeren Zeitraum gemäß Regel 33-3, spielen die beiden Spieler A und B ihren besseren Ball gegen den bessern Ball der beiden anderen Spieler C und D, wobei nach jeder Runde die Verlierer ausscheiden. Weil beide Parteien vor Beginn des Lochspiels übereingekommen waren, die in der Wettspielbedingung vorgeschriebene Aufstellung der Spielergruppen nicht einzuhalten, sind beide Parteien m. E. nach Regel 1-3 (Übereinkunft über Nichtanwendung von Regeln, d. h. auch Wettspielbedingungen) disqualifiziert (vgl. auch Erklärung „Regel und Regeln“ und die Endscheidungen 1-3/7, 6-1/1 und 33-1/4). Nach Regel 30-3a hätte der Spieler A das Vierball-Lochspiel allein gegen die Partei C-D spielen dürfen, der fehlende Partner B hätte zwischen den Löchern, nicht aber beim Spielen eines Lochs dazukommen können.
22.04.2009
Regelverstöße
„Muss jeder Mitspieler Regelverstöße anzeigen oder nur der Zähler desjenigen Spielers, dessen Schlagzahlen er zu zählen und mit Unterschrift als richtig zu bestätigen hat?“
Dr. Manfred Klein
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Der dritte Mitbewerber (C) unterschreibt ja die Zählkarte vom Bewerber (A) nicht und ist somit für eine falsche Schlagzahl nicht automatisch mitverantwortlich wie der Zähler (B), wenn er wissentlich die falsche Schlagzahl bestätigt. Die Spielleitung kann aber den dritten Mitbewerber (C) unter Anwendung von Regel 33-7 disqualifizieren, wenn sich herausstellt, dass er den Zähler (B) oder die Spielleitung nicht auf den Regelverstoß von Bewerber (A) aufmerksam gemacht hat, mit der eindeutigen Absicht, dem Bewerber (A) auf diese Weise die Einreichung eines falschen Ergebnisses zu ermöglichen. Ein dritter Mitbewerber (C) kann sehr wohl die Spielleitung über einen Regelverstoß von Bewerber (A), bei dem dieser aus Regelunkenntnis mit Zustimmung des Zählers (B) handelte, informieren – siehe Entscheidungen 6-6a/5,
33-7/9 (neu) und 34-1b/1.5.
22.04.2009
Ball im Aus?
„1.) Ein Ball überfliegt eine Auslinie, trifft auf einen Stein, kommt zurück aufs Fairway und liegt dort prächtig für einen weiteren Schlag. Darf man ihn weiterspielen?
2.) Ein Ball wird aus dem Bunker geschlagen, beim Herausfliegen wird er aber zweimal mit dem Schlägerkopf berührt, gibt das Strafschläge?“
Werner Potthoff
45481 Mülheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
1.) Ein Ball ist nach der Erklärung „Aus“ aus dem Spiel, wenn er vollständig im Aus liegt. Der Ball darf daher straflos weitergespielt werden, er war eigentlich nie aus dem Spiel (vgl. Entscheidung 19-2/3 revidiert).
2.) Trifft der Schläger im Verlauf eines Schlags den Ball „öfter als einmal“, so zählt nach Regel 14-4 der Schlag und ein Strafschlag, so dass sich der Spieler zwei Schläge anrechnen muss.
22.04.2009
Loch- oder Zählspiel
„Bei uns wird immer wieder kontrovers diskutiert, ob es sich bei einem Wettspiel gegen Par um ein Loch- oder Zählspiel handelt.“
Gerhard Enders
79199 Kirchzarten
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wettspiele gegen Par sind Zählspielarten, es gelten die Regeln des Zählspiels, soweit sie nicht mit der Regel 32-1a im Widerspruch stehen. Spielt bei diesem Zählspiel ein Bewerber ein Par, so wird an dem Loch eine Null (0) berechnet, spielt er besser als Par ein Plus (+), spielt er schlechter als Par oder erzielt er kein Ergebnis an dem Loch ein Minus (-). Für die Nettowertung wird die Vorgabe des Bewerbers wie beim Stableford auf die Löcher verteilt. Der Zähler ist nur für das Aufschreiben der Schlagzahlen eines Bewerbers an den Löchern verantwortlich, an denen der Bewerber eine Schlagzahl gleich oder besser als Par erzielt. Gewinner ist der Bewerber mit dem besten Gesamtergebnis.
22.04.2009
Provisorischen Ball spielen
„Ich schlage vom Abschlag aus meinen Ball nach rechts ins Rough. Weil er verloren sein könnte, spiele ich einen provisorischen Ball. Wir suchen zu dritt im Rough 5 Minuten lang meinen ersten Ball, finden ihn aber nicht. Auf dem Weg zum provisorischen Ball sehe ich am Roughrand meinen ersten Ball liegen. Darf ich ihn noch weiterspielen, ich hatte ihn ja dort nicht gesucht?“
Katja Fischer
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Dazu fällt mir der Spruch ein: „Man findet nichts, das ist gewiss, wenn man da sucht, wo gar nichts is“ (W. Busch). Nach Erklärung „verlorener Ball“ ist der erste Ball verloren, weil er „nicht gefunden“ worden war. Somit ist jetzt der provisorische Ball unter Strafschlag und Distanzverlust im Spiel – Regel 27-2b.
22.04.2009
Spielen eines falschen Balls
„Im Vierball-Bestball-Lochwettspiel hat ein Spieler (A 1) einen falschen Ball gespielt, er bemerkte den Fehler, als er den falschen Ball auf dem Grün putten wollte. Nach Regel 15-3.a ist die Strafe für das Spielen eines falschen Balls im Lochwettspiel Lochverlust. Der Spielpartner (A 2) von A 1 bestand nun darauf, dass sich die Strafe nicht auf ihn (A 2) auswirkt, da er schließlich keinen Fehler begangen habe. A 1 ist somit aus dem Loch ausgeschieden, und A 2 hat das Loch zu Ende gespielt. Hat sich das Team A 1/A 2 eine Strafe zugezogen?“
Friedrich Scheuernstuhl
97318 Kitzingen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Es gilt für diese besondere Spielform speziell die Regel 30-3.c, wonach der Spieler A 1 wegen des Spielens eines herrenlosen falschen Balls für das Loch disqualifziert ist und sich der Partner A 2 keine Strafe zugezogen hat. Die Partei
A 1/A 2 geht daher straflos aus, es zählt an dem Loch die Schlagzahl des Partners A 2 mit seinem Ball. Der Partner A 2 zieht sich auch dann keine Strafe zu, wenn der falsche Ball ihm gehört und er seinen Ball gemäß Regel 30-3.c zurückgelegt hätte – vgl. Entscheidung 30-3.c/1. Hätten jedoch beide Spieler A 1 und A 2 ihre Bälle versehentlich beim Spielen des Lochs verwechselt, so wäre für die Partei A 1/A 2 das Loch verloren.
22.04.2009
Spielen in korrekter Reihenfolge
„Im Artikel „Wer hat die Ehre, Spielerin oder Spieler“ im GOLFmagazin 11/08 wird ausgeführt, dass die bessere Spielerin vom Vorloch auch im Zählspiel darauf bestehen kann, zuerst abzuschlagen. Kann im Umkehrschluss ein Mitspieler darauf bestehen, dass die bessere Spielerin zuerst abschlägt? Damit könnte der Mitspieler die
Spielerin ganz schön demoralisieren, indem er verlangt, dass sie z. B. an einem Par 5-Loch nach vorne läuft, abspielt und zurückläuft.“
Uwe Ziel
74523 Schwäbisch Hall
Dr. Horst Frehsen antwortete
Besteht ein Mitbewerber darauf, dass die Bewerberin in korrekter Reihenfolge gemäß Regel 10-2.a abzuschlagen hat, so hält Mr. Grand Moir von St. Andrews (R&A) das für sein Recht, ungeachtet der Tatsache, dass diese Forderung ungewöhnlich ist, weil laut Entscheidung 10-2c/2 Mitbewerber im Zählspiel außer Reihenfolge spielen und auch dazu (ohne Verschaffen eines Vorteils) übereinkommen dürfen. Wenn aber eine unlautere Absicht das Motiv des Mitbewerbers ist, dann käme m. E. wohl Regel 33-7 in Betracht, wonach der Mitbewerber von der Spielleitung disqualifiziert werden kann. Obiges gilt auch bei Wettspielen von hinteren, mittleren und vorderen Abschlägen. Wem andere schwer zu verstehende Regelungen noch als böse Vorahnungen in Erinnerung sind, den kann jetzt nichts mehr erschrecken.
22.04.2009
Wasser im Bunker
„Der Ball landet in einem komplett mit Wasser gefüllten Sandbunker. Einer der Flightpartner sagte, dass der Ball mit einem Strafschlag außerhalb gedropt werden könne. Ferner teilte er uns mit, dass das Droppen straffrei wäre, wenn im Bunker noch eine Sandfläche frei sein würde. Der Spieler müsste dann auf dieser freien Fläche droppen. Sind diese Aussagen richtig?“
Manuel Schuffert
25421 Pinneberg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Es gelten die Regeln 25-1.b (II) (a) und (b), Sie hätten außerdem den Ball für unspielbar halten und nach Regel 28 verfahren können – siehe Entscheidung 25-1.b/8. Wenn der Bunker bereits vor Beginn des Wettspiels überflutet war, hätte die Spielleitung nach Entscheidung 33-8/27 (revidiert) eine Platzregel in Kraft setzen können, wonach außerhalb des Bunkers straflose Erleichterung nach Regel 25-1.b (I) in Anspruch genommen werden darf. Diesen Vorteil würde sicher jeder Spieler gerne nutzen, er müsste hierfür aber vorher die für dieses Wettspiel geltende Platzregel durchgelesen haben.
06.04.2009
Wasserrinne im Bunker – ist hier eine straflose Erleichterung innerhalb des Bunkers zulässig?
Aufgrund der starken Regenfälle in den letzten Tagen hat sich in einem Sandbunker von der erhöhten vorderen Kante eine tiefe Wasserrinne gebildet. Mein Ball kam an der tiefsten Stelle dieser ausgetrockneten Rinne zum Liegen. Von dieser Stelle war der Ball nicht spielbar. Der Ball liegt nicht im zeitweiligen Wasser, da ja die Stelle bereits ausgetrocknet ist. Ist hier eine straflose Erleichterung innerhalb des Bunkers zulässig?
Martin Zaloha
A 1030 Wien
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, Erleichterung bekämen Sie nur nach Regel 28 (Ball unspielbar),
aber mit einem Strafschlag, es sei denn, die Spielleitung hat den
Bereich, der
umfangreiche Schäden infolge starken Regens aufweist, während der Runde
eines Wettspiels oder besser vor Beginn des Wettspiels zu Boden in
Ausbesserung (BiA) erklärt, so dass Regel 25-1b (II) a gilt und
straflose Erleichterung im Bunker in Anspruch genommen werden darf. Man
könnte auch nach Regel 3-3
verfahren, zwei Bälle spielen, bei der Spielleitung vorstellig werden
und BiA beanspruchen, wobei die Spielleitung berechtigt wäre, den im
Bunker fallen
gelassenen zweiten Ball nachträglich zu werten – siehe Entscheidungen
3-3/11, 33-2.a/2 und 33-2.a/3. Man könnte auch seinen Ball an einer
Stelle im Bunker
fallen lassen, die mit beiden möglichen Verfahren, nämlich nach Regel
25-1.b (II) a und nach Regel 28c übereinstimmt – siehe obige
Entscheidung 3-3/11.
Man nimmt dann ggf. den Strafschlag nach Regel 28c in Kauf, falls die
Spielleitung den zerfurchten Bereich nachträglich nicht zu BiA erklärt, was aber unwahrscheinlich ist.
06.02.2009
Darf das Blatt vom Ball entfernt werden, wenn der Ball beim Entfernen des Blatts sich nicht bewegt
Nach Auftreffen auf den Boden haftet am Ball ein Blatt. Darf das Blatt vom Ball entfernt werden, wenn der Ball beim Entfernen des Blatts sich nicht bewegt?
Dr. Frank Neupert
47798 Krefeld
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Ein am Ball haftendes Blatt ist nach Erklärung „Lose hinderliche
Naturstoffe“ kein loser hinderlicher Naturstoff, so dass Regel 23,
wonach diese außer im Hindernis straflos fortbewegt werden dürfen,
nicht anwendbar ist. Es gilt jetzt Regel 21, wonach ein Spieler seinen
Ball beim Spielen eines Lochs, von Ausnahmen (siehe unten) abgesehen,
nicht von etwas am Ball Haftendem reinigen darf. Der Spieler muss daher
seinen Ball spielen, wie er liegt, und das Blatt darf nicht entfernt
werden – vgl. Entscheidungen 21/2 und 23/10. Ein auf dem Grün liegender
Ball, der nach Regel 16-1.b aufgenommen wurde, darf gereinigt werden.
Anderswo darf ein Ball gereinigt werden, wenn er aufgenommen wurde,
außer er wurde nach Regel 5-3, 12-2 oder 22 aufgenommen. Dagegen mag so manchem Leser das Kleingedruckte in einer Versicherungspolice als schlichtes Kindermärchen erscheinen!
06.02.2009
Ball aus Baum geschlagen – ist das noch "redlich"?
Der Drive eines Spielers landet mitten in einer ca. 4 m hohen, dicht bewachsenen Fichte. Der ca. 1,86 m große Spieler versucht, in der Fichte einen Stand zu beziehen, welches nur mit einigem Körpereinsatz und erheblichem Biegen mehrerer Äste möglich ist. Auch eine Schlaglinie kann nur "durch Wegbiegen von Ästen" erreicht werden. Mein Flightpartner und ich waren der Meinung, dies sei nach Regel 13-2 nicht erlaubt. Der Spieler akzeptiert das und nimmt mit einem Strafschlag Erleichertung in Anspruch. Auf seine Nachfrage meinen unsere Pros, der
gewaltsame Einstieg in die Fichte wäre doch erlaubt gewesen, da dies immer noch ein redliches Beziehen der Standposition und damit straflos ist. Ist das noch "redlich"?
Prof. Dr. Georg Plate
25348 Glückstadt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, nach Entscheidung 13-2/1 darf man sich beim Beziehen der
Standposition beispielsweise rückwärts in einen Ast oder ein Bäumchen
drängen, auch wenn dies zur Folge hat, dass der Ast aus dem Weg geräumt
wird oder das Bäumchen sich biegt. Man darf aber nicht darüber hinaus, "durch Wegbiegen von Ästen" absichtlich Äste für den Rückschwung oder
Schlag aus dem Weg räumen und dadurch den Raum des beabsichtigten
Schwungs oder die Spiellinie unangemessen verbessern. Deshalb bin ich der Meinung, dass der Spieler mit einem Strafschlag nach Regel 28
(Ball unspielbar) richtig gehandelt hat – vgl. Entscheidung 28/11.
06.02.2009
Eine Frage der Etikette?
"Vor einigen Woche passierte Folgendes: Zwei Spielbahnen verlaufen nebeneinander, die entgegenkommende Spielergruppe schlägt auf unser Fairway. Wer hat das Recht, zuerst weiterzuspielen? Ist das eine Regel- oder Etikettefrage?“
Horst Binder
13349 Berlin
Dr. Horst Frehsen antwortete
Dazu gibt es keine Regel, es ist eine Frage der Etikette. Ich
würde, wenn das versehentlich mal passiert ist, die entgegenkommende
Spielergruppe, die auf meine Spielbahn gespielt hat, zuerst schlagen
lassen und dann erst weiterspielen. Falls dies platzbedingt dort
ständig vorkommt, sollte m. E. die Spielleitung festlegen, welche
Spielergruppe Vorrecht hat. Im Hinblick auf das Spieltempo wäre es dann
wohl angebracht, die näher zum 18. Loch spielende Spielergruppe
bevorzugt zuerst weiterspielen zulassen.
06.02.2009
War das Verhalten der Mitspieler regelkonform?
Es ist bekannt, dass in Golfturnieren, in denen zwei Bewerber als Partner zusammen spielen, sich die Partner untereinander abstimmen dürfen. Bei einem Turnier haben sich die Partner nicht nur abgestimmt, sondern alle Gespräche erfolgten in einer sehr lauten und angeregten Sprache, so dass sich mein Partner und ich stark gestört fühlten und daher nur völlig unkonzentriert spielen konnten.
Sogar Nachbarflights wurden auf uns aufmerksam. War das Verhalten der Mitspieler regelkonform?
Eberhard Görg
56410 Montabaur
Dr. Horst Frehsen antwortete
Regelkonform gemäß Regel 8 (Belehrung) schon, aber nicht unter
Einhaltung der Golfetikette. Danach muss Rücksicht auf andere Spieler
genommen werden, und deren Spiel darf nicht z. B. durch impertinent
laute Gespräche gestört
werden. Im Falle eines schwerwiegenden Verstoßes gegen die Etikette
kann die Spielleitung Spieler nach Regel 33-7 disqualifizieren. Sie
hätten sich bei der Spielleitung beschweren können, beispielsweise
bevor Sie die Zählkarte der Mitbewerber unterschrieben.
06.02.2009
Beim Schlag gestört – darf der Schlag straflos wiederholt werden?
Bei meinem letzten Turnier an einem heißen Tag stehe ich am Tee, um
meinen Ball abzuschlagen. Ich mache einen Rückschwung und bin im Begriff, den Durchschwung auszuführen, als sich eine Bremse in meiner Nase verirrt. Durch diese Störung verziehe ich meinen Ball total, da ich den Bewegungsvorgang nicht mehr abbrechen konnte. Gibt es im Regelwerk einen Passus, der auf solch einen Störfall eingeht und straflos den Schlag wiederholen lässt?
Dr. Jürgen Michelis
44357 Dortmund
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, wenn ein Spieler beim Schlag gestört wird, so hat der R&A in St. Andrews in einem ähnlichen Fall entschieden, dass „Ablenkungen
allgemein vorkommen und vom Spieler hingenommen werden müssen. Demnach
dürften Sie den Schlag nicht straflos wiederholen – Entscheidung 1-4/1.
Hätten Sie die Schwungbahn bei der Vorwärtsbewegung des Schlägers
absichtlich ändern können und den Ball nicht getroffen, so hätte der
Schlag nicht gegolten, weil nach Erklärung "Schlag" dies die
Vorwärtsbewegung der Schlägers, "ausgeführt in der Absicht, nach dem
Ball zu schlagen und ihn zu bewegen" ist – vgl. Entscheidung 14/1.5.
06.02.2009
Ball aufnehmen erlaubt?
Darf zur Spielbeschleunigung die Spielleitung in der Platzregel anweisen, dass bei Wettspielen nach Stableford der Ball aufzunehmen bzw. aufzugeben ist, wenn kein Netto-Punkt mehr erzielt werden kann?
Gerd Schneider
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, eine Spielleitung ist nach Regel 33-8 nicht befugt, eine
derartige Platzregel mit Androhung von Strafschlägen zu erlassen, weil
kein außergewöhnlicher Umstand vorliegt und weil Vereinbarkeit mit den
Grundsatzbestimmungen gemäß Anhang I der Golfregeln nicht gegeben ist.
Zur Verhinderung langsamen Spiels kann die Spielleitung in den
Wettspielbedingungen (Regel 33-1) verlangen, dass der Startabstand der
Spielergruppen eingehalten werden muss und dass nicht mehr Zeit als die
vorgegebene Richtzeit für das Spielen eines jeden Lochs benötigt werden
darf. Erst wenn der Bewerber tatsächlich im Hinblick auf diese mit
Regel 6-7, Anmerkung 2 "vereinbare Vorgaben", das Spiel verzögert, kann
er nach Regel 6-7 (unangemessene Verzögerung; langsames Spiel) belangt
werden. Schläge zur Fortsetzung des Spiels an einem Loch, dessen
Ergebnis bereits entschieden ist, sind übrigens auch keine
Übungsschläge – Regel 7-2.
06.02.2009
Boden in Ausbesserung – darf der Spieler straflos aus der Drop-Zone weiterspielen?
Ein Par 3 ist auf der rechen Seite von einem engmaschigen Drahtzaun begrenzt, der eine Neuanpflanzung als Boden in Ausbesserung (BiA) umschließt. Landet dort ein Ball, darf aus einer Drop-Zone weitergespielt werden. Der Abschlag eines Spielers landet in ca. 160 m Entfernung nach eigener Aussage und mit Bestätigung eines Flightpartners links vom Zaun. Dort befindet sich bis zum Zaun Rough, welches nur direkt am Zaun bis zu 50 cm hoch ist. Vier Personen suchen die erlaubten fünf Minuten und finden den Ball nicht. Darf der Spieler davon ausgehen, dass der Ball im BiA ist und straflos aus der Drop-Zone weiterspielen?“
Prof. Dr. Georg Plate
25348 Glückstadt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, nicht unbedingt. Nach Regel 25-1c muss es ab 2008 "bekannt oder
so gut wie sicher" sein, dass ein nicht gefundener Ball im BiA ist, um
Erleichterung nach dieser Regel (durch Spielen aus der Drop-Zone) in
Anspruch nehmen zu dürfen. Gemäß Entscheidung 26-1/1 (revidiert) darf
es "so gut wie keinen Zweifel geben", dass der Ball im BiA ist. Ich weiß nicht, wie breit und hoch dieser Roughstreifen ist und ob vier
Personen nach fünf Minuten Suchen dort den Ball zweifellos hätten
finden müssen, das kann nur vor Ort entschieden werden. Im Zweifelsfall
(und der liegt ja wohl vor) muss der Spieler Regel 27-1 (Strafschlag
und Distanzverlust beim verlorenem Ball)
anwenden. Die Spielleitung könnte m. E. das Rough vor dem Zaun mit der
Sense wegmähen oder ausgedehnt und hoch wachsen lassen, um das Problem
ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Man könnte auch vielleicht
die Neuanpflanzung als im (internen) Aus befindlich bezeichnen, so dass
grundsätzlich bei Ballverlust nach Regel 27-1 verfahren werden muss.
06.02.2009
Scorekarte unterschreiben?
Im GOLFmagazin ist von Ihnen auf verschiedene Anfragen darauf hingewiesen worden, dass ein Zähler (A) im Zählspiel die Scorekarte seines Mitbewerbers (B) nur unterschreiben und damit die Schlagzahl als richtig bestätigen darf, wenn sie seines Wissens auch richtig ist, andernfalls ist auch A zu disqualifizieren (s. Heft 7/2008 oder 2/2007). Weiß A, dass die von B genannte Schlagzahl an einem Loch nicht stimmt oder eine Golfstrafe nicht berücksichtig ist, so darf er die Scorekarte von B als sein Zähler nicht unterschreiben. Wie aber ist zu verfahren, wenn ein anderer Mitbewerber (C), der nicht Zähler von B ist, weiß, dass B einen Regelverstoß begangen hat, aber weder A noch B oder die Spielleitung auf den Regelvertoß aufmerksam macht?“
Markus Rauch per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Dann wäre es zum Schutz der berechtigten Interessen aller anderen
Spieler des Zählwettspiels angemessen, dass die Spielleitung C unter
Anwendung von Regel 33-7 disqualifiziert, wenn sich z. B. herausstellt,
dass C beabsichtigte, B auf diese Weise die Einreichung eines falschen
Ergebnisses zu ermöglichen – Entscheidung 33-7/9 (neu). Der Mitbewerber (C) kann nach Beendigung des Wettspiels die Spielleitung ohne
weiteres über den Fall informieren – vgl. Entscheidung 34-1b/1.5.
06.02.2009
Darf ein Ball im Aus gesucht werden?
Ich schlage vom Abschlag meinen Ball ins Aus und gleich einen neuen Ball
hinterher, welcher dann drei liegt. Ist die Aussage meiner Mitspieler
richtig, dass der Ball im Aus nicht gesucht werden darf? Bei Verstoß soll es nach Regel 6-7 (Spielverzögerung) im Zählspiel zwei Strafschläge geben.
So steht es aber nicht im Regelbuch.
Karl-Heinz Schwarz
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die Aussage Ihrer Mitspieler ist nicht richtig, Sie dürfen Ihren Ball im Aus
suchen, Sie dürfen dabei das Spiel aber auf keinen Fall "unangemessen"
verzögern. Dabei ist unangemessen ein ziemlich vager Begriff, wenn er
nicht von der Spielleitung in den Wettspielbedingungen definiert ist –
vgl. hierzu die DGV-
Vorgaben- und Spielbestimmungen (2007- 2010), Seite 117. Ist in den Wettspielbedingungen z. B. vorgeschrieben, dass eine Spielergruppe den
Startabstand zur vorangehenden Gruppe einhalten muss und nicht mehr
Zeit als die vorgegebene Richtzeit für das Spielen eines jeden
einzelnen Lochs benötigen darf, so müssen Sie sich an diese Bedingungen
halten, sonst haben Sie, wenn Sie im Aus suchen, das Spiel
„unangemessen“ verzögert. Sucht ein Spieler seinen aufgegebenen Ball,
nachdem er einen anderen Ball nicht provisorisch ins Spiel gebracht
hat, so ist das Suchen des ursprünglichen Balls zwar nicht ausgeschlossen, er darf aber
das Spiel nicht unangemessen verzögern – siehe Entscheidung 27/9. In
beiden Fällen darf der Spieler den ursprünglichen Ball jedoch nicht
spielen, wenn er ihn findet.
06.02.2009
Dürfen lose hinderliche Naturstoffe im Dropbereich straflos vor dem Drop entfernt werden?
Ein Ball muss innerhalb von zwei Schlägerlängen gedropt werden.
Dürfen lose hinderliche Naturstoffe im Dropbereich straflos vor dem Drop entfernt werden?
Dr. Frank Neupert
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, Regel 23 verbietet das nicht – siehe Entscheidung 23-1/6, dies gilt
auch, wenn der Ball hingelegt werden soll – Entscheidung 23-1/6.5. Nach
Erklärung „lose hinderliche Naturstoffe“ sind Sand und loses Erdreich
nur auf dem Grün hinderliche Naturstoffe, jedoch nirgendwo sonst. Gemäß
Regel 13-2 darf die Fläche zum Fallenlassen eines Balls nicht durch
Entfernen von Sand und losem Erdreich verbessert werden. Diese
Naturstoffe dürfen daher nicht aus dem Dropbereich entfernt werden – Entscheidung 13-2/11.
06.02.2009
Wer hat die Ehre?
Laut Regel 10-1 bezüglich Lochspiel bzw. Regel 10-2 Zählspiel hat am nächsten Abschlag immer der Spieler die Ehre, der am vorausgehenden Loch die wenigsten Schläge benötigt hat. Wie aber ist in der Praxis zu verfahren, wenn bei einem gemischten Flight eine Spielerin eigentlich die Ehre hat, wie würde sich dies mit der Regel 6-7 (Spielverzögerung) vertragen? Nicht selten ist der Damenabschlag an langen Par 5-Löchern bis zu 60 Meter weiter vorne.“
Markus Greiner
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Grundsätzlich hat im Lochspiel mit Vorgabe der bessere Nettospieler, im
Zählspiel mit Vorgabe der beste Bruttospieler und im Stablefordspiel
mit Vorgabe der Bewerber mit dem niedrigsten Nettoergebnis – jeweils an
einem Loch – die Ehre auf dem nächsten Abschlag – siehe Entscheidungen
10-1/a, 10-2a/1 und Regel 32-1. Spielt im Lochspiel ein Spieler, obwohl
seine Gegnerin hätte vom Abschlag spielen sollen, so ist das straflos,
aber die Gegnerin darf unverzüglich verlangen, dass der Spieler den so
gemachten Abschlag annulliert und sie in der richtigen Reihenfolge
abschlagen lässt, was ich für sehr richtig halte – Regel 10-1.c. Spielt
im Zählspiel ein Bewerber ab, obwohl eine Mitbewerberin hätte
abschlagen sollen, so zieht er sich keine Strafe zu, und der Ball wird
gespielt, wie er liegt – Regel 10-2.c. Dies ist auch der Grund, warum
im Zählspiel die Herren üblicherweise zuerst abschlagen. Durch diese Praxis wird das Spiel beschleunigt, was der
R&A in St. Andrews in der Entscheidung 10-2.b/1 begrüßt, indem er
vermerkt, man solle sich von der Praxis im Zählspiel, auch außerhalb der Reihenfolge zu spielen, um das Spiel zu beschleunigen, "nicht abhalten lassen". Beansprucht jedoch im Zählspiel eine
Mitbewerberin ausdrücklich, dass sie nach Regel 10-2.a abschlagen will,
so soll nicht außer Reihenfolge gespielt werden, was ich gut finde,
denn man kann einer Spielerin nicht durch Regel verbieten, die Ehre
wahrzunehmen, wenn sie ihr zusteht. Die Regel 6-7 bezieht sich übrigens
nicht auf Spielverzögerung, sondern auf "unangemessene
Spielverzögerung". Der Schluss wäre daher nicht richtig, dass das
Nichteinhalten einer üblichen Praxis und Spielen nach Regel – hier
Regel 10-2 – unangemessen sein kann.
06.02.2009
Dem Zähler ausgeliefert?
Bei uns muss der Zähler für alle in der Gruppe zählen. Bin ich meinem Zähler total ausgeliefert, kann er z. B. aufschreiben, was er will, und ich kann nichts dagegen unternehmen?
Regina Schulper E-mail
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn der Zähler alle zählt, müsste er selbst auch gezählt werden, üblicherweise zählt aber ein Bewerber A den Bewerber B, B zählt C und C zählt A. Sie können dem Zähler nicht total ausgeliefert sein, weil nach Regel 6-6.b alle zweifelhaften Einzelheiten, also auch eventuelle Zweifel über die
Schlagzahl an den einzelnen Löchern, ausschließlich vor dem Einreichen
Ihrer noch nicht unterschriebenen Zählkarte von der Spielleitung geklärt werden. Ein
Zähler ist kein Platzrichter und kein Spielleitungsmitglied und auch
keiner, der Regeln beim Spiel auslegt. Er hat lediglich die von ihm gezählten Schlagzahlen pro Loch (nach Abgleich gemäß Regel 6-6.a) aufzuschreiben.
06.02.2009
Muss ein Zähler die Schläge zählen?
Es geht um die Aufgaben des Zählers bzw. Markers. Ein Freund von mir will mich in der Weise aufklären, dass die Aufgabe des Zählers nicht sei, die Schläge des ihm zugewiesenen Spielers zu zählen, sondern die Zahl der Schläge auf der Scorekarte zu notieren. In vielen Ländern werde der Zähler dort auch Marker genannt, also übersetzt der Schreiber. Daher konkret die Frage: Muss ein Zähler die Schläge zählen?
Werner Potthoff
45481 Mülheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Letztlich ja, nach Erklärung "Zähler" ist das jemand, den die
Spielleitung zum Aufschreiben der Schlagzahlen eines Bewerbers bestimmt
hat. Gemäß Regel 6-6.a sollte der Zähler (oder meinetwegen der Marker)
nach jedem Loch die Schlagzahl mit dem Bewerber vergleichen (check the
score with the competitor) und aufschreiben. Dazu muss er ja die
Schlagzahl des Bewerbers, die er nach Regel 6-6.b durch seine
Unterschrift bestätigen muss, auch kennen, er müsste sie also
mitgezählt haben. Schreibt er wissentlich eine falsche Schlagzahl auf,
so ist er, wenn er Mitbewerber ist, nach Entscheidungen 1-3/6 und
6-6.a/5 disqualifiziert. Der Zähler soll nicht die vom Bewerber
genannte Schlagzahl einfach übernehmen und durch seine Unterschrift als
richtig bestätigen, ohne sie durch Mitzählen zu kennen.
06.02.2009
Score nicht eindeutig lesbar – wie verfährt man?
Bei dem Turnier Vila Sol Golf Challenge (2er-Scramble-Stableford über 18 Löcher) war für uns überraschend als Score auf der Bahn 9 statt der tatsächlich gespielten 5 eine 9 gewertet worden. Mit der richtigen Wertung hätten wir allein den 1. Platz in der Spielklasse "Netto Hcp bis 43,9" belegt. Nach Bekanntgabe der Platzierung haben wir mit der Spielleitung die Fehlerquelle ausmachen können. Die 5 war nach Auffassung der Spielleitung auf unserer Scorekarte nicht eindeutig zu erkennen. Zugegeben, ich habe schon eine schönere 5 gesehen, mit einer 9 hatte es aber auch nichts zu tun. Der Score war leider auf der Scorekarte der Spieler, die uns gezählt haben, nicht dokumentiert. Ich habe sofort vor Abschluss der
Siegerehrung mit Siegerfoto Protest eingelegt und bitte um Aufklärung.
Christian Sterl
85622 Feldkirchen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn die Spielleitung versehentlich statt der tatsächlich gespielten 5
eine 9 gewertet hat, so sollte sie ihren Fehler berichtigen, wobei es
keine zeitliche Beschränkung für das Berichtigen eines solchen Fehlers
gibt, weil Regel 34-1.b bei solchen Fehlern der Spielleitung nicht gilt
– siehe Entscheidungen 6-2.b/3, 33-5/2 und 34-1/6. Es hat aber den
Anschein, dass die Schlagzahl auf Ihrer Zählkarte, die mir nicht
vorliegt, als eine 9 (oder überhaupt nicht) gelesen werden kann. Nach
Regel 6-6.d sind Sie dafür verantwortlich, dass die aufgeschriebene
Schlagzahl auf der von Ihnen unterschriebenen Zählkarte an Loch 9
richtig ist. Reichen Sie eine höhere Schlagzahl ein als tatsächlich an
Loch 9 gespielt, so gilt die eingereichte Schlagzahl. Ist Ihre
Schlagzahl für jedermann nicht eindeutig lesbar, so ist es meines
Erachtens Ihrem Missgeschick zuzuschreiben, wenn sie von der
Spielleitung falsch gedeutet (oder nicht gewertet) wird. Die
Spielleitung hätte den Sachverhalt vor der Siegerehrung mit Ihrem
Zähler klären können, sie muss das aber nicht tun.
06.02.2009
Gilt das Beobachten eines Balls schon als "suchen"?
An einem Dogleg verzieht ein Spieler seinen Ball vom Abschlag. Um zu sehen, wo dieser landet, läuft er 20 Meter diagonal nach vorne. Der Ball verschwindet im Rough, und der Spieler geht zurück, um einen provisorischen Ball zu spielen. Dies wird ihm verwehrt, da er angeblich nach vorne gegangen sei, um den ursprünglichen Ball zu suchen. Ich bin der Meinung, dass das Beobachten der Flugbahn noch nicht zum Suchen zählt.
Wolfgang Bertram
22869 Schenefeld
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ich auch. Nach Regel 27-2.a muss ein Spieler einen provisorischen Ball
spielen, bevor er nach vorne geht, um den ursprünglichen Ball zu
suchen. Hier war der Spieler nach vorne gelaufen, um zu sehen, wo der
ursprüngliche Ball landet. Er hat m. E. damit nicht gegen Regel 27-2.a
inklusiv ergänzendem Zusatz verstoßen und darf einen provisorischen
Ball spielen.
In der Entscheidung 27-2.a/1.5 und insbesondere
29-1/4.5 (neu) wird darauf hingewiesen, dass der Zusatz nicht
bedeutungslos ist und berücksichtigt werden soll. Da der Spieler
gelaufen war, liegt auch keine Spielverzögerung vor. Entscheiden sollte
dies aber die Spielleitung und nicht ein Mitspieler.
06.02.2009
Darf ich Tees durchbohren?
Darf ich zwei Tees durchbohren, mit einem Faden verbinden, ggf. in der Mitte des Fadens ein Gewicht anbringen und damit aufteen, wenn ich den Faden nicht als Ausrichtungshilfe
verwende?
Joachim E. Liebner
23570 Travemünde
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, der R&A in St. Andrews hat durch Kevin Baker im Juli 2006 in
einem ähnlichen Fall festgelegt, dass die Verwendung eines solchen Tees
in festgesetzten Runden ein Verstoß gegen Regel 11-1 und die Erklärung
„Tee“ darstellt, auch wenn die Spiellinie durch den Faden nicht
angezeigt wird, weil „the tee itself is nonconforming“. Nach der
Erklärung „Tee“ darf dieses ja nicht so gestaltet sein, dass es die
Spiellinie anzeigen "könnte". Die Strafe wäre Disqualifikation.
06.02.2009
Sprenkleranlage getroffen – was tun?
Nach einem guten Fairwayschlag schlug mein Ball auf die Abdeckplatte einer Sprenkleranlage und flog von dort ins tiefe Rough. Man sagte mir "leider Pech gehabt". Ist das richtig? Ich war der Meinung, es sei wie beim Treffen eines Strommastes und hatte gehofft, den Schlag noch einmal straflos wiederholen zu dürfen.
Horst Sturm
22955 Hoisdorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 19-1 gilt so etwas als Spielzufall, ist straflos, und der
Ball muss gespielt werden, wie er liegt. Existiert eine Platzregel für
einen Ball, der von einer Freileitung oder einem Strommast abgelenkt
wurde, so muss der Schlag annulliert und von der ursprünglichen Stelle
straflos neu gespielt werden – Entscheidung 33-8/13. Dazu muss aber
eine entsprechende Platzregel in Kraft sein. Dies ist der Fall, wenn
Freileitungen bzw. deren Masten so ausgerichtet sind, dass sie sich
beim Spielen eines Lochs sehr störend auswirken können.
06.02.2009
Ball verloren – was tun?
Spieler A schlägt seinen Ball zum Grün – leider viel zu lang über das Grün hinaus in das dahinter befindliche sehr hohe und äußerst dichte Rough. Er schlägt einen provisorischen Ball kürzer bis an den Grünrand, vermutet den nicht sichtbaren Spielball im Rough in einer Lage näher zum Loch und legt den provisorischen Ball mit dem nächsten Schlag dicht an die Fahne. Spieler A und B gehen daraufhin in das Rough und finden den Spielball von A in einer Lage weiter von der Fahne entfernt als der provisorische Ball vor dessen Annäherungsschlag. Muss Spieler A vor dem Annäherungsschlag des provisorischen Balls ins Rough gehen und seinen ursprünglichen Ball suchen, um nach erfolgreicher Suche dessen Entfernung zum Loch mit der des provisorischen Balls zu vergleichen?
Volker Dieterichs
38179 Schwülper
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Der Spieler A hätte die Lage und den Status seines ursprünglichen
Balls klären sollen, bevor er mit dem provisorischen Ball weiterspielt,
denn die Vermutung des Spielers A, sein nicht sichtbarer ursprünglicher
Ball im sehr hohen und äußerst dichten Rough sei näher zum Loch als der
provisorische Ball, ist nicht realistisch und nicht plausibel. Nach
Regel 27-2.b und Erklärung "Verlorener Ball" gilt deshalb der
ursprüngliche Ball im Rough als verloren und der provisorische Ball ist
unter Strafe von einem Schlag und Distanz-verlust jetzt der Ball im
Spiel. Wäre der ursprüngliche Ball tatsächlich näher zum Loch gelegen
als der provisorische Ball vor dem Annäherungsschlag, so hätte der
Spieler A den provisorischen Ball aufgeben und das Spiel mit dem
ursprünglichen Ball fortsetzen müssen – Regel 27-2.c.
06.02.2009
Kann eine Unterschrift auf der Zählkarte noch nachgeholt werden?
Bei einem Zählwettspiel wurden alle drei Zählkarten einer Spielergruppe nach Beendigung ihres Spiels von einem der Spieler bei der Spielleitung eingereicht und in einen dafür vorgesehenen verschlossenen Kasten geworfen. Zehn Minuten später wurde festgestellt, dass eine Karte nicht vorschriftsmäßig unterschrieben war. Die Zählkarte galt aber doch als endgültig bei der Spielleitung eingereicht, so dass die Unterschrift nicht mehr nachgeholt werden kann?“
Gerhard Stähli
78183 Hüfingen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn Zählkarten durch Einwerfen in einen Zettelkasten abgegeben wurden,
ist davon auszugehen, dass sie nach Regel 6-6.b als eingereicht galten,
so dass nach Regel
6-6.c nichts mehr geändert werden darf. In Ihrem Fall ist der Spieler daher zu disqualifizieren – siehe Entscheidung 6-6.c/1.
06.02.2009
Ball durch Wind bewegt – hätte er seinen Ball spielen müssen, wie er lag?
Bei einem Wettspiel nach Stableford hat sich Folgendes zugetragen: Ein Spieler hatte seinen Ball auf dem Grün noch nicht angesprochen und seinen Stand nicht eingenommen, als sich plötzlich sein Ball auf dem leicht hängenden Grün auf einen Windstoß hin bewegt und ein kleines Stück zur Seite rollt. Nach Beratung mit den Mitspielern hat der Spieler seinen Ball zurückgelegt und von der ursprünglichen Stelle eingelocht. Später erhielt er von der Spielleitung an diesem Loch zwei Strafschläge. Hätte er seinen Ball
spielen müssen, wie er lag?
Manfred Schneider
Mannheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Der betreffende Spieler hätte seinen Ball spielen müssen, wie er
nach dem Wegrollen lag. Weil er weder die Bewegung des Balls verursacht
noch den Ball angesprochen hatte, war dieser von selbst mit Hilfe des
Windstoßes in Bewegung geraten. Wind ist etwas "Nicht zum Spiel
Gehöriges", für die Bewegung seines Balls ist der Spieler nicht
verantwortlich, er bekommt auch keinen Strafschlag dafür. Er hätte
seinen Ball dann aber auch spielen müssen, wie er lag.
Weil er ihn aufgehoben, d. h. bewegt und nicht zurückgelegt hatte,
zieht er sich zu Recht die Grundstrafe von zwei Schlägen für Verstoß
gegen Regel 18 zu – siehe Strafenvermerk zu Regel 18. Dies wird durch
die Entscheidungen 18-1/12
und 18-2a/7 bestätigt. Wenn der Ball von ihm schon angesprochen war – siehe
Erklärung "Ansprechen des Balls" – so hätte er nach Regel 18-2.b als
von dem Spieler bewegt gegolten und hätte mit einem Strafschlag
zurückgelegt werden müssen.
06.02.2009
Darf ich den roten Pfahl herausziehen?
„Mein Ball liegt im seitlichen Wasserhindernis. Beim Aufschwung zum Schlag stört mich aber der rote Pfahl, der das Wasserhindernis kennzeichnet. Darf ich diesen Pfahl herausziehen, meinen Schlag ausführen und dann wieder in den Boden stecken? Die einen sagen ja, die anderen nein, weil mein Ball im selben seitlichen Wasserhindernis liegt.
Viola Fischer
Göttingen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Rote und gelbe Pfähle in Wasserhindernissen sind im Allgemeinen
bewegliche Hemmnisse, die nach Regel 24-1 straflos entfernt werden
dürfen, auch wenn der Ball im Hindernis liegt – vgl. Entscheidung
1-4/5. Nur wenn es in der Platzregel heißt, dass diese Pfähle
unbeweglich sein sollen oder wenn sie unbeweglich, d. h. nicht
herausnehmbar sind, dürfen sie nicht entfernt werden – siehe Anmerkung
1 zu Regel 24-2 und Entscheidung 33-8/16. Der Ball muss dann gespielt
werden,
wie er liegt oder es muss nach Wasserhindernisregel 26-1 mit einem Strafschlag verfahren werden.
06.02.2009
Freedrop im hohen Rough?
In der Ausgabe vom Mai 2008 wird auf die Frage "Erleichterung im hohen Rough" der Eindruck erweckt, als ob die Anwendung der Regel 25-1.b (I), Ausnahme (a), von der Spielstärke jedes einzelnen Spielers abhängig sei. Das kann doch eigentlich nicht sein, schließlich kann ja auch ein vermeintlich schlechter Spieler mit hohem
Handicap einen guten Tag haben und alles treffen, auch aus vermeintlich
aussichtsloser Lage.
Dietrich Pinhammer
31848 Bad Münder
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das ist richtig, dieser Eindruck wäre falsch. Nicht die Spielstärke, z.
B. das Handicap, sondern das Spielvermögen eines Spielers ist
maßgeblich, um einen sogenannten "Freedrop" im hohen Rough bei
Behinderung durch "Tierloch" zu bekommen. Es heißt ja in der Ausnahme
(a) zur Regel 25-1.b (I), wenn es für ihn ganz und gar unvernünftig
wäre (clearly unreasonable for him), einen Schlag zu machen.
Entscheidend ist also, ob der Spieler aus dem hohen Rough überhaupt den
Schlag machen kann oder ob der Ball für ihn unspielbar ist. Das muss die Spielleitung vor Ort einschätzen. Das Gleiche gilt bei Behinderung durch ein zeitweilig unbewegliches Hemmnis, wobei ein Spieler
z. B. auch nur Erleichterung in Anspruch nehmen darf, wenn er eine feststehende Entfernung zu schlagen vermag – vgl. Anhang I. B. 7, Ausnahme 3.
06.02.2009
Bemerkung oder Belehrung?
Beim Matchplay lag meines Gegners Ball im Vorgrün, und er bat mich,
die Fahne aus dem Loch zu entfernen. Ich erwiderte, dass ich gelesen hatte, dass statistisch mehr Bälle ins Loch gehen, wenn die Fahne im Loch ist. War dies Belehrung?
Dr. Claudius Ulmann
53474 Bad Neuenahr
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das ist ein Grenzfall, vom R&A in St. Andrews ist das nicht entschieden. Einerseits ist es ein Verstoß gegen
Regel 8-1 mit Lochverlust, andererseits könnte man auch der Meinung
sein, dass diese Erwiderung nur eine beiläufige Bemerkung war (was made
casually), was straflos wäre – siehe Entscheidung 8-1/8. Belehrung ist
nach Erklärung „Belehrung“ jede Art von Rat oder Anregung, die einen
Spieler in seiner Entscheidung über sein Spiel beeinflussen könnte.
Ihre Bemerkung geht auf kein Gerücht zurück, sondern auf das Ergebnis
einer Studie in den USA und das insbesonders beim Bergabschlagen in
sehr geringem Umfang gültig sein soll. Meines Erachtens kann man Ihre
Erwiderung als beiläufig erfolgt ansehen, man sollte allerdings
derartige Bemerkungen mit gebührendem Respekt vor der "Heiligkeit so
einer Sache" unterlassen und besser nichts sagen.
06.02.2009
Ball nicht gefunden – wie ist zu verfahren?
Ein Spieler schlägt vom Abschlag seinen Drive in eine mit blauen Pfählen gekennzeichnete Fläche. Alle Mitspieler haben dies gesehen. Als nach seinem Ball gesucht wird, ist dieser nicht gefunden worden. Nach welcher Regel ist zu verfahren? Handelt es sich hier um einen verlorenen Ball, wobei der Spieler zurück zum Abschlag und einen neuen Ball mit einem Strafschlag spielen muss oder kann er innerhalb einer Schlägerlänge neben der blauen Kennzeichnung straflos einen neuen Ball fallen lassen?
Hannelore Buchholz
90449 Nürnberg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Es gilt Regel 25-1.c, weil der Ball in ungewöhnlich beschaffenem Boden,
hier Boden in Ausbesserung (BiA), nicht gefunden wurde. Um diese Regel
anwenden zu können, muss es "bekannt oder so gut wie sicher sein", dass
der Ball in dem BiA ist. Ist dies der Fall, wird dem Spieler der blaue
Pfahl wie eine Rettungsboje vorkommen, er darf straflos mit der
Kreuzungsstelle zum BiA als Bezugspunkt nach Regel 25-1.c (I) und
25-1.b (I) einen neuen Ball einsetzen. Die Freude über das rettende
blaue Signal kann aber auch verfrüht sein und sich als falsche Hoffnung
erweisen, nämlich dann, wenn es "an der Kenntnis oder Gewissheit" vor
Ort fehlt, dass der Ball im BiA ist. Es muss jetzt nach Regel 27-1
verfahren und mit einem Strafschlag am Abschlag ein neuer Ball gespielt
werden. Der Begriff "bekannt oder so gut wie sicher" ist in der
Entscheidung 26-1/1 (revidiert) ausführlich erläutert. Wenn, wie in
Ihrem Fall, alle Mitspieler den Ball im BiA landen sahen und außerdem
der Ball woanders schwerlich verloren sein kann, dürfte Regel 25-1.c
anwendbar sein, was aber stets vor Ort entschieden werden sollte. Der
Spieler darf die Regel 25-1.c nur dann anwenden, wenn es so gut wie
keinen Zweifel gibt, dass der Ball im BiA ist. Andernfalls muss bei
einem nicht gefundenen Ball davon ausgegangen werden, dass er außerhalb
des BiA verloren ist.
06.02.2009
Darf ein MItspieler beim Aufteen helfen?
Ein Mitglied unseres Flights leidet unter Parkinson und hat somit Schwierigkeiten, seinen Ball am Abschlag aufzuteen. Darf ein Mitspieler für ihn das Aufteen nach seinen Angaben ausführen?
Peter Lehne
82166 Gräfelfing
Dr. Horst Frehsen antwortete
Da der Ball vor dem Abschlagen noch nicht im Spiel ist, kann es sich
nicht um eine Unterstützung handeln, wenn ein Mitspieler den Ball
aufteet (oder aus dem Loch nimmt). Wenn der aufzuteende Ball aber schon
im Spiel ist, z. B. wenn er nach einem Schlag unspielbar lag und erneut aufgeteet wird, wird es sehr
problematisch, so dass eine Erlaubnis der Spielleitung besser wäre. Hierzu sollte die Spielleitung die vom R&A in St. Andrews verfassten „Anpassung der Golfregeln für Golfspieler mit Behinderung“ (2008-2011) zurate ziehen. Diese sollen es behinderten Golfspielern ermöglichen, ohne
Benachteiligungen mit einem Golfspieler ohne Behinderung zu spielen.
Die 2008 modifizierten Regeln müssen in Ihrem Heimatclub
vorliegen, sie sind weltweit gültig.
06.02.2009
Wie ist zu verfahren?
Ball durch nicht zum Spiel Gehöriges aufgehalten
Vor einiger Zeit erschien im GOLFmagazin ein Artikel, in dem ein Spieler von einem fremden Ball getroffen wurde, wobei sich der Ball in der Kleidung des Spielers verfing. Wie ist dann zu verfahren?
Gerd Köhler
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die sehr reizvolle Regelfrage stammte von Herrn Kern aus Mannheim, der
den Vorfall wie folgt beschrieb: "Bei einem Wettspiel traf mich
plötzlich an der
linken Leistengegend ein heftiger Schlag, und in meiner Hosentasche
hatte ein fremder Ball von einem Abschlag seine vorläufige Endstation
erreicht. Dies war sozusagen der seltene Fall eines "Pocket-in-One".
Mein Standort war hinter einem Hügel und konnte nicht eingesehen
werden. Ich habe den Ball so nahe wie möglich an der Stelle meines
linken Beins gedroppt, nachher aber noch folgende Überlegungen angestellt: Hätte ich
an der Stelle verharren sollen, bis der Verursacher eines beachtlichen
Blutergusses dort eingetroffen wäre und ihm dann die Entscheidung überlassen sollen, ob er den Ball aus meiner Hosentasche
spielen wolle oder ob er ihn selbst droppen würde? Hätte ich die Hose
ausziehen und an besagter Stelle liegen lassen sollen, oder hätte ich
einfach den Ball in der Tasche lassen sollen, sozusagen als
Schmerzensgeld für erlittene Unbill und den mir vorgeführten
Taschenspielertrick?"
Das gehört auch zum Kuriositätenrepertoire der Golfregeln. Der
Spieler hat richtig gehandelt, was anerkennenswert ist. Für den
Schützen des Streuballs gilt nämlich Regel 19-1 (Ball in Bewegung durch
Nicht zum Spiel Gehöriges aufgehalten), und der Ball musste so nahe wie möglich der Stelle, an der er in der Hoschentasche verschwand, fallen gelassen werden. Da der Ball schon da
lag und der Droppvorgang nicht gesehen wurde, durfte er von dort
gespielt werden,
andernfalls hätte der Schütze nach Regel 20-2.a straflos seinen Ball selbst fallen lassen müssen.
06.02.2009
Regel 25-1.c?
Nach einem Schlag vom Fairway fliegt der Ball eines Mitbewerbers über ein seitliches Wasserhindernis und landet – für alle gut sichtbar – hinter dem Wasserhindernis im direkt daran angrenzenden Boden in Ausbesserung (BiA). Der Ball konnte innerhalb der fünfminütigen Suchfrist nicht gefunden werden, es war aber so gut wie sicher, dass er im BiA verloren war. Ist es die Stelle zwischen Wasserhindernis und BiA, an der der Ball laut Regel 25-1.c liegend gilt?
Egon Kaiser
42859 Remscheid
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, der Bezugspunkt zum Einsatz eines neuen Balls ist die Stelle, an
der der Ball zuletzt die Grenze des BiA im Gelände gekreuzt hat. Es ist
jetzt nach Regeln
25-1.c (I) und 25-1.b (I) zu verfahren, wobei der nächstgelegene Punkt
der Erleichterung nicht in dem Hindernis sein darf. Wenn daher dieser
Punkt (nicht näher zum Loch) auf der anderen Seite des Hindernisses
ist, muss der Ball vor dem Wasserhindernis straflos fallen gelassen
werden, und zwar innerhalb einer Schlägerlänge vom nächstgelegenen
Punkt der Erleichterung. Glück muss man beim Golf auch haben!
06.02.2009
Straffrei?
Nach dem Abschlag landete mein Ball gut sichtbar im etwas höheren Semirough, das jedoch mit Klee versetzt war. Um den Probeschlag ähnlich auszuführen, ging ich ca. vier Meter nach rechts und machte einen Probeschlag in eine Stelle des Roughs mit noch etwas mehr Klee. Als Ergebnis dieses Probeschlags flog nicht nur Klee,
sondern auch ein nicht mir gehörender alter Ball. Dieser fremde Ball war vorher nicht zu sehen. Ich spielte meinen eigenen Ball zu Ende. Nach meiner Meinung bleibt dieser Vorfall straffrei, oder wie sehen Sie das?
Fred Gärtner
77781 Biberach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Genauso. Sie hatten nicht die Absicht, den fremden Ball zu bewegen – siehe
Erklärung "Schlag". Wäre das Ihr Ball gewesen, so hätten Sie sich nach
Regel 18-2.a einen Strafschlag zugezogen, weil Sie Ihren Ball im Spiel
bewegt hätten, und der Ball hätte zurückgelegt werden müssen – siehe
Entscheidung 18-2.a/20.
06.02.2009
Wie verfahre ich?
Ein Spieler puttet auf dem Grün. Der Ball bewegt sich genau auf das Loch zu, bleibt aber am Lochrand hängend liegen, weil ihm eine achtel Umdrehung fehlt. Er geht sofort auf seinen Ball zu und wartet, ob er doch noch ins Loch fällt. Wie ist zu verfahren?
Georg Vollmer
67227 Frankenthal
Dr. Horst Frehsen antwortete
Was jetzt geschieht, gibt es sonst nur noch beim Boxen. Der Spieler wartet nach Regel 16-2 zehn Sekunden und zählt dazu am besten bis zehn. Aber er wartet nicht, ob sich jemand mühsam vom Boden aufrappelt, sondern ob sein teilweise über den Lochrand hinausragender Ball von selbst ins Loch fällt. Tut er das, so ist der Ball mit dem letzten Schlag eingelocht, und es gibt keine Strafe. Ist der Ball bis dahin nicht ins Loch gefallen, so gilt er als in Ruhe befindlich. Fällt er nach mehr als zehn Sekunden von selbst ins Loch, so ist er zwar auch vom Spieler mit seinem letzten Schlag eingelocht, aber er muss seiner Schlagzahl für das Loch einen Strafschlag hinzufügen. Der Spieler darf eine Bewegung des über den Lochrand hinausragenden Balls nicht verursachen in der Hoffnung, dass dadurch der Ball ins Loch fällt, z. B. indem er nahe am Loch "Sprünge macht", um den Boden zu erschüttern oder den Ball ins Loch pustet – siehe Entscheidungen 1-2/4 und 3-2/2. Fällt der Ball bei diesen unredlichen Aktionen ins Loch, so ist das strafbar.
06.02.2009
Ist das erlaubt?
Mein Ball fliegt vom Abschlag nach rechts jenseits des Fairways und ist dort durchaus noch spielbar, wenn auch schwierig. Ich lege den Ball jedoch zurück aufs Tee, schlage erneut ab und rechne mir anschließend einen Strafschlag zu den beiden bereits ausgeführten Schlägen. Ist das erlaubt?
Ralf Brück
63477 Maintal
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Sie dürfen Ihren Ball überall auf dem Platz für unspielbar halten, ausgenommen er ist in einem Wasserhindernis, und nach Regel 28a mit einem Strafschlag erneut vom Abschlag spielen und ihn dort auch aufsetzen – Regel 20-5. Ihr Ball liegt dann drei.
06.02.2009
Wie verhalte ich mich regelkonform?
1. An einem halbinselförmigen Grün befindet sich frontal und links seitlich ein Wasserhindernis und rechts vor dem Grün eine Dropzone. Ein Spieler schlägt seinen Ball aufs Grün, dieser rollt aber hinten links noch ins Wasser. Darf er nach Wasserhindernisregel verfahren oder muss er in der Dropzone droppen?
2. Ein Spieler kniet auf dem Grün hinter seinem Ball zum Beurteilen und Lesen der Puttlinie, setzt dabei den Schläger hinter dem Ball auf, geht danach in die Puttposition und spielt den Ball. Kollidiert dieses Verhalten mit der Regel 8-2.b, wonach das Grün nicht berührt werden darf?
Dr. Andreas Weidinger
83224 Grassau
Dr. Horst Frehsen antwortete
Zu 1.: Die Spielleitung müsste in einer Platzregel angegeben haben, ob die Bälle in der Dropzone fallen gelassen werden dürfen oder müssen – vgl. Regelbuch
Anhang I, A, 6. Wenn keine Platzregel dazu existiert, würde ich so verfahren, wie es am günstigsten ist, ohne dass dadurch das Spiel verzögert wird.
Zu 2.: Nein, nur beim Angeben bzw. Aufzeigen (pointing out) der Linie zum Putten, z. B. wenn vor dem Ball mit dem Putter auf die beabsichtigte Linie zum Putten gezeigt wird, darf dabei das Grün nicht berührt werden.
06.02.2009
Gilt hier Regel 27-1.c?
Wenn man ein Dogleg abkürzt und überspielt, in dem sich genau in der Abbiegung ein Wasserhindernis befindet, das mit vielen Büschen und Bäumen umgeben und nicht zu sehen ist, gilt dann Regel 27-1.c (Strafschlag und Distanzverlust bei Ball
verloren), wenn der ursprüngliche Ball weder im Wasser noch woanders
gefunden wird und kein provisorischer Ball gespielt wurde?“
Rüdiger Jahn
24146 Kie
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ich denke ja. Nach neuen Regeln muss es bekannt oder so gut wie sicher sein, dass der Ball in dem Wasserhindernis verloren ist, um die Wasserhindernisregel
26-1 anwenden zu können, was wohl hier nicht der Fall sein dürfte. Nach Entscheidung 26-1/1 (revidiert) muss von einem nicht gefundenen Ball angenommen werden, dass er außerhalb des Hindernisses verloren ist, wenn es nicht so gut wie keinen Zweifel gibt, dass der Ball in dem Wasserhindernis ist. Dies sollte am besten vor Ort entscheiden werden. Bei der Feststellung, ob etwas "bekannt oder so gut wie sicher ist", müssen alle erzielbaren Beweisanzeichen berücksichtigt werden, einschließlich der tatsächlichen Bedingungen des Geländebereichs um das Wasserhindernis. Wenn der Spieler das Dogleg nicht abgekürzt hätte, hätte er wohl einsehen können, ob sein Ball im Wasserhindernis gelandet ist.
06.02.2009
Wann erfolgt eine Disqualifikation?
Über das Verfahren der Disqualifikation bin ich mir völlig im Unklaren. Zum einen, weil es trotz erheblicher Regelverstöße bei uns nie zu einer Disqualifikation kam und zum anderen, weil ich auch nicht genau weiß, wann und wie eine Disqualifikation zu erfolgen hat. Stellt Spieler A fest, dass Spieler B eine falsche Schlagzahl eingereicht hat oder spielt Spieler B mit dem Fuß, dazu meine Frage:
Bei welchen Verstößen wird eine Disqualifiaktion ausgesprochen?“
Joachim Plattner
95410 Bayreuth
Dr. Horst Frehsen antwortete
Reicht ein Bewerber für irgendein Loch eine niedrigere als tatsächlich gespielte Schlagzahl ein, so ist er nach Regel 6-6.d disqualifiziert, und wird ein Ball im Spiel absichtlich mit dem Fuß gespielt und nicht zurückgelegt, sondern von der falschen Stelle gespielt, so ist die Strafe, wenn sich der Bewerber nach Meinung der Spielleitung einen bedeutenden Vorteil verschafft hat, wegen eines schwerwiegenden Verstoßes Disqualifikation, ansonsten zwei Strafschläge – Regel 18 und 20-7.c.. Bestreitet im ersten Fall der Bewerber, dass die Schlagzahl falsch ist, so muss dies von der Spielleitung geklärt werden. Wird zu seinen Gunsten entschieden, so durfte der Spieler A nach Entscheidung 34-1.b/1.5 die Spielleitung über einen Regelverstoß informieren. War der Spieler A der Zähler des Bewerbers, so musste er den Sachverhalt der Spielleitung melden – vgl. Entscheidungen 1-3/6, 6-6a/5 und 6-6a/4. Der Zähler hätte, wenn die Schlagzahl niedriger als tatsächlich gespielt war und er dies wusste, die Zählkarte nicht unterschreiben dürfen, sonst ist er disqualifiziert. Spieler A kann daher nicht bestraft werden.
06.02.2009
Unterschrift verweigern?
Ein Zähler ist ja für das Aufschreiben der Schlagzahlen seines Mitbewerbers zuständig und bestätigt mit seiner Unterschrift die Richtigkeit der eingereichten Scores. Es passiert immer wieder, dass Mitbewerber inkorrekte Scores nennen und diese beim Abgleich nicht korrigieren wollen. Darf der Zähler am Ende der Runde seine Unterschrift verweigern? Wenn die Spielleitung zugunsten des Mitbewerbers entscheidet, müsste dann der Zähler eine falsch ausgefüllte Scorekarte unterschreiben?
Gerhard Leibe
München
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ein Zähler darf die Zählkarte seines Mitbewerbers nur unterschreiben und damit die Schlagzahlen als richtig bestätigen, wenn sie seines Wissens auch richtig sind. Weiß er, dass eine vom Mitbewerber genannte Schlagzahl an einem Loch niedriger als tatsächlich gespielt ist (nach Regel 6-6.a hat er sie an jedem Loch zu kennen), so darf er die Schlagzahl nicht übernehmen. Tut er dies trotzdem und unterschreibt die Zählkarte des Mitbewerbers mit der falschen Schlagzahl, so ist er nach Entscheidungen 1-3/6 und 6-6.a/5 zu disqualifizieren. Entscheidet die Spiel-
leitung, nachdem ihr die "zweifelhafte Einzelheit" gemäß Regel 6-6.b gemeldet wurde, zugunsten des Mitbewerbers, so muss der Zähler nur die Schlagzahlen auf der Zählkarte bestätigen, die er für richtig hält – Entscheidung 6-6a/4. Er ist nicht verpflichtet, eine Zählkarte zu unter-schreiben, von deren Richtigkeit er trotz der Entscheidung der Spielleitung nicht überzeugt ist.
06.02.2009
Wer bekommt die Strafschläge?
Spieler A fragt Spieler B: Mit welchem Schläger hast du gespielt? Wenn das strafbar ist und B antwortet, wer bekommt dann die Strafschläge?
Günter Frömbgen
53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler
Dr. Horst Frehsen antwortete
Beide zwei – Regel 8-1 (außer A hatte schon geschlagen) – Entscheidung 8-1/7. Spieler B darf Spieler A in seiner Entscheidung über die Schlägerwahl nicht beeinflussen – vgl. Erklärung "Belehrung", z. B. wenn A einen ähnlichen Schlag vor sich hat oder von der gleichen Stelle wie B spielen muss.
06.02.2009
Darf ein Spieler solche Wünsche durchsetzen?
In vorgabenwirksamen Turnieren muss ich oft mit einem Schiedsrichter (Handicap 12) spielen. Dieser erwartet bei jedem Schlag, außer beim Putten, dass sich alle Mitbewerber im rechten Winkel zum Ball aufstellen, eher schlägt er nicht. Da ich den Ball dann schlecht sehe, stehe ich gerne zirka drei Meter hinter oder seitlich neben dem Ball. Es stört mich jedes Mal, dann ermahnt zu werden, falsch zu stehen und aufzurücken.
Darf ein Spieler solche Wünsche durchsetzen?
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die Etikette besagen, dass andere Spieler nicht nahe oder hinter dem Ball eines
Mitspielers stehen sollten, falls dieser dabei ist, seinen Schlag auszuführen. Wenn Sie ca. drei Meter hinter/seitlich neben dem Spielball stehen, stört das offenbar den Mitspieler. Ich würde an Ihrer Stelle zu meinem Ball gehen und dort stehen bleiben und spielen, wenn ich dran bin. Ich muss nicht ausdrücklich zusehen, wo die Bälle des
Spielgefährten hinfliegen. In Zählwettspielen würden am besten alle Spieler möglichst alleine in Übereinstimmung mit den Regeln gegen den Platz spielen.
06.02.2009
Farbige Golfbälle nicht zulässig?
Ich spielte mit farbigen Bällen renommierter Hersteller. ein Mitspieler sagte, dass mit weißen Bälle gespielt werden sollte, ist das richtig?
Eduard Schmuderer
89346 Silheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, ob weiß oder farbig, die Bälle müssen den in Anhang III des Regelbuchs
geforderten Spezifikationen entsprechen – siehe Regel 5-1. Muss der gespielte Ball im aktuell gültigen Verzeichnis zugelassener Bälle des R&A aufgeführt sein, so sollte man sich das Verzeichnis zur Einsichtnahme vorlegen lassen.
06.02.2009
Dürfen einige Teilnehmer bevorzugt werden?
Die Spielleitung will in meinem Club motorisierte Golf-Carts generell in vorgabenwirksamen Wettspielen erlauben. Insgesamt stehen 20 Carts bei etwa 80 bis 100 Teilnehmern zur Verfügung. Meine Frage: Ist es zulässig, die Nutzung von Carts in vorgabenwirksamen Wettspielen generell zu gestatten, und spielt es eine Rolle, dass bei der geringen Zahl der Carts einige Teilnehmer bevorzugt
würden?“
Martin Michaelis
87700 Memmingen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn die Spielleitung in den allgemeinen Wettspielbedingungen nicht die DGV-Wettspielbedingungen 2008, wonach gemäß Ziffer 10 die Nutzung von motorisierten Golf-Carts verboten ist, herangezogen hat, kann sie die Nutzung von Carts auch in vorgabenwirksamen Wettspielen erlauben, weil in der Entscheidung 33-1/8 ausgeführt ist, dass dies nicht gegen die Golfregeln verstößt. Nach den DGV-Vorgaben- und Spielbestimmungen 2007-2010, Seiten 99 und 100, sollen Carts nur dann generell zur Verfügung gestellt werden, wenn alle daran interessierten Teilnehmer des Wettspiels von Carts Gebrauch machen könnten. Die Spielleitung sollte die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen, bevor sie in dieser Sache entscheidet, wozu der Hausrechtsinhaber stets berechtigt ist.
06.02.2009
Ball in Bewegung aufgehalten – strafbar?
Wir spielen zu viert in den Bergen von Mallorca. Mein Abschlag landet hinter einem Hügel bergauf. Alle vier sind der Meinung, dass der Ball gut liegt. Die drei anderen Mitspieler schlagen danach ebenfalls ab. Wir wollen gerade alle losgehen, als ein Ball aus heiterem Himmel einen geteerten Weg geradezu auf uns zurollt. Einer meiner Mitspieler fängt den Ball auf, und wir erkennen meinen Ball. Große Diskussion wie zu verfahren ist, wäre der Ball nicht aufgefangen worden, wäre er weiter den Berg hinuntergerollt und möglicherweise in einem Teich gelandet. Hätte ich hinter dem Teich mit Strafschlag weiterspielen müssen?
Claus Bayerle
86911 Dießen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Es gilt Regel 19-1.a (Ball in Bewegung durch Nicht zum Spiel Gehöriges aufgehalten). Ihr Mitspieler gehört im Zählspiel nicht zum Spiel, er hat Ihren Ball in Bewegung zufällig aufgehalten, so dass der Ball jetzt straflos von Ihnen so nahe wie möglich der Stelle fallen gelassen werden muss, an der er sich ursprünglich befand, als der Mitspieler ihn aufnahm (vgl. Entscheidung 19-1/6). Wenn der Ball auf dem Weg fallen gelassen werden muss, sind die Regeln 20-2.c (Wann Ball erneut fallen lassen) und
24-2.b (Erleichterung bei unbeweglichem Hemmnis) anwendbar.
06.02.2009
Ist das Abstellen des Tragebags im Hindernis erlaubt?
Ein Spieler geht mit seinem Tragebag/Trolley durch ein ausgetrocknetes Wasserhindernis in Richtung seines darin liegenden Balls und stellt das
Tragebag/Trolley im Hindernis ab, ohne seine Standposition oder den Raum des beabsichtigten Schwungs zu verbessern. Hat er sich Strafe zugezogen?
H. Krömer
67251 Freinsheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, wenn dabei die Beschaffenheit des Hindernisses nicht geprüft wurde – Regel 13-4. Nach Entscheidung 13-4/0.5 (neu) hätte er diese geprüft, wenn er z. B. absichtlich einen Gegenstand in den Boden gesteckt oder wenn er heftig in den Boden getreten hätte. Das Hinlegen bzw. Abstellen eines Gegenstands stellt kein Prüfen der Beschaffenheit des Hindernisses dar.
06.02.2009
Nur ein Ball?
Bei einem Regelabend wurde von einem Clubmitglied behauptet, dass ein Spieler vom Abschlag an Loch 1 bis zum Einlochen an Loch 18 denselben Ball spielen muss, ausgenommen der Ball wird in geregelten Situationen (z. B. Ball verloren oder im Aus) durch einen anderen Ball ersetzt. Ich habe dem widersprochen und bitte um Klärung.
Armin Dunstheimer
53359 Rheinbach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 15-1 muss ein Spieler den Ball einlochen, den er vom Abschlag gespielt hat, sofern der Ball nicht durch einen anderen Ball (vgl. Regel 15-2) ersetzt wurde. Diese Regel bezieht sich nur auf das Loch, an dem der Ball von dessen Abschlag gespielt wurde, im obigen Fall also nur auf Loch 1. Der am Loch 1 gespielte und eingelochte Ball war am 2. Loch nie im Spiel – vgl. Erkärung „Ball im Spiel“ – und es darf straflos ein anderer Ball vom Abschlag 2 gespielt werden, was ja auch allgemein so gemacht wird. Am Loch 18 gilt dann die Regel 15-1 für den am Abschlag 18
abgespielten Ball.
06.02.2009
Wer hat Recht?
Starke Regenfälle haben ein seitliches Wasserhindernis, gekennzeichnet mit roten Pfählen, flächenmäßig größer werden lassen, die Pfähle stehen im Wasser. Der Ball eines Spielers berührt sichtbar außerhalb der Pfähle das Wasser, und er nimmt einen Freedrop aufgrund zeitweiligen Wassers für sich in Anspruch. Ein Mitspieler sieht das anders und sagt, dass der Ball im Wasserhindernis läge und will die natürliche Grenze des Wasserhindernisses berücksichtigt wissen. Wer hat recht?
V. Dieterichs
38179 Schwülper
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die Grenze des seitlichen Wasserhindernisses ist durch rote Pfähle gekennzeichnet, der Ball ist daher nicht im Wasserhindernis, sondern im zeitweiligem Wasser, so dass der Spieler nach Regel 25-1 straflos Erleichterung in Anspruch nehmen darf. Nur wenn der Ball klar ersichtlich innerhalb der natürlichen, jedoch außerhalb der durch die Pfähle bezeichneten Grenzen des Wasserhindernisses läge, weil die Spielleitung versehentlich die Grenze nicht korrekt gekennzeichnet und Bereiche des Wasserhindernisses nicht als Wasserhindernis mitbezeichnet hat, könnte der Ball in diesen seltenen Fällen als im Wasserhindernis gelten. Pfähle, welche die Grenzen eines Wasserhindernisses bezeichnen, sollten nämlich entlang der natürlichen Grenze des Wasserhindernisses angebracht sein, d. h. dort, wo das Gelände abfällt und die Vertiefung bildet, in der sich das Wasser sammelt. Die "natürliche Grenze eines Wasserhindernisses" ist also nicht mit dem Stand des Wassers zu verwechseln; vgl. die Entscheidungen 25/2, 26/2 und 33-2a/4.
06.02.2009
Änderung am Schlägergewicht?
Ist es gestattet, einen Putter mit fest angeklebten Gewichten (Bleiband) rein gewichtsmäßig zu verändern?
Frank Hornbruch 58507 Lüdenscheid
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, die Verwendung eines Beschwerungsbleibands am Schlägerkopf oder Schaft, um das Gewicht zu verändern, ist erlaubt. Es muss allerdings vor Beginn und nicht während einer festgesetzten Runde angebracht und auch nachhaltig befestigt sein. Es darf sich während der Runde nicht lösen können – vgl. die Entscheidung 4-1/4 und der Anhang II, 1b (II) des Regel- buchs (2008-2011). Nach Regel 4-2.a dürfen ja während einer festgesetzten Runde die Spieleigenschaft eines Schlägers nicht absichtlich verändert werden.
06.02.2009
Erleichterung im Rough?
"Kann man im hohen Rough eine Erleichterung durch ein erdgrabendes Tier in Anspruch nehmen?"
Horst Binder 13349 Berlin
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Wenn dadurch eine Behinderung für den Spieler gegeben ist, gilt die anwendbare Regel 25-1.b. (I) überall im Gelände, ausgenommen es wäre "für ihn" wegen Behinderung durch das Rough ganz und gar unvernünftig, einen Schlag zu
machen – Ausnahme (a). Ein sehr guter Spieler, der etwa mit einem Sandwedge aus dem hohen Rough spielen kann, könnte m. E. also, wenn z. B. der Ball in einem Tierloch läge, Erleichterung in Anspruch nehmen, ein anderer Spieler nicht. Das müsste unbedingt vor Ort die Spielleitung entscheiden, was nicht unproblematisch ist. Ein Spieler, der gar nicht aus dem hohen Rough spielen kann, ist m. E. ja auch durch seine Balllage im Tierloch nicht behindert.
24.06.2008
Mit wie viel Schlägen muss der Mitspieler im Zählspiel von wo spielen?
"Mein Mitspieler schlägt seinen Ball vom Abschlag nach Stelle 1, von da mit dem nächsten Schlag in den Wald nach 2 und danach einen provisorischen Ball nach 3. Im Wald findet er einen Ball, erklärt ihn für unspielbar, geht zurück und spielt ihn von 1 nach 4. Auf dem Weg zu 4 nimmt er den provisorischen Ball bei 3 auf und locht von 4 nach Chip und zwei Putts ein. Als er den Ball aus dem Loch nimmt, stellt er fest, dass es nicht sein Ball ist und er im Wald den falschen Ball aufgenommen hat. Mit wie viel Schlägen muss der Mitspieler im Zählspiel von wo spielen?"
Holger Haun
22397 Hamburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nachdem der Spieler einen provisorischen Ball gespielt hatte, konnte er den ursprünglichen Ball nur dann für
unspielbar erklären, wenn er ihn gefunden hat - siehe Entscheidung 28/2.
Der ursprüngliche Ball war nicht gefunden worden, und der Spieler spielte einen 3. Ball von der Stelle 1, von der er seinen letzten Schlag gemacht hatte.
Er verfuhr daher in Bezug auf den provisorischen (und den ursprünglichen) Ball unter Strafschlag und Distanzverlust nach Regel 27-1, der 3. Ball war nach 6 Schlägen an der Stelle 4, und der provisorische (und ursprüngliche) Ball galt als ersetzt, d. h. als verloren. Der Spieler hat mit dem 3. Ball das Loch mit insgesamt 9 Schlägen beendet - vgl. Entscheidung 27-2.a/4.
24.06.2008
Grenzen nicht gekennzeichnet?
„Was sagen die Regeln bei Wasserhindernissen frontal/seitlich, wenn diese nicht mit gelben bzw. roten Pfählen oder Linien markiert sind?“
Thomas Menke
57469 Attendorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 33-2.a hat die Spielleitung die Grenzen von Wasserhindernissen genau zu bezeichnen. Hat sie dies versäumt, so kann ein Spieler unter Nutznießung vager natürlicher Grenzen dennoch nach Wasserhindernisregel 26-1 verfahren. Weil die Voraussetzungen von vorgabenwirksamen Bedingungen aber ganz und gar nicht gegeben sind, kann auf derartigen Golfplätzen nicht vorgabenwirksam gespielt werden, d. h. dieser Golfclub kann kein Handicap vergeben. Nur wenn eine natürliche Grenze, d. h. dort, wo das Gelände "abfällt", für alle Spieler unzweifelhaft genau feststellbar ist, z. B. bei steil abfallenden, ggf. künstlichen Rändern, könnte man an diesen Stellen auch ohne Kennzeichnungen auskommen - siehe Vorgaben- und Spielbestimmungen des DGV (2007-2010, Seiten 17 und 154).
24.06.2008
Darf ich den Ball zurücklegen oder nur der, der ihn markiert hat?
"Neulich spielte ich meinen Ball aufs Grün, wo sich meine Mitspieler schon befanden und mit Putten anfingen.
Da mein Ball auf einer Puttlinie lag, markierte ihn ein Mitspieler, nahm ihn weg und gab ihn mir zum Zurücklegen, damit auch ich putten konnte. Darf ich den Ball zurücklegen oder nur der, der ihn markiert hat?"
Kurt Daumann
42781 Haan/Rheinl.
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach Regel 20-3.a müssen Sie, Ihr evtl. Partner oder die Person, die den Ball aufgenommen hatte, Ihren Ball straflos an die Stelle zurücklegen, an der er aufgenommen worden war. Ihr Mitbewerber durfte nach Regel 20-1 Ihren Ball nach dem Markieren straflos vom Grün auf-nemen, im Zählspiel auch ohne Ihre Ermächtigung – siehe Entscheidung 20-1/4.
24.06.2008
Wie hätte ich verfahren müssen?
"Ich habe bei einer Spielbahn ein Dog-leg überspielt. Genau in der Abbiegung befand sich ein Wasserhindernis, das mit vielen Büschen und Bäumen eingerahmt war. Das Wasserhindernis war nicht zu sehen. Ich wollte einen provisorischen Ball schlagen, was bei meinen Mitspielern auf Protest stieß. Wie hätte ich verfahren müssen?"
Klaus Zölzer
per E-mail
Dr. Horst Frehsen antwortete
Sie hätten einen provisorischen Ball spielen dürfen. Es heißt ja in der Regel 27-2.a: „Kann ein Ball außerhalb eines Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein, so darf der Spieler provisorisch einen anderen Ball spielen.“ Ihr Ball kann sonstwo verloren sein. Wird der ursprüngliche Ball dann im Wasserhindernis gefunden, so muss der provisorische Ball aufgegeben werden. Nur wenn kein vernünftiger Grund dafür spricht, dass der ursprüngliche Ball außerhalb des Wasserhindernisses verloren oder im Aus sein kann, darf kein provisorischer Ball gespielt werden - siehe Entscheidungen 27-2.a/3 und 2.c/1.
24.06.2008
Kann ich den provisorischen Ball weiterspielen?
"Ich habe meinen Ball vom Abschlag ins Rough geschlagen und spiele vorsichtshalber einen provisorischen Ball. Mein erster Ball wird gefunden, aber von mir als unspielbar erklärt. Kann ich dann, anstatt u. a. erneut einen Ball vom Abschlag zu spielen, den provisorischen Ball weiterspielen?"
Hans Assmuth
51427 Bergisch-Gladbach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Nach Regel 27-2.c ist der gefundene ursprüngliche Ball im Spiel und muss weitergespielt werden.
Ball verloren.
24.06.2008
Wie ist nach den Golfregeln zu verfahren?“
"Bei einem vorgabenwirksamen Turnier tauchte plötzlich der Greenkeeper auf und versetzte die Löcher ohne
Absprache mit der Spielleitung.
Die Spielleitung hat das Turnier nicht gewertet. Wie ist nach den Golfregeln zu verfahren?“
Dieter Gumbrecht
90617 Puschendorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Genauso, weil dies ohne Ermächtigung oder Duldung der Spielleitung geschah, ist die Runde im Allgemeinen für null und nichtig zu erklären – siehe Entscheidung 33-2.b/1. Sind jedoch die Gegebenheiten des Platzes nicht wesentlich verändert worden und hat kein Bewerber einen unangemessenen Vor- oder Nachteil erfahren, so wäre die Spielleitung berechtigt,
die Runde gelten zu lassen. Falls dies mit Ermächtigung der Spielleitung geschah, so ist die Runde für null und
nichtig zu erklären, weil es der Spielleitung (abgesehen von Ausnahmen) nicht gestattet ist, während eines
Zählwettspiels ein Loch zu versetzen oder Abschlagmarkierungen zu verlegen.
24.06.2008
Erleichterung oder nicht?
"Für ein Biotop gibt es bei uns zusätzlich noch folgende Platzregel: ’Liegt der Ball außerhalb des Biotops, aber der Spieler müsste sein Standposition im Biotop beziehen, so muss Erleichterung annalog zu Regel 25-1 genommen werden.’ Ich will einen nicht im Biotop liegenden Ball spielen. Durch meinen Schwung würde ich aber etwas im Biotop Angewachsene beschädigen. Die Mitspieler sagen, ich müsse jetzt meinen Ball straflos wegdroppen, ich meine nach Platzregel ist das aber nicht zulässig. Ich bitte um Klärung dieser Frage."
H. Walther
76356 Weingarten
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ich würde nach Platzregel verfahren, auch wenn nach Anlage I, Teil B Ziffer 2, III des Regelbuchs Behinderung durch ein geschütztes Biotop gegeben ist, falls der Ball außerhalb liegt, wenn durch einen solchen Umstand "der Raum des beabsichtigten Schwungs" betroffen ist. Sie können nach Regel 3-3 zwei Bälle spielen und konsultieren vor dem Einreichen der Zählkarte die Spielleitung. Für Sie gilt die Platzregel, aus der Anlage des Regelbuchs ist die straflose Erleichterung bei Behinderung des Schwungs als empfohlene Anweisung für die Platzregel zu verstehen.
24.06.2008
Darf ich mich auf das Grün legen?
"Darf ich mich auf das Grün hinlegen, um es besser lesen zu können und
um zu sehen, wie stark mein Putt wohl brechen wird?"
H. Frank
73066 Uhingen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Unser Experte
Dr. Horst Frehsen antwortet:
Ja. Das Grün prüfen, tun Sie nach Regel 16-1.d nur, wenn Sie einen Ball auf dem Grün rollen oder die Oberfläche des Grüns aufrauen oder aufkratzen. Sie dürfen dabei aber das Spiel nicht unangemessen verzögern - siehe Regel 6-7.
24.06.2008
Strafschlag aufgrund von Wind?
"Ein Mitspieler behauptete, dass ein Spieler einen Strafschlag bekäme, wenn Wind seinen Ball auf dem Fairway bewegt. Ich habe dies bestritten."
Werner Potthoff
45481 Mülheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wird ein Ball in Ruhe während des Spiels auf dem Fairway oder Grün durch Wind bewegt, so ist das straflos, und der Ball muss anschließend aus seiner neuen Lage gespielt werden. Wird der Ball jedoch zurückgelegt, so zieht sich der Spieler einen Strafschlag zu und muss den Fehler beheben, sonst werden es zwei Strafschläge - siehe Entscheidungen
18-1/12 und 18-2.a/7. Falls der Ball schon angesprochen war - siehe Erklärung "Ansprechen des Balls" - so hätte er nach Regel 18-2.b (Ball bewegt sich nach dem Ansprechen) als vom Spieler bewegt gegolten und hätte mit einem Strafschlag zurückgelegt werden müssen. Die Regel 18-2.b hat jetzt Vorrang.
06.02.2008
Ein Golfbag für zwei Spieler?
„Im privaten Spielbetrieb schlagen auf Tee 1 zwei Spieler aus einem Bag
ab. Laut Golfregel 4-4.b dürfen zwar Partner im Wettspiel bis zu 14
Schläger gemeinsam benutzen, im privaten Spielbetrieb verstößt dies
aber gegen die Etikette und führt zu unnötiger Spielverzögerung. Liege
ich hier falsch?
Ludwig Reitmair
83026 Rosenheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ein Verstoß gegen die Etikette läge nur vor, wenn die Spieler das Spiel
nachfolgender Gruppen aufhalten. Wird Ihr Spiel unangemessen dadurch
verzögert, so können Sie sich bei der Spielleitung beschweren. Die Spielleitung
könnte dann das Spielen der beiden Spieler aus einer Golftasche
verbieten oder dieses Verbot in einer allgemeinen Spielordnung bei den
Rahmenbestimmungen für das Spieltempo auf dem Platz aufnehmen.
06.02.2008
Unfaires Verhalten?
„Sobald das Spiel eines Spielers nicht mehr so richtig zu seiner Zufriedenheit läuft und ein Flightpartner besser liegt, beginnt er alle Register der Unsportlichkeit zu ziehen (lautes Suchen im Golfbag, extrem laute Probeschwünge usw.), um den Mitbewerber in seinem Spiel zu stören. Aufforderungen, dies zu unterlassen, werden bewusst ignoriert. Kann der Spieler in einem Turnier wegen Unsportlichkeit disqualifiziert werden?“
Heinz Rolff
45144 Essen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, und zwar wenn es sich nach Meinung der Spielleitung um einen
schwerwiegenden Etiketteverstoß (vgl. Seite 27 des Regelbuchs
„Rücksicht auf andere Spieler“) handelt – siehe Regel 33-7. Laut
Entscheidung 33-7/8 wäre es in den meisten Fällen sicherlich ratsam,
die Strafe der Disqualifikation erst bei Vorliegen eines weiteren
schwerwiegenden Verstoßes zu verhängen.
06.02.2008
Kuhle oder „Divot“?
„Mein Ball, der mit einem Schlag in einer Kuhle im Fairway zu liegen kommt, soll laut übereinstimmender Feststellung meiner Flightpartner nun in einem Divot liegen. Hoppla, nicht genug, dass der Ball ärgerlicherweise nun nicht gerade ideal liegt, bekommt man zusätzlich noch die neue Information, dass einem Wort eine Doppelbedeutung zukommt und die Kuhle auch Divot heißt. Sehen Sie das auch so?“
Hartmut Krieg
76694 Forst
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. In den englischen „Decisions on the Rules of Golf“ ist die Rede
von divot and divot hole. In der deutschen Ausgabe „Entscheidungen zu
den Golfregeln“ ist dies übersetzt zu herausgeschlagene Grasnarbe bzw.
Loch von herausgeschlagener Grasnarbe. Üblich ist auch die Bezeichnung
Divot oder Divotloch.
06.02.2008
„Gibt es zwei Strafschläge, wenn man den eigenen Caddiewagen im Aus trifft?“
„Gibt es zwei Strafschläge, wenn man den eigenen Caddiewagen im Aus trifft?“
Elke Mühlenkamp
Bad Mergentheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, nach Regel 19-2.b. Liegt der Ball dann im Aus, so muss der Spieler
nach Regel 27-1 verfahren, wodurch er einen weiteren Strafschlag
erhält. Kommt der Ball auf dem Platz zur Ruhe, ist er im Spiel - vgl. Entscheidungen 19-2/2 und 19-2/3.
06.02.2008
Ball falsch zurückgelegt?
„Ich habe in letzter Zeit öfter beobachet, dass meine Mitspielerin oder mein Mitspieler auf dem Grün den Ball markiert und aufnimmt, beim Zurücklegen den Ball statt direkt vor den Ballmarker, aber 3 bis 5 cm weiter vor Richtung Loch legt. Meiner
Meinung nach ist das Spielen vom falschen Ort, und dafür gibt es zwei Strafschläge. Ist das richtig?“
Marion Thoms
Bremen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Ihre Mitspieler haben vom falschen Ort gespielt und erhalten jedes
Mal, wenn sie so verfahren, nach Regel 20-7.c im Zählspiel zwei
Strafschläge laut anwendbarer Regel. Die anwendbare Regel ist entweder
Regel 16-1.b oder Regel 20-3.a - siehe auch Entscheidung 20-7.c/1. Nach Regel 20-3.a ist der Ball an die Stelle hinzulegen, an
der er aufgenommen worden war. Wenn Ihr Mitspieler auf dem Grün des
Öfteren den Ball näher zum Loch zurücklegt, soll er unter Anwendung von
Regel 33-7 disqualifiziert werden – siehe Entscheidung 33-7/6.
06.02.2008
Vorgabenwirksam oder nicht?
„Bei uns wird oft während des Herrentags (vorgabenwirksam) Platzpflege betrieben. Mitten im Turnier werden Fairways und Roughs gemäht, so dass vorausspielende Flights auf ungemähten, nachfolgende demnach auf gemähten Flächen spielen. Hier werden doch unterschiedliche Spielbedingungen im Turnier geschaffen! Kann dieses Turnier vorgabenwirksam sein, und wie sieht es mit der Turnierwertung aus?“
Peter-Jörg Löh
41812 Erkelenz
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nach den DGV-Vorgaben- und Spielbedingungen (2007 - 2010) sind solche
Wettspiele auch vorgabenwirksam, denn es ist nichts Gegenteiliges
vermerkt. Die etwas schlechteren oder besseren Spielbedingungen haben
offenbar wenig oder keinen Einfluss auf die Vorgabenermittlung. Anders
ist es bei der Turnierwertung. Es wäre sicherlich sehr wünschenswert,
wenn die Platzpflege nicht während eines Turniers betrieben wird. Die
Platzpfleger sollten wenigstens gegen die Spielrichtung fahren und alle
Spieler gleichermaßen möglichst kurz beeinträchtigen, wenn es nicht
anders geht. Grundsätzlich sollte eine Runde nur in solchen Fällen
annulliert werden, in denen es grob unfair wäre, sie nicht zu
annulieren - siehe Entscheidung 33-2d/1. Es muss m. E. im Ermessen der
Spielleitung liegen, die Platzpflege während eines Turniers zu unterbinden.
06.02.2008
Darf ich das Nick Faldo Tee verwenden?
„Während meines letzten Turniers benutzte die Mitbewerberin ein Nick Faldo Tee (Teekopf in 8 mm in Zielsetzung versetzt. Anm. d. Red.). Mir wurde als Spielerin dieses Tee bei einem anderen Turnier verboten. Darf ich das Nick Faldo Tee verwenden?“
Angelika Pasenau
Wiesbaden
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Ich habe mich beim DGV schlau gemacht, diese Tees sind zulässig. Im Juli 2004 hatte man beim R&A in St. Andrews nachgefragt und folgende Antwort erhalten: „With a ball on
top it cannot be said to aid alignment.“ Nach Erklärung „Tee“ darf
dieses ja nicht so gestaltet oder hergestellt sein, dass es die
Spiel-linie anzeigen oder die Bewegung des Balls beeinflussen könnte.
Benutzt ein Spieler ein unzulässiges Tee, so ist er letztendlich
disqualifiziert - Regel 11-1.
06.02.2008
Besserlegen beim Putten?
„Mein Ball liegt etwa drei Meter vom Grün entfernt. Zwischen meinem Ball und dem Grün befindet sich ein Sprenkler-Auslass. Ich will putten, kann ich dann besser legen, weil der Sprenkler stört?“
Marion Thoms
Bremen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Der Sprengwasserauslass ist ein unbewegliches Hemmnis (wenn er
nicht zum Bestandteil des Platzes erklärt worden ist). Nach Regel
24-2.a ist – außer auf dem Grün – keine Behinderung gegeben, weil der
Ball nicht darin oder darauf liegt, die Standposition oder der Raum des
beabsichtigten Schwungs nicht betroffen sind und sich somit das Hemmnis
lediglich in der Spiellinie befindet. Sie können daher keine straffreie
Erleichterung in Anspruch nehmen und sollten den Ball spielen, wie er
liegt und evtl. über das Hemmnis hinweg chippen. Nur wenn eine
Platzregel für ein „unbewegliches Hemmnis nahe am Grün“ in Kraft ist,
dürfen Sie u. U. Erleichterung in An- spruch nehmen und den Ball frei
von Beeinträchtigungen der Spiellinie fallen lassen (aber nicht besser
legen). Siehe Anhang 1.A.5.d und 1.B.5 des Regelbuchs.
06.02.2008
Ball im Spiel bewegt?
„Bei einem Turnier hat die Mitbewerberin beim Ausrichten ihres Putters den Ball versehentlich berührt und nach vorne geschoben. Beim Ausholen zum Schwung ist er aber wieder in die Ausgangslage zurückgerollt. Wie ist zu verfahren?“
Michael Schütte
Rostock
Dr. Horst Frehsen antwortete
War der Ball anderswo z. B. vorne zur Ruhe gekommen, dann hat die
Spielerin ihren Ball im Spiel bewegt und sich nach Regel 18-2 einen
Strafschlag zugezogen. War der Ball in Bewegung geblieben und dann in
seine ursprüngliche Lage zurückgekehrt, also nur hin- und
hergeschwungen, so gilt er im Sinne der Erklärung „Bewegen, bewegt“
nicht als bewegt. Ein Ball gilt nach dieser Erklärung nur als bewegt,
wenn er seine Lage verlässt und anderswo zur Ruhe kommt. Von Interesse
ist noch die Entscheidung 18/2.
06.02.2008
Chippen auf dem Grün?
„Im GOLFmagazin 6/2007 wird im Artikel „Chippen statt Putten“ der Eindruck erweckt, man sei verpflichtet, auf dem Grün ausschließlich den Putter zu benutzen, sonst habe man irgendwelche Strafen zu erwarten. Im Ryder Cup im Jahre 2002 hat Phil Mickelson sich am Loch 18 zum Erstaunen aller entschlossen, statt eines „Monsterputts“ von über fünfzig Meter mit einem Chip den Ball an die Fahne zu spielen und die ausgehobene Grasnarbe wieder zurückzulegen und festzutreten. Hätte hier die Spielleitung Probleme, das Chippen bei Strafe zu ahnden?“
Walter Lauven
52388 Nörvenich
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. In den Etiketten ist seit 2004 unter Schonung des Platzes auch die
Rede von „Vermeidung unnötiger Beschädigungen“. Für einen Spieler mit
Handicap zwischen 0 und +9 (Tiger Woods) ist so ein Chip auf dem Grün
von Vorteil, er ist für ihn nicht „unnötig“, und er hat auch den
Schaden repariert. Im GOLFmagazin 12/2006 ist ausführlich dargelegt,
dass keine Regel vorschreibt, mit welchem Schläger auf dem Grün
gespielt werden muss. Befindet sich zum Beispiel ein Bunker mitten im
Grün oder reicht eine Geländezunge weit in das Grün hinein, so ist ein
Pitch oder Chip spielerisch die einzige Alternative, das Loch auf
kürzestem Weg zu erreichen. Es kann auch vorkommen, dass ein Spieler
seinen Putter in der Runde nicht mehr gebrauchen oder ersetzen darf,
weil er ihn beschädigt hat - vgl. Regel 4-3.b. Wenn er jetzt mit einem
Schläger auf dem Grün weiterspielt, verschuldet er keine „unnötige
Beschädigung“, wenn er Schäden auf dem Grün repariert. Aber in der
Regel 33-7 heißt es seit 2004: Kommt die Spielleitung zu der Ansicht,
dass ein Spieler einen schwerwiegenden Etiketteverstoß begangen hat, so
darf sie (ganz nach eigenem Ermessen) die Strafe der Disqualifikation
nach dieser Regel verhängen. Daher auch mein Rat: Verwenden Sie auf dem
Grün den Putter, der eigens vorwiegend zum Gebrauch auf dem Grün
hergestellt wurde. Anmerkung: Chippen auf dem Grün darf die
Spielleitung vorab nicht verbieten.
06.02.2008
Dürfen Wasserpflanzen beim Schlag berührt werden?
„Der Ball kann im Wasserhindernis, wenn spielbar, ohne Berührung des Grundes gespielt werden, was der Regel entspricht. Was ist mit den Pflanzen, die dort wachsen? Dürfen diese beim Ansprechen und/oder bei der Aushol-bewegung berührt werden?“
Michael Schuette
Rostock
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Nach Regel 13-4, Anmerkung, darf der Spieler jederzeit, einschließlich beim Ansprechen und beim Rückschwung zum Schlag, jederlei Gras, Busch, Baum oder sonstiges Angewachsene mit einem Schläger oder sonst wie berühren, vorausgesetzt, dass er dabei die Lage seines Balls nicht verbessert oder die Beschaffenheit des Hindernisses prüft - Entscheidung 13-4/4.
06.02.2008
Ist ein falscher Ball weitergespielt worden?
„Ein Spieler schlägt vom Tee ab in Richtung eines Wasserhindernisses (WH) und hohes Gras. Weil der Ball verloren sein konnte, wurde ein provisorischer Ball gespielt, der im WH landete. Nach kurzer Suche des ursprünglichen Balls wurde gemäß WH-Regel ein neuer provisorischer Ball gespielt. Dieser Ball flog ins WH, der nächste auch. Als man zwanzig bis dreißig Meter nach vorne gegangen war, wurde der ursprüngliche Ball noch innerhalb fünf Minuten im Gras gefunden und weitergespielt. Der Flight argumentierte, dass der Ball demnach auf der Straße vor dem WH aufgeprallt und weit nach vorne gesprungen sein muss, so dass er jetzt viel weiter vorne zum Grün hin lag, als zu erwarten war. War ein falscher Ball weitergespielt worden?“
Roland Salzani
CH 8730 Uznach
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, falls der Spieler Schläge mit den (ersetzten) provisorischen Bällen
von einem Punkt spielte, der näher zum Loch lag als der Ort, an dem
sich der ursprüngliche Ball „mutmaßlich“ (siehe Regel 27-2b) befand.
Damit hatte der ursprüngliche Ball als verloren gegolten – siehe
Entscheidung 27-2.b/4. Der Ort, an dem der ursprüngliche Ball
tatsächlich lag, als er von der Straße nach vorne gesprungen war, ist
nämlich ohne Bedeutung. Anderenfalls war der ursprüngliche Ball noch im
Spiel (wenn also der o. g. Punkt weiter vom Loch entfernt war).
06.02.2008
Falschen Ball gespielt?
„Mein Ball lag im Rough auf dichtem trockenem Gras obenauf. Ich spielte ihn, bei dem Schlag flogen aber plötzlich zwei Bälle Richtung Fairway. Einer war mein Spielball, der andere ein aufgegebener alter Ball, der vorher nicht zu sehen war. Darf ich diesen Schlag straffrei wiederholen oder ist davon auszugehen, dass ich einen falschen Ball gespielt habe?“
Ralf Westhaus
99198 Erfurt
Dr. Horst Frehsen antwortete
Sie haben keinen falschen Ball gespielt, Sie führten ja einen Schlag nach Ihrem eigenen Ball aus und nicht nach dem
verborgenen Ball. Somit ist die Regel 15-3 (Falscher Ball) nicht anwendbar, Sie müssen Ihren Ball spielen, wie er liegt und dürfen den Schlag nicht wiederholen - Entscheidung 15/2.
06.02.2008
Muss ich ein Regelbuch bei mir haben?
„Wann ist es Pflicht, ein Regelbuch dabei zu haben? Wenn man es nicht mit sich führt, gibt es dann Strafschläge?“
Ingrid Knop
Hamburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Auf Seite 5 des Regelbuchs wird lediglich „empfohlen“, das
Regelbuch stets in der Golftasche mit sich zu führen und zu benutzen,
wenn ein Regelproblem auftritt; es gibt aber keine Strafschläge, wenn
man es nicht dabei hat. Nach Regel 6-1 ist aber der Spieler dafür
verantwortlich, dass ihm die Regeln bekannt sind, es ist daher auf alle
Fälle sinnvoll, das Regelbuch mit sich zu führen - vgl. auch
Entscheidung 33-7/4.5.
06.02.2008
Dürfen Bunker aus dem Spiel genommen werden?
„Nach Regenfällen sind in einigen Bunkern Pfützen, zeitweiliges Wasser und Auswaschungen. Dürfen diese Bunker als Boden in Ausbesserung (BiA) gekennzeichnet und somit aus dem Spiel genommen werden?“
Thomas Menke
57439 Attendorn
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Solch eine Platzregel wäre nicht zulässig, da sie entgegen Regel 33-8.b eine Strafe erlässt; das Spielen von
außerhalb des Bunkers ist nämlich nach Regel 25-1.b (II) (b) mit einem
Strafschlag bedacht. Ein Spieler darf in Ihrem Fall den Ball spielen,
wie er liegt, den Ball straflos nach Regel 25-1.b (II) (a) in dem
Bunker fallen lassen, ihn mit einem Strafschlag nach Regl 25-1.b (II)
(b) hinter dem Bunker fallen lassen oder ihn mit einem Strafschlag
unspielbar erklären und nach Regel 28 verfahren. Die Stellen mit den
Auswaschungen können innerhalb des Bunkers zu BiA erklärt werden –
siehe auch Entscheidungen 25/13, 25-1.b/8, 33-2.a/3 und 33-8/27.
06.02.2008
Eintrag Schlagzahlen bei Kanonenstart
"Auf einer 9-Löcher-Anlage wird ein vorgabenwirksames Stablefordwettspiel mit Kanonenstart durchgeführt. Ein Spieler mit Spielvorgabe 13 beginnt am Loch 2. Die Bahn 1 hat die Vorgaben 8 bzw. in der zweiten Runde 17. Beim ersten Bespielen der Bahn 1 erzielt der Spieler eine 4 (Par), beim zweiten Bespielen streicht er das Loch. Wo muss der Spieler seine 4. bzw. seinen Strich eintragen? Bahn 1 ergibt 3 Nettopunkte, Bahn 10 ergibt 0 Nettopunkte oder Bahn 10 ergibt 2 Nettopunkte, Bahn 1 ergibt 0 Nettopunkte?“
Ernst Drescher
84489 Burghausen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Laut DGV-Vorgaben- und Spielbestimmungen 2007-2010, Seite 127, werden
auf 9-Löcher-Plätzen die Ergebnisse der einzelnen Bahnen auf die
Zählkarte so eingetragen, dass nach der Bahn 9 auf der Bahn 10
weitergeschrieben wird.
In Ihrem Fall muss der Spieler seine 4 bei Loch 10 eintragen, und er erhält demnach 2 Stablefordnettopunkte.
06.02.2008
Spielen mit falschem Ball?
„Ein Spieler schlug im Zählspiel seinen Ball vom Abschlag über eine mit weißen Pfosten gekennzeichnete Platzgrenze in den angrenzenden Friedhof. Dort kam der Ball zur Ruhe und wurde dann von einem Friedhofsbesucher zurück auf das Fairway geworfen. Der Spieler spielte den Ball so, wie er jetzt lag, weiter und lochte auch damit ein. War der Ball wieder im Spiel?“
Peter Lehne
82166 Gräfelfing
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein, der Ball des Spielers war nicht mehr im Spiel, als er im Aus zur Ruhe gekommen war, und deshalb handelte es sich um einen falschen Ball – siehe Erklärungen „Ball im Spiel“ und „Falscher Ball“. Als der Spieler einen Schlag mit diesem falschen Ball spielte, hat er sich zwei Strafschläge zugezogen, wie in Regel 15-3.b beschrieben und muss nach Regel 27-1 verfahren und unter Strafe von einem Schlag und Distanzverlust erneut vom Abschlag spielen, wobei sein Ball jetzt 5 liegt. Wenn der Spieler seinen Fehler nicht behebt, bevor er einen Schlag vom nächsten Abschlag macht, ist er nach Regel 15-3.b disqualifiziert. Hatte der Spieler keine Kenntnis von der Handlung des nicht zum Spiel gehörigen Friedhofsbesuchers, so fällt im Zählspiel nach Billigkeit (Regel 1-4) keine Strafe an – siehe Entscheidungen 15/9 und 15/10. Wird der Spieler vor dem nächsten Abschlag gewahr, dass der ursprüngliche Ball im Aus war, so muss er zurückgehen und nach Regel 27-1 verfahren; nach dem nächsten Abschlag zählt die Schlagzahl mit dem falschen Ball.
06.02.2008
Erleichterung und Markieren?
• Frage 1: „Mein Ball liegt auf einem großen Blatt auf einem Sprinklerdeckel. Der lose hinderliche Naturstoff, das Blatt, kann ja nur entfernt werden, wenn der Ball aufgehoben wird, also nicht ohne Strafe. Ist eine straffreie Erleichterung nach Regel 24-2 (Erleichterung bei unbeweglichem Hemmnis) erlaubt?“
• Frage 2: „Alle Bälle der Bewerber sind auf dem Grün. Der am weitesten vom Loch entfernte Ball wird geputtet, und während er in Bewegung ist, markiert ein anderer Bewerber seinen Ball und hebt ihn auf. Darf er das?“
Horst Feller
67659 Kaiserslautern
Dr. Horst Frehsen antwortete
• Antwort 1: Ja. Nach Regel 18-2.a (Ball in Ruhe bewegt durch Spieler) gibt es keine Strafe, weil das
Bewegen des Balls von einem unbeweglichen Hemmnis (Sprinklerdeckel,
wenn nicht zum Bestandteil des Platzes erklärt) gestattet ist – siehe Regel 18-2.a (I).
• Antwort 2: Nein. Nach Regel 22-1 darf ein Spieler, wenn er glaubt, ein Ball könnte irgendeinen anderen Spieler
unterstützen, den Ball aufnehmen, wenn es seiner ist, „außer wenn ein Ball in Bewegung ist“. Die Regel soll Situationen erfassen, bei denen eine
berechtigte Möglichkeit besteht, dass ein Ball das Spiel eines anderen
Balls unterstützt.
Die ursprüngliche Berechtigung, seinen Ball aufnehmen zu dürfen, hat
keinen Bestand mehr, wenn ein Ball schon in Bewegung ist. Nach Regel
1-2 darf ja kein Spieler irgendetwas unternehmen, um die Bewegung eines
Balls zu beeinflussen (es sei denn in Übereinstimmung mit den Regeln).
06.02.2008
Vierer-Scramble-Zählspiel
„Ist es zulässig, im Vierer-Scramble-Zählspiel einen Partner zu bitten, seinen in Lochnähe liegenden Ball nicht aufzunehmen, damit mein Ball, wenn ich von außerhalb des Grüns putte, gestoppt oder sogar ins Loch abgelenkt werden kann? Liegt eine unzulässige Absprache vor und ist ein solcher ins Loch abgelenkter Ball dann eingelocht?“
Wilfried von Trotha
21521 Aumühle
Dr. Horst Frehsen antwortete
Im Vierer-Scramble-Zählspiel spielen vier Spieler gemeinsam und werden
zusammen gewertet. Nach den Abschlägen suchen sie sich den am besten
platzierten Ball aus und schlagen von dessen Stelle aus alle ihren
zweiten Schlag. Dies wird mit den folgenden Schlägen bis zum Einlochen
wiederholt. Da dieses Spiel in den Golfregeln nicht erwähnt ist, ist
gerade hier eine genaue Ausschreibung durch die Spielleitung
erforderlich. Ich würde festlegen, dass in Anlehnung an die Golfregeln
gespielt werden muss. Ihr Ansinnen ist dann nicht regelkonform, kämen
Sie und Ihr Mitspieler überein und würden das Verfahren nach Regel 22-1
nicht anwenden, so müssten beide nach Regel 1-3 disqualifiziert werden
– siehe die Entscheidung 22/6. Nach Regel 22-1 darf der andere Spieler
nämlich seinen Ball aufnehmen und muss ihn nicht liegen lassen. Nach Regel 19-5 müsste der Ball in Bewegung, wenn er
aufgehalten wird, gespielt werden, wie er liegt. Liegt er im Loch, so
gilt er als eingelocht.
Der getroffene Ball in Ruhe müsste nach Regel 18-5 zurückgelegt werden.
06.02.2008
Reinigen des Balls - zweimal getroffen?
„Darf man seinen Ball auf dem Grün säubern, und gibt es einen Strafschlag, wenn ein Ball beim Schlagen zweimal getroffen wird?“
Werner Kirschenmann
72280 Dornstetten
Dr. Horst Frehsen antwortete
Man darf seinen Ball auf dem Grün reiben, um ihn zu säubern, sofern diese Handlung nicht dem Zweck dient,
die Oberfläche des Grüns zu prüfen. Es ist aber empfehlenswert, den
Ball auf andere Art und Weise zu reinigen, damit über die Absichten des
Spielers keine Zweifel bestehen – siehe Entscheidung 16-1.d/5. Und:
Wenn der Schläger eines Spielers im Verlauf eines Schlags den Ball
öfter als einmal trifft, so muss er den Schlag zählen und einen
Strafschlag hinzuzählen, d. h. sich insgesamt zwei Schläge anrechnen – Regel 14.4.
06.02.2008
Aus Standposition putten?
„Darf man aus einer Standposition heraus putten, bei der das Loch auf dem Grün zwischen dem Ball und dem Spieler ist. Ist das dann eine Vorwärtsbewegung des Schlägers und somit regelkonform?“
Beat Aepli
CH 9320 Arbon
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Nach Regel 16-1.e darf man lediglich beim Schlag nicht beiderseits der Puttlinie einschließlich deren Verlängerung hinter dem Ball oder auf dieser Linie stehen. Laut Erklärung „Puttlinie“ erstreckt sich diese nicht über das Loch hinaus, so dass der Spieler hinter dem Loch und vor dem Ball seine Standposition einnehmen darf, um zu putten. Das häufig angewandte „Tap-in“ von dort aus kurzer Entfernung ist erlaubt. Der Spieler muss darauf achten, dass er ehrlich nach dem Ball schlägt und ihn nicht mit dem Putter ins Loch zieht, das wäre ein Verstoß gegen Regel 14-1. Der Begriff Vorwärtsbewegung des Schlägers in der Erklärung „Schlag“ bedeutet vorwärts in Bezug auf die Richtung, in die man seinen Ball schlagen und bewegen will und ist das Gegenteil vom Rückschwung.
06.02.2008
Ist das richtig?
„Bei Wettspielen über mehrere Runden - z. B. bei Clubmeisterschaften -gehen die Teilnehmer, unabhängig ob eine Unterspielung vorliegt, immer mit den gleichen Vorgaben an den Start.
Ist das richtig?“
Josef Purr
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Ziffer 21.7 des DGV-Vorgabensystems legt fest, dass nach jeder Wettspielrunde unverzüglich
fortgeschrieben wird, auch für Mehrrundenwettspiele und dort auch für
die Wettspielwertung. Es gibt lediglich übergangsweise Ausnahmen, falls die Software dies noch nicht berechnen kann - siehe hierzu die DGV-Vorgaben- und Wettspielbestimmungen 2007-2010, Seite 197.
06.02.2008
Dürfen unbewegliche Hemmnisse straffrei bewegt werden?
„Zwischen den Spielbahnen 5 und 7 befinden sich Pfähle, die von der einen Seite weiß (Spielbahn 7) und von der anderen Seite schwarz (Spielbahn 5) sind. Auf der Spielbahn 7 gelten diese Pfähle als Auspfähle. Per Platzregel werden diese Pfähle zu unbeweglichen Hemmnissen, wenn man die Spielbahn 5 bespielt. Bekommt man alleine für das Bewegen der Pfähle (Herausziehen und Wiedereinstecken), ohne einen Ball gespielt zu haben, Strafschläge?“
Detlef Seiferth
63776 Mömbris
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, aber nur wenn ein Spieler die Lage seines Balls, den Raum seines beabsichtigten Stands oder Schwungs oder seine Spiellinie durch Bewegen des unbeweglichen Hemmnisses oder Auspfahls verbessert – siehe Regel 13-2 und Entscheidung 13-2/15. Entfernt ein Spieler z. B. einen Auspfahl von seiner Spiel-linie, erkennt den Fehler und steckt ihn zurück, bevor er seinen nächsten Schlag spielt, so hat er in dem Augenblick gegen Regel 13-2 verstoßen, als er den Pfahl von der Stelle bewegt hat, und es gibt keine Möglichkeit mehr, die Strafe (von zwei Schlägen) zu vermeiden. Das Zurückstecken des Pfahls vor dem nächsten Schlag ist ohne Belang - siehe Entscheidung 13-2/25. Nach Entscheidung 24/5 können durch eine Platzregel in der Tat die internen Auspfähle beim Bespielen des fünften Lochs unbewegliche Hemmnisse sein.
06.02.2008
Zu nahes Aufspielen - Strafe oder nicht?
„Ich stehe auf dem Abschlag eines Par 5-Lochs, und der Vorflight ist meiner Einschätzung nach schon aus der Reichweite. Aber mein Abschlag kam ca. 30 Meter bis an den Vorflight zum Liegen. Daraufhin schlägt ein Spieler aus diesem Flight meinen Ball zurück in ein Wasserhindernis, welches mein Ball überwunden hatte. Ich habe meinen Ball straffrei gedroppt, wo er zum Liegen gekommen war. Wie ist der Spieler aus dem Vorflight zu bestrafen? Die Spielleitung hat Regel 7 angewandt und zwei Strafschläge aufaddiert. Ist das richtig?“
Benedikt Kubatzki
per Fax
Dr. Horst Frehsen antwortete
a, aber nicht nach Regel 7 (Üben), sondern nach Billigkeit gemäß Regeln 1-4 (Nicht durch Regeln erfasste Einzelheiten) und 3-5 (Grundstrafe im Zählspiel) - siehe Entscheidung 1-4/4. Nach Regel 18-4 mussten Sie Ihren Ball straflos zurücklegen. Da die genaue Stelle nicht mehr feststellbar war, mussten Sie den Ball so nahe wie möglich dem Ort, an dem er gelegen hatte, fallen lassen - siehe Regel 20-3.c (I).
06.02.2008
Provisorischer Ball möglich?
„Auf einer Spielbahn mit einem 90 Meter langen Wasserhindernis wäre das Spielen eines provisorischen Balls eine spürbare Zeitersparnis in einem Turnier. Ist hier ein provisorischer Ball möglich?“
Ernst Drescher
84489 Burghausen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Das müsste man vor Ort entscheiden, am besten in Gegenwart eines Vertreters des zuständigen Landesgolfverbands oder des DGV. Im neuen Regelbuch (2008-2011) Anhang I, Teil B 1, bei Musterplatzregeln ist aufgeführt, wie die neu verfasste
Platzregel hierzu lauten soll und welche Bedingungen erfüllt sein müssen.
06.02.2008
Ball falsch identifiziert?
„Ich schlage nach Nennung meines Balls „B 4“ ab, und da dieser Ball auch im Aus sein kann, spiele ich ebenfalls unter deutlicher Ankündigung einen provisorischen Ball „B 3“, der in der gleichen Position landet, und dann einen zweiten provisorischen Ball „B 1“ Mitte Fairway. Nach kurzem Suchen wird innerhalb von fünf Minuten ein Ball gefunden. Da er im hohen Gras lag, wurde er von mir nicht eindeutig identifiziert. Aus welchem Grund auch immer ließ ich mich zu der Äußerung „Dies ist mein erster provisorischer Ball“ hinreißen. Nach weiterem erfolglosem Suchen gab ich den vermeintlich zuerst gespielten Ball auf und spielte den gefundenen Ball weiter. Als der Ball nach zwei weiteren Schlägen offen auf dem Fairway lag, konnte ich die Bezeichnung des Balls erkennen. Es war mein ursprünglicher Ball „B 4“. Ich habe die Bahn auf Geheiß meines Zählers unter Einbezug des ersten provisorischen Balls mit einer 8 beendet. War das korrekt?“
Jürgen Mehlkopf
44422 Dortmund
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Der erste provisorische Ball war ja verloren, und außerdem kann man einen Ball nicht durch bloße Erklärung aufgeben – siehe Entscheidung 27/16. Wenn Sie Ihren ursprünglichen Ball binnen fünf Minuten, als er noch im Spiel war, gespielt haben und ihn lediglich falsch identifiziert hatten, gilt die Schlagzahl mit diesem Ball. Falls Sie aber Ihren ursprünglichen Ball nicht binnen fünf Minuten gespielt haben, war er verloren, und Sie hatten einen falschen Ball weitergespielt – siehe Erklärung „Verlorener Ball“ und die Entscheidung 27/5. Der gefundene Ball war ja nicht in der gebotenen Zeit als ursprünglicher Ball identifieziert worden. Sie mussten den Fehler korrigieren, und weil der erste provisorische Ball nach fünf Minuten ebenfalls verloren war (vgl. auch Entscheidung 27/4) den zweiten provisorischen Ball, der wegen der zwei Strafschläge für das Spielen des falschen Balls jetzt 7 lag, weiterspielen.
06.02.2008
Konsequenzen für falschen Scorekarteneintrag?
„Der Score eines Spielers ist auf der Karte nicht in dem vorgesehenen Feld „Spieler“ eingetragen, sondern in dem Feld daneben. Berechtigt dies die Disqualifikation des Spielers?“
Dr. Jochen Hauschild
24937 Flensburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ich denke, nein. Derartige Fehler sollten von der Spielleitung ohne Strafe für den Spieler berichtigt werden. Nach Regel
6-6.b ist ein Bewerber nur für die Richtigkeit der für jedes Loch eingetragenen Schlagzahlen verantwortlich, er muss die Unterschrift des Zählers sicherstellen und die Zählkarte gegenzeichnen – vgl. Entscheidung 6-6.d/4.
06.02.2008
Zweifel am Ergebnis?
„Bei einem Wettspiel lag ich sehr gut, hochkonzentriert konnte ich an der 17 nach einem Schlag ins Rough mit einer guten Annäherung und einem Putt noch eine 5 retten. Da bemerkte mein Zähler, ich hätte 2 Putts benötigt und eine 6 gespielt. Dies behauptete auch ein anderer Mitspieler, der aber mein Spiel gar nicht gesehen, sondern die ganze Zeit seinen Ball in einem Gebüsch gesucht hatte. Was kann man machen, um solche Auseinandersetzungen zu vermeiden bzw. zu überstehen,
ohne aus dem Rhythmus zu kommen?“
Rudolf Thiele
22397 Hamburg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Man sollte am besten während des Spiels nicht endlos streiten oder diskutieren, sondern das Ergebnis offen lassen und „alle zweifelhaften Einzelheiten“ (Engl. any doubtful points) laut Regel 6-6.b nach Beendigung der Runde mit der Spielleitung klären, bevor man seine Zählkarte unterschreibt und abgibt.
06.02.2008
Straflose Erleichterung?
„Kommt bei uns laut Platzregel ein Ball auf Rindenmulch / Abdeckfolie um Bäume zur Ruhe, so kann – aber nicht vom Baum – straflos Erleichterung nach Regel 24-2 in Anspruch genommen werden. Sind hiermit nach Regel 24-2 Erleichterung bei Behinderung des Stands oder des Schwungs außer Kraft gesetzt?“
Bernhard Döring
84453 Mühldorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ich denke, nein. Vielleicht will man nur auf die Erleichterung hinweisen, wenn der Ball auf der Abdeckfolie liegt, um allzu häufiges Droppen auf dem Platz nicht zu fördern. Es könnte aber besser heißen: Bei Behinderung durch Rindenmulch / Abdeckfolie um Bäume, nicht nur vom Baum selbst, darf straflos Erleichterung nach Regel 24-2 in Anspruch genommen werden.
07.09.2007
Spielverzögerung erlaubt?
„In unserem Club können die Spieler, nachdem sie die Bahn 11 gespielt haben, den Abschlag der Bahn 12 nur über den Parkplatz des Golfclubs erreichen und kommen so zwangsläufig an ihrem Kfz vorbei. Können sie dabei Erfrischungsgetränke o. ä. aus ihrem Fahrzeug holen, ohne das Spiel unangemessen zu verzögern? Oder dürfen sie dies nur im Clubhaus / am Verpflegungs-stand tun? (Entscheidung 6-8a/2.7)“
Wolf Grisard
53340 Meckenheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Obige Entscheidung trifft nur zu, wenn ein Spieler das Spiel unterbricht und den Platz verlässt (z. B. im Clubhaus ist). Der Parkplatz ist aber auf dem Golfplatz, und warum soll der Spieler auf dem Spielgelände sich nicht Getränke besorgen dürfen, z. B. vom Caddie, von Bekannten, einer Quelle, einem Wasserhahn oder aus dem Fahrzeug, wenn er das Spiel dadurch nicht verzögert. Sollte der Spielleitung die Versorgung mit Getränken aus den Autos nicht recht sein, so könnte sie höchstens ein entsprechendes Verbot in die „für das Spieltempo erlassenen Richtlinien“ (Regel 6-7) einbringen und in der Ausschreibung bekanntmachen. Dies wäre m. E. sinnvoll, weil die Spieler ja auch wegen anderer Bedürfnisse
(Sonnenbrille, Pflaster, Schirm u. a.) an ihr Auto gehen dürfen, wenn sie, wie gesagt, das Spiel dabei nicht unangemessen
verzögern. Zuständig für eine Regelung ist nur die örtliche Spielleitung.
07.09.2007
Falscher Ball gespielt - was tun?
„Die Spieler A, B und C spielen ihren Ball in die gleiche Richtung, die Landezone ist nicht einsehbar. Die Spieler kommen zum 1. Ball, und A sagt, es sei seiner und spielt ihn, ohne ihn vorher zu identifizieren in ein Wasserhindernis, worin er verloren ist. Die Spieler kommen zum zweiten Ball und stellen fest, dass das der Ball von A ist. Der dritte Ball wird nicht gefunden, wie ist zu
entscheiden?“
Rüdiger Jahn
24146 Kiel
Dr. Horst Frehsen antwortete
Spieler A hat sich im Zählspiel nach Regel 15-3.b die Strafe von zwei Schlägen für das Spielen eines falschen Balls zugezogen und muss jetzt seinen eigenen Ball weiterspielen. Wenn berechtigte Anzeichen dafür vorliegen, dass entweder B oder C der Besitzer des von A zuerst gespielten Balls ist, muss B bzw. C einen anderen Ball dort hinlegen, wo A den falschen Ball gespielt hat und damit das Spiel straflos fortsetzen – siehe Regel 15-3.b, letzter Absatz. Anderenfalls sind ja die Bälle von B und C verloren, und die Spielleitung müsste nach Billigkeit (Regel 1-4) beide mit der Strafe von einem Schlag und Verlust der Distanz nach Regel 27-1 einen anderen Ball ins Spiel bringen lassen – vgl. Entscheidungen 15-3.b/1 oder 27/6. Im Dreiball-Lochspiel hat A nach Regel 15-3.a das Loch verloren, B und C könnten mit der Strafe von einem Schlag und Verlust der Distanz weiterspielen, wenn beide Bälle verloren sind.
07.09.2007
Ist diese Puttstellung erlaubt?
„In meinem Bekanntenkreis steht ein Herr auf dem Grün beim Putten neben der Verlängerung der Puttlinie hinter dem Ball, beide Füße nebeneinander in Richtung Loch und schlägt den Ball mit dem rechten Arm mit Blickrichtung Loch. Ist diese Puttstellung erlaubt?“
Werner Hopp
65468 Tresbur
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Der Spieler darf beim Putten nur nicht beiderseits der Puttlinie einschließlich der Verlängerung dieser Linie hinter dem Ball stehen oder diese Linie einschließlich deren Verlängerung mit einem seiner Füße berühren – siehe Regel 16-1.e.
07.09.2007
Wer legt den Ball zurück?
„Wenn ich auf dem Grün einen anderen ermächtige, meinen Ball zu markieren und aufzunehmen, muss ihn dann der Ermächtigte wieder zurücklegen oder kann ich dies wahlweise auch tun?“
Dr. Hansjörg Häfele
78073 Bad Dürrheim
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Regel 20-3.a besagt: „Ist ein Ball zurückzulegen, so müssen ihn der Spieler, sein Partner oder die Person, die ihn aufgenommen oder bewegt hatte, an die Stelle hinlegen, von der er aufgenommen oder bewegt worden war.“
07.09.2007
Handy-Benutzung?
„Wir spielen die Mannschaftsmeisterschaft der Damen in der untersten Klasse, und dabei ist mir beim Wettspiel mein E-Cart kaputtgegangen. Ich rief mit meinem Handy im Clubhaus an und bat um Ersatz, für mich – ich bin 66 Jahre alt – war das ein Notfall. Nach dem Spiel wurde ich disqualifiziert, weil ich ohne konkreten Notfall das Handy benutzte. Hätte man in meinem Fall auch kulanter verfahren können, schließlich spielen wir ja nicht in der Bundesliga?“
Dietlinde Strehl
27753 Delmenhorst
Dr. Horst Frehsen antwortete
Bei anderen Ligaspielen im Bund wären Sie nicht disqualifiziert worden, denn in den neuen DGV-Bestimmungen heißt es: Stellt die Spielleitung bei Nichtbeachtung der Regelung, nach der die Benutzung von Handys Spielern während des Spielens der festgesetzten Runde – außer in Notfällen – verboten ist, eine schwere Störung des Spielbetriebs fest, so kann sie diese Störung als schwerwiegenden Verstoß gegen die Etikette bewerten und eine Disqualifikation aussprechen – siehe DGV-Wettspiele 2007, Wettspielbedingung Ziffer 8, Seite 175. Die Entscheidung der Spielleitung ist nach Beendigung des Wettspiels aber endgültig – siehe Regel 34-3 oder Entscheidung 34-3/1.
07.09.2007
Nearest-to-the-pin bei Hole-in-one?
„Bei einem Turnier gelingt einer Dame an einem Par 3, an dem eine Sonderwertung „Nearest-to-the-pin“ stattfindet,
ein Hole-in-one. Der Preis wird der Dame nicht zuerkannt, weil eine Sonder-
wertung für das Hole-in-one nicht
ausgeschrieben war, und weil nur Bälle auf dem Grün außerhalb des Lochs in die Wertung kamen, deren Abstand zum Lochrand gemessen werden konnten.
Ist dies die korrekte Auslegung?“
Marco Schilling
96047 Bamberg
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ich denke nein. Ein eingelochter Ball berührt ja den Flaggenstock und ist automatisch diesem am nächsten gelegen. Das Loch ist auf dem Grün, das Messen zum Lochrand ist überflüssig geworden, der Ball ist ausschreibungsgemäß Nearest-to-the-pin, und die Dame hat gleichzeitig ein gültiges „Hole-in-one“ erspielt. Die Situation wäre anders, wenn ein „Nearest-to-the-hole“ unter Ausschluss eines Balls im Loch ausgelobt worden wäre. Die beiden Spielformen sind in den Golfregeln nicht erwähnt, ausschlaggebend ist daher ein eindeutiger Wortlaut in der Ausschreibung. Dem Mustertext für Nearest-to-the-pin in den DGV-Spielbestimmungen (2007-2010), Seite 105 könnte man hinter dem Satzteil „auf dem Grün“ noch „bzw. im Loch“ hinzufügen.
07.09.2007
X-Out-Bälle in Turnieren?
„Neulich stand in einer Golfzeitschrift, dass X-Out-Bälle nicht in Turnieren gespielt werden dürfen. Meiner Meinung nach muss aber dafür explizit auf die Golfballliste des R&A in den Ausschreibungen verwiesen werden. Ansonsten kann ein X-Out-Ball, der ohne Durchixen regelkonform ist, gespielt werden. Ist das richtig?“
Olaf Meyer
47441 Moers
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, siehe die Entscheidung 5-1/4. Der Gebrauch eines X-Out-Balles ist immer dann zulässig, wenn ein eindeutiger Beweis, dass dieser Ball ohne Durchixen nicht regelkonform ist, fehlt. In einem Wettspiel jedoch, bei dem die Spielleitung in die Wettspielausschreibung die Bedingung aufgenommen hat, dass der vom Spieler gebrauchte Ball im gültigen Verzeichnis zugelassener Bälle des R&A aufgeführt sein muss (siehe Anmerkung zu Regel 5-1) sind alle X-Out-Bälle grundsätzlich verboten. Die Mehrzahl der X-Out-Bälle ist lediglich wegen Schönheitsfehlern wie Fehlern in der Farbe oder Beschriftung aussortiert worden.
07.09.2007
Ist die Vorgabe nach 18 Löchern verbraucht?
„Bei einem Matchplay mit einer 3/4-Vorgabe liegen die Spieler nach 18 Löchern gleich auf. Ist die Vorgabe nach 18 Löchern „verbraucht“ oder beginnt sie auf den weiteren Entscheidungslöchern neu?“
Margret Helmer
48653 Coesfeld
Dr. Horst Frehsen antwortete
Die DGV-Vorgaben- und Spielbestimmungen 2007-2010, Seite 142, besagen Folgendes: Ein nach 18 Löchern „all square“ stehendes Lochwettspiel sollte Loch für Loch weitergespielt werden, bis eine Partei ein Loch gewinnt. Das Stechen beginnt am gleichen Loch wie das Wettspiel, und die Vorgabenschläger sind verteilt wie in der festgesetzten Runde – vgl. Erklärung „Festgesetzte Runde“. Die Spielleitung sollte diese vom R&A empfohlene Regelung im Voraus ankündigen – siehe Anhang I des Regelbuchs, Teil C 11. Nach Regel 33-6 muss sie Art des Stechens bei halbiertem Lochspiel sowie Stechen mit oder ohne Vorgabe bekanntgeben.
07.09.2007
Dürfen selbst gebaute Schläger verwendet werden?
Ist es im Turnier erlaubt, selbst gebaute Schläger zu verwenden, wenn diese in der Größe und Länge den Normen entsprechen?
Michael Büker
32791 Lage
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn die Spielleitung entscheidet, dass der selbst gebaute Schläger nicht mit den Regeln im Einklang steht, nein. Nach Regel 4-1 müssen die Schläger eines Spielers dieser Regel sowie den zahlreichen Einzelvorschriften und Auslegungsbestimmungen im Anhang II des Regelbuchs entsprechen. Strafe für Verstoß ist Disqualifikation. Der selbst gebaute Schläger muss allen Vorschriften im Anhang II genügen, nicht nur in Bezug auf Größe und Länge. Der Spieler sollte daher unbedingt den R&A zurate ziehen und den Schläger überprüfen lassen – siehe Regel 4, erster Absatz.
09.07.2007
Ball unspielbar – Welche Möglichkeiten hat der Spieler?"
"Bei einem Abschlag landet der Ball in einem Busch neben einem Weg, der mit Kleinschotter belegt ist. Der Ball liegt unspielbar. Mit zwei Schlägerlängen und einem Strafschlag landet man auf dem Weg. Auf dem Weg kann ein Freedrop in Anspruch genommen werden, der nächstgelegene Punkt der Erleichterung liegt aber auf der Seite, an der der Busch steht und wo man nicht schlagen kann. Welche Möglichkeiten hat der Spieler?"
Wolfgang Tigges
40547 Düsseldorf
Dr. Horst Frehsen antwortete
Man kann den unspielbaren Ball im Busch auch nach der Unspielbarkeitsregel 28.a von der ursprünglichen Stelle, also vom Abschlag aus, spielen oder - wenn durchführbar - nach Regel 28.b verfahren. Hat man den Ball schon auf dem Weg fallen gelassen, so kann man ihn vom Weg spielen, wie er liegt oder ihn erneut mit einem weiteren Strafschlag unspielbar erklären und zwei Schlägerlängen entfernt fallen lassen.
09.07.2007
Ball nach Ansprechen bewegt – spielen wie er liegt?
"Ein Spieler verfehlt beim Abschlag seinen Ball. Beim erneuten Ansprechen stößt er den Ball vom Tee. Der Spieler will den Ball spielen, wie er liegt, wäre das korrekt?"
Günter Frömbgen
53474 Neuenahr
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Sobald der Spieler einen Schlag nach dem Ball auf dem Tee ausgeführt hatte, war der Ball im Spiel - siehe Erklärungen "Schlag" und "Ball im Spiel". Weil der Ball dann nach dem Ansprechen bewegt wurde, hat sich der Spieler einen Strafschlag zugezogen und muss ihn zurücklegen - siehe Regel 18-2.b und Entscheidung 11-3/1.
Wird der Ball nicht zurückgelegt und stattdessen gespielt wie er liegt, so erhält der Spieler einen weiteren Strafschlag - siehe Strafenvermerk zu Regel 18.
09.07.2007
Dürfen fremde Schläger zum Abmessen benutzt werden?
"Dürfen beim Abmessen von Schlägerlängen auch Schläger von Mitspielern benutzt werden, wenn diese einverstanden sind und keine Spielverzögerung eintritt?"
Rainer Issler
70771 Leinfelden
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja. Leiht sich aber ein Spieler Schläger zum Abmessen von Schlägerlängen aus, so zieht er sich nur dann keine Strafe zu, wenn die Stelle, an der der Ball nach dem Ausmessen fallen gelassen und gespielt wurde, auch mit einem der eigenen Schläger des Spielers, die er für die Runde ausgewählt hat, hätte ermittelt werden können - siehe Entscheidung 20/2.
09.07.2007
Welcher Ball ist im Spiel?
"Der lange Schlag in Richtung Grün geht rechts in ein seitliches
Wasserhindernis. Der Spieler dropt einen Ball vor dem Hindernis,
schlägt ihn aber nicht, da er in der Zwischenzeit seinen ursprünglichen
Ball weiter weg im Hindernis spielbar liegen sieht. Er spielt ihn und
nimmt den gedropten Ball auf. War das richtig?"
Richard Laibler
per E-mail
Dr. Horst Frehsen antwortete
Nein. Für den Spieler hatten berechtigte Anzeichen dafür vorgelegen, dass der ursprüngliche Ball in dem seitlichen Wasserhindernis war, als er den Ball fallen ließ. Somit wurde der nach anwendbarer Regel neu eingesetzte Ball mit einem Strafschlag (Regel 26-1.c) zum Ball im Spiel, und der ursprüngliche Ball durfte nicht mehr weitergespielt werden - siehe Erklärung "Ball im Spiel" und Entscheidung 26-1/3.5 (neu). Auch wenn der Spieler den neu eingesetzten Ball am falschen Ort fallen ließ und diesen Fehler straflos nach Regel 20-6 behebt, darf er den ursprünglichen Ball nicht aus dem Hindernis spielen - siehe Entscheidungen 26-1/3.5 (neu) und 26-1/16.
09.07.2007
Ball in Ruhe bewegt – Strafschlag oder nicht?
"Ein Spieler macht auf dem Grün einige Probeputts neben dem Ball in Richtung Loch. Plötzlich berührt er unabsichtlich mit der Putterspitze den Ball, so dass sich dieser beinahe im rechten Winkel zur Zielrichtung ca. zehn Zentimeter bewegt. Der Spieler legt den Ball zurück und locht ein. Bekommt er einen Strafschlag?"
Martin Moosbrugger
A-6850 Dornbirn
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, der Spieler hatte nicht die Absicht, den Ball zu schlagen und zu bewegen und hatte daher auch keinen Schlag gemacht - siehe Erklärung "Schlag". Weil er den Ball im Spiel bewegt hat, hat er sich nach Regel 18-2.a (Ball in Ruhe bewegt durch Spieler) einen Strafschlag zugezogen, und der Ball muss zurückgelegt werden - siehe Entscheidung 18-2.a/20.
09.07.2007
Straffreie Erleichterung?
"Mein Ball kommt in einem Wasserhindernis zur Ruhe und ist spielbar. In Richtung, die ich zu spielen beabsichtige, steht ein gelber Pfosten, der das Wasserhindernis begrenzt. Darf ich straffrei Erleichterung in Anspruch nehmen und den Pfosten herausnehmen?"
Dr. Manfred Simon
23119 Kronshagen
Dr. Horst Frehsen antwortete
Ja, wenn der Pfosten ein bewegliches Hemmnis ist - siehe Regel 24-1 und Entscheidung 1-4/5 (wenn dabei ein loser Naturstoff bewegt wird) - nein, wenn der Pfosten ein unbewegliches Hemmnis ist - siehe Regel 24-2.b, Anmerkung 1 und Erklärung "Hemmnisse".
Im letzteren Fall muss der Ball gespielt werden, wie er liegt, oder es kann unter Hinzufügen eines Strafschlags nach Regel 26-1 (Erleichterung für Ball im Wasserhindernis) verfahren werden.
09.07.2007
Ist diese Aussage Belehrung?
"In einem Zählspiel liegen die Bälle einer Vierergruppe ca. 3,5 bis 4,5 m vom Loch entfernt. Der am weitesten entfernte Ball wird zuerst geputtet, er kommt ca. 2,0 m hinter dem Loch zur Ruhe. Der Spieler sagt daraufhin laut und deutlich: 'Das Grün ist aber schnell'. Ist diese Aussage Belehrung?"
Lothar Handke
13591 Berlin
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn der Spieler die Bemerkung beiläufig gemacht hat, ist seine Aussage keine Belehrung. Macht der Spieler aber die Bemerkung, um seine Mitspieler zu irritieren oder zu beeinflussen, so hat er m. E. in Anlehnung an die Entscheidung 8-1/8 und die Erklärung "Belehrung" gegen Regel 8-1 (Belehrung) verstoßen und sich zwei Strafschläge zugezogen. Ob die Bemerkung beiläufig war, sollte am besten die Spielleitung entscheiden.
05.07.2007
Ist diese Aussage Belehrung?
Ein Spieler spielt als Erster an einem Par 3 seinen Ball zum Grün, und der Ball landet vor dem Grün. Er sagt dann laut "Ich hätte doch lieber das Eisen 7 anstatt das Eisen 8 nehmen sollen".
Lothar Handke
13591 Berlin
Dr. Horst Frehsen antwortete
Wenn die Bemerkung nur beiläufig
erfolgte, hat der Spieler nicht gegen Regel 8-1 (Belehrung) verstoßen. War die
Bemerkung jedoch gegenüber dem anderen Spieler gemacht worden, der seinen
Schlag von etwa der gleichen Stelle spielen muss, so war es ein Verstoß gegen
Regel 8-1 - siehe Entscheidung 8-1/8.